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Weltverfolgungsindex 2020: Deutlich mehr Kirchen attackiert

Das christliche Hilfswerk Open Doors hat in seinem aktuellen Weltverfolgungsindex erneut die 50 Länder gelistet, in denen Christen am meisten verfolgt werden. 2019 standen demnach besonders viele Kirchen und kirchliche Einrichtungen im Fadenkreuz.
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Von Nathanael Ullmann

Gewalt gegen Christen und Kirchen hat dramatisch zugenommen. Das ist das Fazit des Weltverfolgungsindex von Open Doors. Die christliche Hilfsorganisation hat wie in den Jahren zuvor eine Rangliste der 50 Länder erstellt, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich auf den ersten zehn Plätzen wenig getan. Abermals führt Nordkorea die Negativ-Liste an. Afghanistan kommt auf Rang zwei. Den dritten Rang nimmt Somalia ein.

Lediglich Eritrea und der Sudan haben ihren Rang unter den ersten zehn Staaten getauscht. In Eritrea, beim Weltverfolgungsindex 2019 noch auf Rang sieben, hat sich die Lage verschlimmert. Das Regime soll im Mai 2019 hunderte Christen verhaften und im Juni 22 christlich geführte Kliniken beschlagnahmen beziehungsweise schließen lassen. Folglich steht das Land nun auf Rang sechs, der Sudan fällt von sechs auf sieben. Der Weltverfolgungsindex listet nach Angaben von Open Doors nicht sämtliche Länder, in denen Christen verfolgt werden. Zu den 50 aufgeführten kämen noch 23 weitere Staaten hinzu, in denen Christen mit einem hohen Maß von Verfolgung konfrontiert seien.

In den 50 genannten Ländern leben nach Informationen der Hilfsorganisation schätzungsweise 640 Millionen Christen. Etwa 260 Millionen von ihnen seien starker bis extremer Verfolgung ausgesetzt. Nordkorea führt den Index an. Hier sei alles Christliche verhasst, schreibt die Organisation in einer Mitteilung: „Unter dem heutigen Machthaber Kim Jong Un müssen zehntausende Christen in Straflagern schwerste Zwangsarbeit leisten sowie Folter erleiden“, heißt es dort.

Bekehrung ist tödlich

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In Afghanistan wiederum gebe es keine Kirchen im Land, alle einheimischen Christen seien muslimischer Herkunft. Weil der Abfall vom Islam dort als todeswürdiges Vergehen gelte, müssten die Christen dort äußerst vorsichtig sein, um nicht entdeckt und ermordet zu werden. In Somalia wiederum erklärten Al-Shabaab-Anführer und Imame öffentlich, dass es in dem Land keinen Platz für Christen und Kirchen gebe. Auch hier sei Heimlichkeit geboten.

Allgemein würden besonders christliche Leiter bedroht, verhaftet und ermordet. Man bemerke eine wachsende Feindseligkeit gegen Christen. Auf der Arbeit, in Bildungsstätten und bei Behörden erlebten sie „massive Schikane“. Zwischen dem 1. November 2018 und dem 31. Oktober 2019 zählte Open Doors nach eigenen Angaben 9.500 Kirchen, die attackiert, zerstört oder geschlossen wurden. Im Vorjahr waren es noch 1.850. Auch digitale Überwachung nutzten immer mehr Regimes, um das kirchliche Leben zu ersticken. In China beispielsweise würden Kameras und zunehmend biometrische Gesichtserkennung eingesetzt, schreibt die Organisation.

Asia Bibi ist gute Nachricht

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Islamistische Extremisten nennt Open Doors als weiteren Grund für Verfolgung, gerade in Afrika und Asien. Burkina Faso kommt auf Rang 28 und ist damit erstmals auf der Liste. Hier seien bei Überfällen auf Gottesdienste im vergangenen Jahr mindestens 50 Christen ermordet worden. Wegen der Unsicherheit und der Bedrohung schiitischer Milizen kehrten viele Christen außerdem nicht in den Irak und nach Syrien zurück. Die Zahl der Christen im Irak habe in nur einer Generation um 87 Prozent abgenommen. Nur eine Positivbotschaft hat die Organisation in diesem Jahr zu vermelden: Asia Bibi wurde 2019 freigesprochen. Acht Jahre lang hatte die Pakistanerin wegen Blasphemie in der Todeszelle gesessen.

„Die Religionsfreiheit weltweit nimmt ab. Am Beispiel von Asia Bibi wird deutlich, dass dagegen internationale Bemühungen viel bewirken können. Wenn Regierungen Christen das Recht verweigern, ihren Glauben zu leben, und sie stattdessen verfolgen, müssen wir uns zu ihrer Stimme machen“, sagt der Leiter von Open Doors Deutschland, Markus Rode. Das gelte auch für konvertierte Christen, denen die Ausweisung aus Deutschland drohe. Eine Abschiebung in Länder wie Iran und Afghanistan sei unverantwortlich.

In der Vergangenheit gab es kritische Stimmen hinsichtlich der Überprüfbarkeit der Zahlen, die Open Doors auflistet. Das Hilfswerk stellt hier die Methodik des Index dar.


Open Doors versteht sich laut Selbstbeschreibung als überkonfessionelles Hilfswerk, dass sich weltweit in Ländern mit eingeschränkter Religionsfreiheit für verfolgte Christen einsetzt. Man wolle „die Gemeinde Jesu inmitten von Verfolgung stärken, ihren Glauben zu leben, und sie darin unterstützen, Menschen zu Jüngern zu machen“, heißt es auf der Homepage des deutschen Zweigs des Hilfswerks.

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