Gibt es für christliche Singles mehr als ein „Nein“ zum Geschlechtsverkehr? Tina Tschage wünscht sich unter Christen eine offene Diskussion über Körperlichkeit –  auch über das Thema Selbstbefriedigung.
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Von Tina Tschage

„Sex gehört in die Ehe.“ Diese Antwort von – meist verheirateten – Personen in geistlicher Verantwortung bekomme ich oft auf meine Frage als Single, wie ich denn mit meiner Lust auf Sex umgehen kann. Ich bin überzeugt: Diese Antwort fußt vor allem in dem Denken, Sex als Kurzform von Sexualität sei allein das, was zwischen Mann und Frau im Bett passiert – Geschlechtsverkehr. Dabei ist Sexualität so viel mehr. Und gerade uns Singles würde es helfen, wenn wir anfingen, viel mehr von der „Langversion“ zu sprechen. Ja, ich als Single-Frau Mitte 30 verzichte bewusst auf Geschlechtsverkehr. Denn dieser intime und liebevolle Akt gehört für mich tatsächlich in eine tief verbundene Beziehung und nicht in eine einzige Nacht mit einem Objekt meiner Begierde. Aber muss ich deshalb auf jede Form von Sexualität verzichten, wie es die meisten Singles tapfer oder krampfhaft versuchen (und es klappt oft überhaupt nicht …)?

Sich selbst lieben

Die aktuelle Single-Studie des Intituts empirica hat offenbart: Bei vielen christlichen Singles stimmen beim Thema Sexualität Einstellungen und Praxis nicht überein, was zu niedriger Zufriedenheit führt – fast zwei Drittel der Befragten sind unzufrieden mit ihrer Sexualität. Obwohl die meisten behaupten, es sei angebracht, mit Sex bis zur Ehe zu warten, haben die allermeisten schon vorher Geschlechtsverkehr, und zwar mit mehreren Partnern. Und: Je unzufriedener Singles mit ihrer Sexualität sind, desto größer ist der Wunsch nach einem Partner.

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Das sagt mir: Wir Singles könnten viel zufriedener mit unserem Leben und deutlich entspannter in der Partnersuche sein, fänden wir eine gute Art, unsere Sexualität zu leben. Dafür aber müssen wir die vielen Facetten von Sexualität entdecken – denn Geschlechtsverkehr ist vielleicht der Höhepunkt aller Sexualität, aber eben doch nur ein Teil. Zu meiner Sexualität als Frau gehört auch, wenn ich meine besten Freundinnen kräftig knuddle. Wenn ich mich schick mache und liebevoll meine Weiblichkeit in Szene setze. Wenn ich mich beim Sport verausgabe. Wenn ich meiner Lust nachgehe und mich selbst berühre. Selbstliebe ist ein wichtiges Thema – nicht nur für Singles, aber besonders für uns: Das kann genitale, erotische Selbstliebe sein; genauso wichtig ist aber auch das schlichte „Sich-Selbst-Lieben“ – an Körper, Seele und Geist. Diese drei gehören zusammen.

Wer keinen Sinn für sich selbst und für seinen eigenen Körper hat – und das ist meiner Erfahrung nach die Mehrheit der Christen (das betrifft nicht nur Singles!) – der wird mit seinem Lebensstand, mit seinem Leben überhaupt, nie versöhnt und glücklich sein können. Mir sind so viele Frauen begegnet, die sich zum Beispiel nicht einmal am ganzen Körper eincremen. Viele finden sich selbst insgesamt eher hässlich und ihren Körper widerlich. Das Buch Schön ohne Aber zeugt von diesem Drama bei Frauen und Männern. Wer lange Single ist und durch eine – auch erotische – Beziehung nie herausgefordert wird, seine eigene Körperlichkeit zu entdecken, dem fehlt etwas Wesentliches im Leben. Ich bin ein großer Fan der schweizerischen Sexualtherapeutin Veronika Schmidt. Ihre Aufklärungsbücher für Erwachsene und ihre Blogs, in denen sie Antworten auf Leserfragen gibt, begeistern mich. Veronika wirbt dafür, den eigenen Körper zum Freund zu gewinnen: „Selbstbefriedigung ist Teil der Beziehung zu sich selbst und hat zunächst einmal nur mit mir selbst und nicht mit einer Paarbeziehung zu tun. Es ist schlicht und einfach die Hinführung auf eine zukünftige sexuelle Partnerschaft.“

