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Erwachsenwerden: Wie sich der Blick auf Gott verändert

Wie sich Kinder und Jugendliche Gott vorstellen und zu einem erwachsenen Gottesbild finden können, hat die Religionspädagogin und Gymnasiallehrerin Ibtissame Yasmine Maull (Stuttgart) in ihrer Promotion untersucht, die dieses Jahr als Buch erschienen ist.
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epd-Gespräch mit Judith Kubitscheck

epd: Sie haben die Gottesvorstellungen von evangelischen gymnasialen Sechstklässlern untersucht und sich vier Jahre später mit denselben Schülern nochmals getroffen. Was hat sich in deren Gottesbild verändert?

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Maull: Im Kindesalter werden Gott durchweg positive Eigenschaften zugeschrieben, Gott ist der Schöpfer und der Starke, der immer da ist. Bei den Zehntklässlern sind die Fragen und Zweifel mit Blick auf Gott größer geworden. Viele können am naiven Bild von Gott als Garant für Glück und Sicherheit nicht mehr festhalten, weil sie andere, leidvolle Erfahrungen gemacht haben. Im Unterricht werden sie mit naturwissenschaftlichen Weltentstehungstheorien konfrontiert, was bei vielen dafür sorgt, ihren Schöpfungsglauben abzuhaken, statt ihn mit den Theorien der Wissenschaft zu verbinden.

Wie können Lehrende die Schüler in ihrer religiösen Entwicklung begleiten?

Religionslehrer sollten auf die Fragen der Jugendlichen eingehen. Die Gottesvorstellungen sind dabei der Schatz, mit dem man arbeiten kann. Sie sollen mit der persönlichen Entwicklung mitwachsen und erwachsen werden. Sonst verkommen sie zu einem Artefakt aus der Kindheit. Hier hilft es auch, Fragen wie „Warum lässt Gott das zu?“ im Religionsunterricht zu behandeln und zu zeigen, wie Glaube weiterbestehen kann, auch wenn im Leben nicht alles gut verläuft. Oder auf das Verhältnis von Glauben und Naturwissenschaft einzugehen, beziehungsweise auf das Verständnis und die Auslegung von Bibelstellen.

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Warum ist es überhaupt wichtig, über Gottesvorstellungen zu reden und was sollte dabei beachtet werden?

Viele Schüler sind religiös gar nicht sprachfähig, weil sie nicht gewohnt sind, sich über Gott und den Glauben an ihn Gedanken zu machen und darüber zu reden. Dies ist eine wichtige Aufgabe des Religionsunterrichts und kann in einer Atmosphäre des Vertrauens und der Wertschätzung geübt werden. Lehrende sollten mit der Haltung in den Unterricht gehen, dass sie die Vorstellungen der Jugendlichen ernst nehmen und sie nachvollziehen wollen. Dann profitieren alle von den Gedanken und den Ansichten der anderen.

 


Buchtipp: Ibtissame Yasmine Maull, Gottesbilder und Gottesvorstellungen vom Kindes- zum Jugendalter. Eine qualitativ-empirische Längsschnittuntersuchung, Vandenhoeck & Ruprecht: Hier bestellen

Quelleepd

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