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„Kein Kind ist unzumutbar“: Tausende Abtreibungsgegner demonstrieren in Berlin

Mehrere Tausend christliche Abtreibungsgegner und Lebensschützer haben am Samstag in Berlin gegen Abtreibung, pränatale Diagnostik und Sterbehilfe demonstriert. Unter dem Motto „Kein Kind ist unzumutbar“ forderten die Teilnehmer ein bedingungsloses Lebensrecht.

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Während die Polizei gegenüber dem Evangelischen Pressdienst von rund 4.500 Protestteilnehmern sprach, gab der Bundesverband Lebensrecht (BVL) als Veranstalter die Teilnehmerzahl mit 7.500 Menschen an – das wäre ein neuer Teilnehmerekord. „Rundfunk Berlin-Brandenburg“ (RBB) bezifferte die Polizeiangaben auf 6.000 Teilnehmer. Fest steht, dass insgesamt gut 1.300 Polizeibeamte die Veranstaltung sicherten.

Neben dem Berliner Erzbischof Heiner Koch nahmen vier weitere katholische Bischöfe an der Demonstration durch das Berliner Regierungsviertel teil. Der Bischof von Regensburg, Rudolf Voderholzer, sowie die Weihbischöfe Matthias Heinrich (Berlin), Dominikus Schwaderlapp (Köln) und Florian Wörner (Augsburg). In einem Grußwort betonte Koch, dass aus christlicher Sicht, Menschen ein Geschenk Gottes seien. „Deshalb lassen wir leben und helfen, dass jeder Mensch leben kann, gut leben kann, vom ersten Augenblick im Mutterschoß an bis zum letzten Atemzug“, so der Erzbischof.

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Mehrere Grußworte von Bischöfen

Während sich die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) vom „Marsch für das Leben“ distanziert hatte, schickten der württembergische Landesbischof Frank Otfried July (Stuttgart), sein sächsischer Kollege Carsten Rentzing (Dresden) und der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche, Hans-Jürgen Abromeit (Greifswald), Grußworte an die Teilnehmer.

Der Berliner Landesbischof Markus Dröge hatte im Vorfeld gegenüber dem RBB erklärt sich durchaus für den Schutz des ungeborenen Lebens zu engagieren. Die EKBO wolle das Recht der ungeborenen Kinder jedoch nicht gegen das Recht der Frauen ausspielen. Man teile, dass es wichtig sei, sich für den Schutz des Lebens einzusetzen, sagte er dem RBB. Man tue dies als evangelische Kirche in den Beratungsstellen. Dröge weiter: „Wir ermutigen Frauen, auch behindertes Leben zur Welt zu bringen. Aber die Position des Marsches für das Leben, dass hier generell gefordert wird z.B. Präimplantationsdiagnostik oder Pränataldiagnostik zu verbieten, halten wir nicht für hilfreich.“

Dagegen sagte Gerhard Steirer vom Bundesverband „Lebensrecht“gegenüber dem RBB, dass die Kirche „trotz aller theologischen Klimmzüge“ insgeheim wisse, dass sich der Verbleib im staatlichen Beratungssystem nicht mit dem fünften Gebot zusammenbringen lasse.

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„Ein Menschenleben ist ein in höchstem Maße schützenswertes Gut“

Mehrere Bundestagsabgeordnete schickten ebenfalls Grußworte, darunter Unions-Fraktionschef Volker Kauder und Volkmar Klein (beide CDU), seit 2004 Landesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU in NRW. Kauder sprach sich dafür aus, „den Lebensschutz für Ungeborene mit Behinderungen weiter voranzubringen“. Klein schrieb: „Unser Glaube sieht in jedem Menschen ein Ebenbild Gottes, ganz gleich, ob nun dieser Mensch jung oder alt, krank oder gesund ist. Ob ein Mensch geboren ist oder noch im Mutterleib, ob er sich seiner Umgebung mitteilen kann oder nicht, welch ethnischer, sozialer oder regionaler Herkunft er ist, all das spielt keine Rolle. Er ist ein Mensch mit der ihm von Anfang an von Gott gegebenen Würde. Ein Menschenleben ist ein in höchstem Maße schützenswertes Gut, niemals darf nach seinem „Zweck“ auch nur gefragt werden.“

Weitere Grußworte kamen vom Evangelisten und früheren Pro-Christ-Redner Ulrich Parzany, Jörg Dechert (Vorstandsvorsitzender ERF Medien), Prälat Peter Neher (Präsident des Deutschen Caritasverbandes) sowie von Ansgar Hörsting, dem Präses des Bundes Freier evangelischer Gemeinden (FeG).

An Gegenveranstaltungen den nahmen nach Polizeiangaben etwa 1.500 Menschen teil. Sie warfen den Abtreibungsgegnern und „selbst ernannten Lebensschützern“ religiösen Fundamentalismus vor. So forderte das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung „den uneingeschränkten Zugang zu einem legalen Schwangerschaftsabbruch“. Die Frauenrechtsorganisation „Terre des Femmes“ plädierte für „ein klares Zeichen für sexuelle Emanzipation und vielfältige Lebensformen“.

Homepage: „Marsch für das Leben“

(Quelle: Mit epd-Material)

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