Positiv Raum schaffen

Fakt ist: Wir Singles klammern unsere Sexualität oftmals aufgrund des zitierten Eingangs-Statements formal und komplett aus – und verlagern sie dann in die Heimlichkeit unseres Lebens oder machen eben, was wir wollen – fernab dessen, was sogar wir selbst als eigentlich gute christliche Norm leben wollen (das bestätigt die oben genannte Single-Studie). Ich bin überzeugt, dass Pornografiesucht und verdeckte Bett-Geschichten bei Männern wie Frauen hier ihren Ursprung haben: weil wir nicht über unsere Sexualität sprechen, mit niemandem. Es fehlen die geschützten Orte dafür – und die Gesprächspartner.

In den meisten christlichen Gemeinden wird uns Singles erzählt, was wir alles nicht dürfen – Geschlechtsverkehr eingeschlossen. Was wir dürfen und wie wir mit unserer Lust umgehen können, dazu finden sich selten hilfreiche Tipps. Von Vorbildern ganz zu schweigen. Wie in eigentlich allen Lebens- und Glaubensthemen wünsche ich mir auch in der Sexualität, dass niemand allein unterwegs sein muss. Ich merke, wie groß die Offenheit und auch der Mut sind, über diese Fragen, Ängste und Herausforderungen zu sprechen, wenn wir wissen: Hier darf ich – und hier werde ich nicht bewertet oder verurteilt oder mit einfachen Verboten abgespeist.

Am ehesten entstehen solche Gespräche dort, wo ich mich zu Hause fühle. Und das ist für viele Christen das Gemeindeumfeld. In diesem Sinne hoffe ich sehr, dass die Single-Studie uns Singles auf den Weg bringt zu uns selbst, damit wir unsere Sexualität annehmen und leben – und zwar so, wie es zu jeder und jedem von uns passt – auch im Frieden mit unserem Gott. Und ich hoffe auch, dass in Gemeinde offener und ehrlicher im angemessenen Rahmen und von guten Vorbildern über Single-Sex gesprochen wird. Dadurch, dass die meisten Pastoren seit ihren 20er Jahren verheiratet sind und meist nur aus der Theorie zu Singles sprechen können, brauchen wir Singles – oder mindestens Personen, die sehr lange Single waren –, die ihr Herz und ihren Erfahrungsschatz öffnen und andere ermutigen, sich auf den Weg zu ihrer Sexualität zu machen. Es gibt auch für Singles so viel zu entdecken! Und das wird unserer Lebendigkeit dienen.

Tina Tschage arbeitet als Coach, Rednerin und Autorin. Sie lebt als Single in einer christlichen Lebensgemeinschaft.


Aufatmen Cover 2_20Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe 2/20 der Zeitschrift AUFATMEN (2/20) erschienen.

 

 

24 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Hurra, endlich jemand, der versteht, das Sexualität nicht nur zum Kinder zeugen da ist..

    Denn es steht nirgendwo in der Bibel, dass man nicht mit sich selbst „Spaß“ haben darf.
    Gott hat auch den Solosex erfunden.

  2. Entschuldigt, aber viel dümmer kann wohl noch kaum jemand argumentieren, wenn es darum geht, „sich selbst zu lieben“. Das hat ja wohl niemals etwas mit Sex zu tun. Da gibt es lt. Bibel wesentlich Wichtigeres, als Triebbefriedigung. Bei der Autorin scheint Gender eine Lebensgrundlage zu sein.

