Die Hilfsorganisation Sea-Watch hat mit dem Einsatz eines Flugzeugs nach eigenen Angaben die Rettung von mehreren Hundert Flüchtlingen auf Booten im Mittelmeer ermöglicht.
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„Wir konnten der Rettungsleitstelle in Italien inzwischen mehr als zehn Boote melden. Dadurch konnten wir verhindern, dass die Flüchtlinge ertrinken“, sagte Projektkoordinator Ruben Neugebauer dem Evangelischen Pressedienst (epd). Seit Karfreitag setzt die Organisation gemeinsam mit der Humanitarian Pilots Initiative erstmals ein Flugzeug ein, um vor der Küste Libyens Flüchtlingsboote zu suchen.

„Mit dem Flugzeug können wir einen erheblich größeren Bereich überwachen als mit Booten“, erläuterte Neugebauer, der selbst als Co-Pilot bei Flügen an Bord ist. Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) unterstützt den Einsatz mit 100.000 Euro.

Sea-Watch habe den einmotorigen Viersitzer „Moonbird“ zunächst gechartert. „Wir wollten erst ausprobieren, wie gut wir die Maschine einsetzen können“, sagte Neugebauer. „Alles läuft optimal, wir werden das Flugzeug nun im Juni kaufen.“

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Bereits im vergangenen Jahr habe Sea-Watch eine Luftüberwachung mit einem Ultraleichtflugzeug von Tunesien aus organisieren wollen. „Aber wir haben von dem Land keine Fluggenehmigung bekommen“, berichtete Neugebauer. Die „Moonbird“ sei nun auf Malta stationiert. In den vergangenen Tagen sei die Maschine wegen schlechten Wetters nicht zum Einsatz gekommen, „aber wir können jederzeit wieder starten“. Indem die Organisation die Flüchtlingsboote melde, wolle sie auch die Politik der Europäischen Union beeinflussen: „Wir wollen Druck auf die EU machen, damit sie mehr Rettungsboote einsetzt.“

Sea-Watch ist eine gemeinnützige Initiative mit Sitz in Deutschland, die sich der zivilen Seenotrettung von Flüchtenden verschrieben hat. Die Organisation entstand Ende 2014 aus einer Freiwilligen-Initiative und wird durch private Spenden finanziert. Aktuell setze sie neben dem Flugzeug ein Schiff zur Flüchtlingsrettung im Mittelmeer ein, ein weiteres Schiff werde gerade für den Einsatz umgebaut, sagte Neugebauer. Im vergangenen Jahr war Sea-Watch eigenen Angaben zufolge an der Rettung von mehr als 20.000 Flüchtlingen im Mittelmeer beteiligt, in diesem Jahr bislang an der Rettung von 2.500 Menschen.

4 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Könnte mal bitte einer diesen Schleppern von Seawatch das Handwerk legen. Und die EKD unterstützt diesen Wahnsinn noch , UNGLAUBLICH !

    • Dass Du diese Leute als Schlepper bezeichnest, ist auch ziemlich UNGLAUBLICH! Evtl. wagen Flüchtlinge wegen solcher Hilfsangebote eher den Weg übers Meer, aber ich glaube, dass sie es auch ohne versuchen würden, weil sie so verzweifelt sind. Vielleicht werden Dich mal Deine Enkel fragen, wie Du eigentlich damals gemacht hast, als so viele Leute auf ihrer Flucht ertrunken sind? Ich wünsche mir auch sehr, dass die Fluchtursachen behoben werden, aber solange es auf dieser Welt so ungerecht zugeht, werden Menschen flüchten – und wer bin ich, sie dafür zu verurteilen?

      • Natürlich sind diese Leute Schlepper und Fluchthelfer – was sonst? Wenn die illegal nach Europa drängenden Araber und Afrikaner nicht genau wüßten, daß nur wenige Meilen vor der Küste Marine und „private“ Schiffe regelrecht Streife fahren um sie aufzufischen, würden sie in ihrer Heimat bleiben!

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