Thorsten Schmidt gibt Anregungen, wie Eltern ihren Kindern die Bibel lieb machen können. Auf zu spannenden Abenteuern!
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Von Thorsten Schmidt

Die meisten Eltern haben zwei Wünsche für ihre Kinder: Selbstständigkeit und Entscheidungsfähigkeit. Kein großes Geheimnis ist, dass Christen dabei besonders auf die Glaubensentscheidung der eigenen Kinder hoffen. Doch da es um eine persönliche Entscheidung geht, gibt es kein hundertprozentiges „Erfolgsrezept“. Aber es gibt ein paar Faktoren, die dabei helfen, dass Kinder sich positiv mit dem Glauben auseinandersetzen. Die Eltern spielen in der Glaubensvermittlung die Hauptrolle, weil sie Beziehung zu den Kindern leben, die meiste Zeit mit ihnen verbringen und ihnen im Alltag angesehen wird, ob sie das tun, was sie sagen. Studien haben gezeigt, dass die ersten sieben Lebensjahre dabei sehr wichtig sind. Hier können Kinder den Anker entdecken, der ihr ganzes Leben hält.

Rituale schaffen

Ein wichtiger Baustein zur Glaubensvermittlung ist die Bibel. Gott sagt darüber in Jesaja 55,11: „Genauso ist es mit dem Wort, das ich spreche: Es kehrt nicht unverrichteter Dinge zu mir zurück, sondern bewirkt, was ich will, und führt aus, was ich ihm auftrage.“
Damit Kinder später selbst die Bibel in die Hand nehmen, brauchen sie zunächst eine Anleitung. Je kleiner desto mehr, je größer desto weniger. Also einen vertrauten Rahmen, möglichst feste Rituale und die Möglichkeit, die eigenen Unsicherheiten abzulegen. Ein gutes Ritual ist es zum Beispiel, jeden Abend vor dem Schlafengehen in der Bibel zu lesen. Oder es gibt einmal in der Woche ein ausgedehntes Abendessen oder Frühstück mit allen Familienangehörigen, bei dem gemeinsam in der Bibel gelesen wird.

„Wenn wir Kindern ständig Meinungen vorkauen, entsteht kein eigenständiger Glaube.“

Eigene Ideen zulassen

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In jedem Fall ist es optimal, wenn die Kinder selbst aktiv werden und eigene Fragen und Meinungen formulieren können. Denn wenn wir Kindern ständig Meinungen vorkauen, entsteht kein eigenständiger Glaube. Wir können Gottes Zusage vertrauen, dass er durch sein lebendiges Wort zu uns spricht. Die Entdeckungen, die Kinder über Gott und den Glauben machen, können uns manchmal die Augen öffnen oder auch ganz falsch sein. Im ersten Fall dürfen wir das Geschenk annehmen. Im zweiten Fall empfehle ich den Ansatz der alternativen Meinung: „Das entdecke ich hier …“ Oder: „Für mich bedeutet der Text …“ Damit wird das Kind in seiner Meinung nicht komplett verneint.

Ein Kind, das in der eigenen Entwicklung des Glaubens zu sehr in ein Korsett gezwängt wird, erlebt den Glauben genau als das. Gott ist größer und vielfältiger, als wir es je in Worte fassen können. Wenn die Aussage eines Kindes nicht grundsätzlich der Bibel widerspricht, würde ich mittlerweile nur selten intervenieren.

Bibellesen ist keine Lektüre eines beliebigen Buches, sondern schafft viele Hürden. Der Aufbau des Buches, die Kapitel- und Versangaben erschweren den Zugang. Zudem berichtet es aus einer anderen Zeit in anderen Ländern. Durch die Hilfe des Heiligen Geistes öffnet Gott sein Wort. Bibellesen und die Bitte um Gottes Unterstützung gehen darum Hand in Hand. Altersgerechtes Material, mediale Zugänge und spielerische Formen helfen, das Entdecken und die Freude an der Bibel zu fördern.

Mehr dazu beim Bibellesebund.


Dieser Artikel ist zuerst in der Zeitschrift Family erschienen, die wie Jesus.de zum SCM Bundes-Verlag gehört.

 

 

 

 

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