    • Der Begriff “ Dümmer“ ist eine Beleidigung und sagt mehr über Sie selbst aus als über den wunderbar offenen und hilfreichen Artikel. Wie verroht muss man eigentlich sein um auf solche Offenheit so zu reagieren? Oder sind Sie vielleicht so betroffen, verletzt?

  3. Sex auch als Single sollte nie verpönt werden, sondern offen darüber geredet werden so wohl mit Jesus als auch mit jemanden zu dem du vertrauen hast.
    Nie alles verstecken oder verheimlichen, das macht deine Seele defekt. Gefühle sind nun mal dam also lass es ruhig unter deiner Bettdecke zu, aber nie bei anderen Menschen. Auvh rege sie nicht an, dich zu verführen. Sondern zeige dich so normal wie möglich.
    Sex ist Normal von Gott gewollt, um dich zu krönen, aber nicht um dich kaputt zu machen…
    Michael Agotz

  4. „Single-Sex“ halte ich für einen Widerspruch in sich. Zum Sex gehören zwei. Nur, weil ich verheiratet bin, heißt das aber nicht, dass ich nicht weiß, wovon Frau Tschange spricht. Es geht um den völlig menschlichen und nachvollziehbaren Wunsch, der Lust nachzugeben, wenn sie über einen herfällt. Ist ja auch ganz einfach, sich in seinem Single-Dasein selbst zu befriedigen, wenn man annehmen kann, dass Gott kein Problem damit hat. Wenn ich meiner Begierde aber nachgebe, dann werde ich schuldig. Das sage nicht ich oder irgendwelche fundamentalistischen Gemeinden, das sagt Gott. ER hat den Maßstab gesetzt und er entscheidet, was Sünde ist. Und Selbstbefriedigung gehört nunmal laut Jakobus 1 12-15 dazu. Es fällt in den Bereich der Unzucht.
    Der Mensch hat sich selbst nicht in Griff, weder die Zunge, noch die Hände und die Geschlechtsteile schonmal gar nicht. Nur weil keiner dagegen ankommt, ist es aber noch lange nicht OK. Der Satz „Sex gehört in die Ehe.“ wird doch nicht falsch, nur weil er von Verheirateten gesagt wird. (Ich verstehe schon: Verheiratete haben ja leicht reden, sie können ihre Begierden ausleben! Aber gerade SIE müssen sie im Zaum halten, nicht nur, weil man sich Gott, sondern auch dem Partner gegenüber schuldig macht, wenn man seine Triebe nicht in Griff hat)
    Wenn man sich selbst befriedigt, dann ist das ein Einfallstor für viele, viele weitere Sünden, die uns von Gott wegbringen und uns langfristig selbst schaden. Man tut etwas,was Gott nicht vorgesehen hat. Es vergiftet die Beziehung zu ihm und man zerstört dabei die unbefleckte Basis, mit der sich frisch Verheiratete begegnen könnten. Es ist nicht zu ermessen, um was für einen Reichtum man sich bringt.
    Versteht mich bitte nicht falsch: Ich bin der letzte, der hier sagen kann: „Enthalte dich!“ Ich habe ein Problem mit Pornographie aber meine Frau weiß das. Ich kämpfe dagegen und es gibt die Tage, da falle ich. Aber ich wasche meine Hände deswegen nicht in Unschuld, indem ich erkläre, dass dies keine Sünde sei!
    Selbstbefriedigung als einen ganz normalen Teil des „sich selbst kennenllernens“ zu beschreiben, ist eine Irrlehre, mit der Gott ganz sicher ein Problem hat!
    Geht es denn im Leben nicht darum, zufrieden, oder mit sich selbst im Einklang oder in Versöhnung zu sein? Diese Bibelstelle müsste mir Frau Tschange mal zeigen, wo das steht. Ihr ganzer Artikel ist mit keiner einzigen Bibelstelle untermauert, obwohl das doch ihr Fundament ist, nachdem sich ihr Leben, Handeln und Denken ausrichtet!?
    Wir leben auf dieser Welt, um mit Gott in Einklang zu kommen und wenn wir das geschafft haben, dann ist es unsere Berufung, andere dazu zu bringen, ihr Verhältnis mit dem Schöpfer zu überdenken. Und da hilft es uns überhaupt nicht, wenn wir unsere kostbare Zeit damit vergeuden, an uns selbst rumzuspielen. FAKT!
    Was sollte man also Singles wie Frau Tschange raten? Lerne, die Begierden auf Sex zu kontrollieren! Ihnen nachzugeben, bedeutet, eine Sünde zu begehen. Das ist dein Kampf, den du als Single zu kämpfen hast. Du kämpfst dafür andere Kämpfe nicht. (Thema Partner, Thema Kinder, Thema gemeinsamer Haushalt, eca…) Und wenn du es nicht schaffst, dann bekenne deine Schuld im Gebet und sei dir sicher, dass Gott treu und gerecht ist und er dir vergibt; du verlierst deswegen dein Heil nicht!. Und dann versuch es weiter. Aber nimm bitte nicht an, Selbstbefriedigung sei OK, denn das ist sie nicht! Solche Annahmen zerstören unser Unrechtsbewusstsein dem Herrn gegenüber. Und das ist eine viel schlimmere Sache als die Selbstbefriedigung an sich, weil sie auch andere Leben auf Abwege bringt.

