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Urlaubsziel Diktatur: Wenn außerhalb des Hotels die Menschenrechte nicht gelten

Wann wird’s mal wieder richtig Sommer? Während viele deutsche Touristen auf schöneres Wetter für den Urlaub in der Heimat warten, sind andere schon lange in den sonnigen Süden verreist. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Klaus Brähmig stellt Urlaubsziele in Ländern in Frage, die es mit den Menschenrechten nicht so genau nehmen.
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Reiseveranstalter fordert er dazu auf, im Katalog auch politische Angaben über die Länder zu machen. „Wir müssen uns fragen, ob es sinnvoll ist, in Länder zu reisen, die von einem diktatorischen Regime regiert werden“, sagte der CDU-Politiker im Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“. Brähmig plädiert dafür, in den Reisekatalogen freiwillig darauf hinzuweisen, wie es ein Land mit den Menschenrechten hält: „Von Boykottaufrufen dagegen halte ich nichts.“

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Ethische Verantwortung bei Wahl des Urlaubsortes

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Brähmig appelliert auch an die ethische Verantwortung der Deutschen bei der Wahl ihres Urlaubsortes: „Mit der Entscheidung, nach Tunesien zu reisen, geben sie Land und Leuten eine Perspektive.“ Der Christdemokrat verweist aber auch auf das korrupte System des ehemaligen tunesischen Präsidenten Ben Ali hin, der zur Erhaltung seines Regimes gezielt mit dem Tourismus geworben habe. Für ihn, der als Ostdeutscher eine Diktatur erlebt habe, sei es problematisch in einer „noblen Hotelanlage unter Palmen einen Cocktail zu trinken und draußen vor der Mauer leben die Menschen in Unfreiheit“.

Daniel Ottenberg, Leiter des Referats Menschenrechte bei „Open Doors“, hält die Vorschläge Brähmigs zwar für eine gute Idee, zweifelt aber an deren Umsetzung. „Zum einen ist es schwierig, eine realistische Einschätzung über die jeweilige Lage in den Ländern zu erhalten. Zum anderen ist es durchaus bekannt, wo Menschenrechte verletzt werden. Aber die Menschen reisen trotzdem in diese Länder.“ Von einem Boykott hält auch Ottenberg nichts: „Damit treffen Sie die einfachen Menschen und bedrohen sie in ihrer Existenz“, betont er gegenüber pro. Von daher könne man diese Forderung erheben, aber ob sich in der Praxis etwas ändere, sei fraglich.

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Nach „Welt“-Angaben geben die Deutschen dieses Jahr voraussichtlich mehr als 61 Milliarden Euro für ihren Auslandsurlaub aus. Trotzdem bleibt Deutschland für ein Großteil nach wie vor das beliebteste Reiseziel. Mit knapp 33 Prozent aller Urlaubsreisen liegt es für die Deutschen deutlich vor Spanien (13 Prozent) gefolgt von Italien (7,7 Prozent) und der Türkei (7,0 Prozent).

Klaus Brähmig (CDU) ist Vorsitzender des Bundestagsausschusses für Tourismus. Er ist seit 1990 Mitglied des Deutschen Bundestages und war lange Zeit tourismuspolitischer Sprecher seiner Fraktion. In Interviews betonte er, dass der Tourismus ein wichtiges Instrument der Außenpolitik sei.

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