Ökumenischer Kirchentag: Gemeinsames Abendmahl trotz Vatikan-Einspruch

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Ein Priester gibt einer Frau eine Hostie.
Abendmahl (© epd-bild / Jens Schulze)

Evangelische und katholische Christen sollen beim 3. Ökumenischen Kirchentag im nächsten Frühjahr trotz des Einspruchs durch den Vatikan gemeinsam Abendmahl feiern können.

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Das äußerten die Präsidenten des Ökumenischen Kirchentages, Bettina Limperg und Thomas Sternberg, in einem gemeinsamen Interview mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Wir freuen uns sehr darauf. Das ist ein großer Schritt in der praktischen, gelebten Ökumene und in der Sichtbarkeit unserer Gemeinsamkeiten“, sagte Limperg. Sie betonte außerdem, dass es sich bei der Kirchentags-Initiative um eine Laienbewegung und nicht um „die“ Kirche handle. Bei diesem Thema solle die Gewissensentscheidung des einzelnen Christen im Fokus stehen.

Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, fügte hinzu, er werde sich bei der Gewissensentscheidung nicht auf das theologische Papier „Gemeinsam am Tisch des Herrn“ berufen, welches zuletzt vom Vatikan kritisiert worden war. Was dort diskutiert würde, seine keine Kleinigkeit, aber jeden Sonntag stünden Tausende konfessionsgemischte Familien vor der Entscheidung, welchen Gottesdienst sie besuchen würden. „Denen ist nur sehr schwer verständlich zu machen, wie die Feinheiten katholischen und evangelischen Amtsverständnisses aussehen“, sagte Sternberg.

In dem Positionspapier hatte sich der Ökumenische Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologen (ÖAK) dafür ausgesprochen, wechselseitig am Abendmahl teilnehmen zu können. Der Vatikan bemängelte an dem Votum daraufhin unter anderem die nicht ausreichende Klärung des „katholischen Grundverständnisses von Kirche, Eucharistie und Weiheamt“.

18 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Eigentlich geht der Unterschied der Tragweite der Lehre noch über das Verständnis der angesprochenen Dinge hinaus. Dies betrifft aber nicht nur Katholisch zu Evangelisch, sondern auch Zwiespälte zwischen oder innerhalb evangelikaler Gemeinden.

    • Naja, aus der katholischen Sicht gibt es nur die eine katholische Kirche, auf Petrus aufgebaut. Alle anderen sind abgefallen und gehören per se nicht zur Gemeinde Gottes, da sie nicht katholisch sind, auch wenn man ein Jünger Jesus ist.
      Innerhalb der evangelikalen Welt kann ich solche Sichtweisen nicht beobachten. Da geht es mehr um die richtige Lehre, und nicht welcher Gemeinde man angehört, auch wenn sich manche sehr exklusiv darstellen.

      • „Das Haupt dieses Leibes ist Christus“ (Lumen gentium 7), nicht Petrus. Kirche ist auch das neue Volk Gottes, und zu ihm gehören alle Getauften: „Zu dieser katholischen Einheit des Gottesvolkes, die den allumfassenden Frieden bezeichnet und fördert, sind alle Menschen berufen. Auf verschiedene Weise gehören ihr zu oder sind ihr zugeordnet die katholischen Gläubigen, die anderen an Christus Glaubenden und schließlich alle Menschen überhaupt, die durch die Gnade Gottes zum Heile berufen sind.“ (Lumen gentium 13) Den früheren konfessionellen Allein-Seligmachungs-Anspruch der röm.(!) Kirche finde ich in den Konzilstexten nicht mehr. Und nicht vergessen: Die „kath.“ Kirche ist nicht nur römisch, sondern kennt ja auch die alt-orientalischen Riten (mit ihrem eigenen Kirchenrecht, z.B. der Thomas-Christen in Kerala/Indien), und zu fragen wäre heute: Warum eigentlich nicht auch neue, „freikirchliche“ Riten mit ihrer synodalen Verfassung? Einen „Gottesdienst im freikirchl. Ritus“ hat z.B. die Zeitfenster-Gemeinde Aachen auf dem Münsteraner Katholikentag vorgestellt … ganz ohne geweihte Häupter in Leitung und Predigt. Also es hat noch ganz viel „Luft nach oben“ in der weltweiten Kirche Gottes!

        • Verbreiten Sie keine Lügen – der alleinseeligmachungs anspruch wurde nie aufgegeben nur weil er nicht explizit erwähnt worden ist. Niemand kann die Dogmen und Lehrentscheide der vorangegangenen Päpste aufheben. Und das ist genau das was hier bezweckt wird – es kein keine Ökumene geben mit Organisationen die z.B eine Homo-Ehe akzeptieren weshalba uch die Orthodoxe Kirche die Ökumene mit der EKD für beendet erklärt hat.