    • O,Gott ! was hälst du davon , das unser Gott vielleicht selbst so souverän ist , all das in das Meer seiner Barmherzigkeit einzubetten . Ich kann mir unseren Vater der all das in Liebe erschaffen hat nicht so verkrampft vorstellen , wie du ihn gerne
      durch deine Standpunkte die du vertrittst hättest . Die Kirchen haben selbst Schuld , dass die jungen Menschen auswandern.
      Die Missbrauchsstudie hat es ans Licht gebracht . Wir mit brauchen eine ganz neue liebevolle Kultur im Umgang mit diesem
      himmlischen Geschenk Sexualität .
      Diakon i.R. Peter Schmitz

      • Ganz meine Meinung! Und wie schön, dass endlich Gesprächsbewegung in das Thema kommt, ich warte schon seit Jahrzehnten darauf. Danke für den genialen Artikel, der Luft zum Atmen gibt. Ich finde es befremdlich, wenn aus Jak 1, 12 bis 15 lediglich diese Deutung auf die Sexualität herausgelesen wird, als ob wir nicht auch zu ganz anderen Sünden versucht werden! Wie das schon Jahrhunderte stattfindet, dass Sexualität verteufelt und unterdrückt wird und dadurch solche hässlichen Auswüchse wie die Missbrauchsfälle herauskommen, die der Kirche enorm schaden.