        • Der einzige der hir Irrlehren verbreitet sind Sie. Es ist ein biblischer Fakt und somit ein zutiefst christlicher Fakt das Transsubstanciation existiert, den Jesus Christus selbst hat zum erstenmal die Heilige Eucharistie höchstpersönlich eingesetzt, mit den von Ihm gesprochenen Worten. „Das ist mein Leib (Fleisch) und das ist mein Blut, tut dies zu meinem Gedächtnis“ und wer bin ich als Mensch und als Geschöpf Gottes, denn Worten Jesu Christi der nicht nur Mensch sondern auch Gott ist zu widersprechen oder diese Worte nicht zu glauben und wer sind Sie, um sich gegen die Worte Gottes aufzulehnen und sie für ein Märchen von 1215 zu erklären. Somit ist die Heilige Eucharistie sehrwohl biblisch als auch zutiefst christlich. Ich behaupte aber das ihre Ansichten in keinster Weise biblisch oder christlich sind.

  2. Das kath. Eucharistie – Verständnis, dass in jeder Messe das Opfer auf Golgatha unblutig gegenwärtig werde, muss als Irrlehre bezeichnet werden, die dem was in der Bibel steht – in Hebräer 10,18 (Hebr.10,18: „Wo also die Sünden vergeben sind, da gibt es kein Opfer für die Sünden mehr.”) ganz klar widerspricht! Dieses Verständnis von Eucharistie wurde erst vor 920 Jahren, Anno Domini 1100 in die Kirche eingeführt! Und damit erst 1067 Jahre nach Jesus! Die kath. Eucharistie-Vorstellung ist daher weder biblisch noch christlich und muss aus dem Lehrgebäude der RKK gestrichen werden! Samt der Lehre der TRANSSUBSTANTIATION, die es auch erst seit 1215 gibt!

    • Moment! Die Eucharistiefeier ist nicht auf Golgatha beschränkt, sondern feiert auch die österliche Auferstehung, das gehört untrennbar zusammen („Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit!“) und Irrlehre ist eine „Wiederholung“ des Kreuzesopfers Jesu. Dass Jesus auch heute noch gegenwärtig ist, hat er selbst versprochen (Mt. 18, 20), und dafür braucht es noch nicht einmal die kirchl. Ämter-Struktur und liturgischen Abläufe aller Kirchen. Wenn er bei unseren Feiern nicht gegenwärtig sein wollte, was nützen dann noch Erinnerungs-Symbole? (In meinem Strandsouvenier an einen unvergesslichen Familienurlaub in Gestalt der Rausche-Muschel würde dann ja fast mehr Transzendenz für uns und unsere Kinder enthalten sein, als in den Zeichen und Handlungen, die Jesus selbst vollzogen hat…

  3. Entscheident allein ist: Wer von Herzen sagt, dass Er oder Sie CHRISTUS vertrauen und auf SEINE Stimme hören will, der ist unser BRUDER bzw. SCHWESTER !!!
    Alle anderen Kriterien, wie Konfessions- und Dogma-Gewürge müssen endlich aufhören. Denn diese bewirken nur Spaltungen überall, in jedem Wohnort, in jedem Land > das ist eine große Schuld und Schande vor unsrem HERRN … das muss endlich aufhören. Wer sagt er liebt GOTT und liebt seinen BRUDER nicht, der ist ein Lügner (1.Joh.4,20). Wenn wir nicht endlich Alles tun, damit gelebte Einheit (die natürlich nur durch ständige Vergebungsbereitschaft möglich ist) pro Wohnort entsteht (extra Thema, was die Details angeht) werden wir nicht nur vom Islam überrannt, sondern werden Druck und Verfolgung erfahren müssen, damit wir endlich aufwachen !!! CHRISTUS wecke uns auf !!!

  4. Es gibt solange kein gemeinsames Abendmahl, so evangelische und andere Christen, nicht nach katholischem Verständnis in der Hostie die Verwandlung in Leib und Blut anerkennen. Ansonsten verrät die katholische Kirche ihr Geheimnis, welches in vielen Hostienwundern in der Realität Bestätigung fand. Ich habe selbst erlebt , dass bei gemeinsamen Gottesdiensten, Hostien in den Händen empfangen, und letztlich in der Kirchenbank achtlos liegengelassen wurden. Der Herr Pfarrer musste danach traurig gefasst diese in Wasser auflösen lassen. Wenn alle Christen vereint sein wollen, so sollte dieses Geheimnis der Verwandlung nicht entwürdigt werden, sondern in der Eucharistie weitergeführt werden. Über den Gottesdienstverlauf kann man sich ja noch eher einigen.

  5. „Ökumene unter dem Deckmantel der Lüge“

    Diese vorangetriebene Ökumene unter dem Deckmantel der Lüge ist einfach nur noch abscheulich. Ich komme selbst aus einer Familie die verschiedenen Konfessionen angehört. Zwei Menschen besuchen die heilige Messe und Zwei Menschen besuchen den evangelischen Gottesdienst. Wenn diese Trennung also ein so großes Problem darstellen würde – wären die Mitglieder meiner Familie bereit in die jeweils andere Kirche zu konvertieren – aber das wollen Sie keinesfalls. Das einzige was festzustellen ist das die evangelischen Mitglieder meiner Familie nicht mehr in die evangelische Kirche wollen aufgrund des dort herschenden Glaubensabfalls und der immer größeren Missachtung der Gebote Gottes.

    So haben sie begonnen den Rosenkrnaz zu beten. Hier soll dem Egoismus unter Aufgabe der Wahrheit der Weg bereitet werden von Menschen die zwar alles haben wollen aber nicht bereit sind auch die Opfer in Kauf zu nehmen. Da hilft auch nicht die Erpressung durch sogenannte „Katholiken“ die sich auf Ihr Gewissen berufen – denn ein Gewissen muß auch geschult werden – viele Menschen haben kein Problem damit einen anderen zu ermorden oder die schlimmsten Verbrechen zu begehen.

    Die einzige Ökumene die SInn macht und auch Gott gewollt ist – ist die Ökumene gegen der Christen gegenüber der Sünde. Aber gerade diese Ökumene wird von den „Ökumene Erzwingern“ nicht gewünscht – sie wünschen sich eine Kirche ohne Gebote welche sich dem Staat und seinem Zeitgeist unterordnet.

    http://www.kath-zdw.ch

    • Sehr geehrter Herr Müller,
      es macht mich traurig und irritiert mich, dass Sie uns Ihren lieblosen (und allzu selbstgewissen) Ton (und Inhalt) als christlich vermitteln wollen. Wahrheit ohne Liebe kann nie beanspruchen, christlich zu sein.

  6. Jeder Katholik der zu diesem Kirchentag geht und dann auch noch, dieses sogenannte Abendmahl empfängt, excommuniziert sich praktisch selber. Denn entweder glaubst du an die eine Heilige Katholische und Apostolische Kirche und an das Heilige Messopfer, die Eucharistie und an die Gegenwart Jesu Christi in der Eucharistie, oder du glaubst es nicht. Wenn du es aber nicht glaubst dann hast du dich selber aus der Heiligen Katholischen Kirche ausgeschlossen und somit excommuniziert.

  7. Ein großer Unterschied: Abendmahl und Eucharistie.Leider verstehen sehr viele (auch Christen) diesen Unterschied nicht, weil das Glaubenswissen immer mehr schwindet. Eucharstie feiern heißt: Deinen Tod o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir… Abendmahl ist eine reine Erinnerung an das letzte Abendmahl. Bedauerlicherweis stellt man „den Vatikan“ immer als Despot „von oben nach unten“ dar. Hier geht es aber um theologische Unterschiede!

  8. Es ist schade, dass die überwiegende Mehrheit der Kommentatoren ihr Wissen offenbar nur aus den Ammenmärchen bezieht, welche den römisch-katholischen Christen schon zur Zeit Luthers erzählt wurden um die „Protestanten“ zu diskreditieren.

    Hier nur ein paar Beispiele:
    Luther war kein Separatist. Er wurde von der rkK verstoßen, weil er sie aufforderte, sich ihrer biblischen Wurzeln zu besinnen. Leider hat die römische Kirche bis heute nicht aufgegeben, fremde Religionen und heidnische Bräuche zu assimilieren und setzt diese teilweise über das Wort Gottes.

    Die RKK war auch niemals die „Weltkirche“. Sie selbst war es, die sich von der viel älteren Ostkirche abspaltete, um sie dann später gnädig als „gleichrangig“ in die Gemeinschaft der Gläubigen wieder aufzunehmen. Dazu schreckte sie auch vor Betrug und Urkundenfälschung nicht zurück: So gibt es beispielsweise keinen einzigen Beleg dafür, dass Petrus „Bischof von Rom“ war. „Stellvertreter Christi“ war er schon gar nicht, da Jesus selbst erklärte, „..alle Tage bis ans Ende der Welt…“ bei uns zu sein. Ein König, der immer anwesend ist braucht keinen Stellvertreter.

    Luther teilte das katholische Eucharistieverständnis der Transsubstaion. Bis heute ist dies ein offizieller Teil der lutherischen Gottesdienstordnung, auch wenn sie aus biblischer Sicht keineswegs haltbar ist. Was er jedoch ablehnte ist der heidnische Aberglaube, der sich beispielsweise in den so genannten „Hostienwundern“ widerspiegelt. Wir sind die Gemeinde des auferstandenen Herrn Jesus Christus. Nicht die der geweihten Hostie. Auch die kultische Verehrung von Gegenständen und Leichen(-teilen) ist nichts weiter als Götzendienst!

    Es ist die römische Kirche, die sich auf die gläubigen Christen weltweit zu bewegen muss. Da helfen keine fandenscheinigen Ausreden und keine noch so „glänzend“ konstruierten Gegenargumente! Werdet endlich wieder ein Teil des Leibes Christi! Sämtliche Türen stehen euch offen!

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