    • Herr Wannhoff: ich finde Ihren Beitrag so entwürdigend, dass ich darauf antworten möchte. Ich bin als langjährige Singlefrau – und Mutter von drei Kindern mit wenig Freizeit, vielen Aufgaben und Sorgen verblüfft, wie hartherzig, Moral predigend und scheinbar besser wissend Sie hier den Diskurs führen, ob man sich auch als Einzelperson ebenso sexuell positiv erfahren darf oder nicht. Noch schlimmer: ich erhalte den Eindruck: hier wird von einem verheirateten Mann pauschal geurteilt und die Glaubenslanze gebrochen über ein Leben, das er sich niemals aussuchen würde und ich darf mich in seinen Augen noch bevorzugt wissen, alle Lebensbereiche wie Beruf, Haushalt, Kindererziehung, Geldsorgen, Krankheiten und Überlastung allein bewältigen zu dürfen. Müssen, denn das ist sehr wohl ein Kampf! Herr Wannhoff, jetzt provoziere ich: haben Sie mit dem Herrn über Ihre Ansichten gesprochen und hat Er Ihnen das geantwortet, bevor Sie eine solch absolut formulierte These verbreiten oder ist das Ihre persönliche Meinung darüber? Wie Sie erkennen können: es macht mich wütend, wie Sie über eine Personengruppe und ihre Intimität von außen urteilen, eine Gruppe, die sich gerade in christlichen Kreisen ohnehin verunsichert bewegt und benachteiligt gestellt ist – siehe Beitrag über Singles in Gemeinden – und die sich angesichts solcher Beiträge wie dem Ihren, enorm unter Druck setzt und der immer wieder von MENSCHEN das Recht auf Sexualität und eine positive Selbstliebe komplett abgesprochen wird. Und: „an sich herumspielen“ mit Zeitverschwendung gleichzusetzen und mit Nicht hinauszugehen und Menschen zum Glauben zu bringen, Ihr Beitrag grenzt an Beleidigung.
      Vorweg zur Klärung meines Verständnisses von Sexualität: Sie ist als der Liebe unterstellt eine der stärksten Urkräfte, die diese Schöpfung erhalten. Sie zieht sich durch alle Bereiche des Lebens und dient zuerst dem Arterhalt, bei uns Menschen jedoch sicherlich weit mehr, nämlich, in der von Gott gewollten Form gelebt, zur Stärkung einer Intimität, Vertrauens und Seelenverbindung zwischen zwei Menschen. Und dennoch, wenn es nicht anders geht, auch zur Seelenverbindung eines Einzelnen zu sich selbst, seiner Person und Gott! Dies ist ein intimes Thema, das jeder Mensch individuell erlebt, aber es geht für mich über Diffamierung hinaus, wenn man dies auf Triebhaftigkeit reduziert und mit Glaubenssätzen begründet. Noch nie habe ich von einem so unbarmherzigen Gott gelesen. Noch zu keiner Zeit eine solche Auffassung in der Bibel gefunden. Wo lesen Sie das aus der Ihr zitierten Bibelstelle? Ich nicht. Sollten Sie außerdem auf die Stelle von Onan anspielen, dann ist sie nach meinem Verständnis dahingehend verknüpft, dass er sich bewusst seiner Partnerin entzog und sie und ihrer beider Bund dadurch verletzt hat. Aber vielleicht habe ich Sie auch falsch verstanden? Woher nehmen Sie die Annahme, dass Selbstbefriedigung der reinen Triebbefriedigung diene? Ich kann die Autorin gut nachvollziehen, denn Sie meint weder, dies mit pornografischen Bildern oder einer anderen sexuell verwerflichen oder abartigen Handlung zu tun, die sich selbst oder jemand anderem schadet. Sie spricht von Liebe und auch von einer Liebe zu sich selbst, die auch in Vorbereitung auf eine Partnerschaft wichtig ist. Auffallend finde ich abgesehen von Ihrem Beitrag, dass so eine Meinung vorrangig von Männern kommt. Sich selbst zu befriedigen in einer häufig nicht freiwillig gewählten Lebenssituation bedeutet für mich sehr wohl eine auch vor Gott legitime Möglichkeit, mit mir, meinem Körper und meiner Seele in Einklang zu kommen und ich spüre darin keine Ablehnung Gottes! Ich finde es erstaunlich, wie angsteinflößend dieses Thema gerade für Männer zu sein scheint und wie tabuisierend sie es verteufeln. Abschließend kann ich sagen, dass das eine von Gott geschenkte und erfüllte Sexualität in einer Partnerschaft nicht ersetzen kann, aber es ist dennoch die in diesem Moment verfügbare Möglichkeit, nicht allen positiven Zugang zur eigenen Sexualität zu verlieren. Ich verstehe Sie nicht. Der Mensch ist von und zu Gott hin geschaffen und eben dort spielt auch die Sexualität eine wesentliche Rolle, eingekleidet in Intimität und Liebe, siehe Hohelied. Ich fühle mich von Ihnen ganz anonym beleidigt, weil Sie mich und meinesgleichen nur aufgrund unseres gesellschaftlichen Standes auf das triebhafte Ausleben von Sexualität reduzieren und mir damit einen guten und positiven Umgang mit Sexualität im Einklang mit Gottes Wort pauschal absprechen. Das steht Ihnen nicht zu!

      • @Susanne:
        Das Problem ist bei diesem Thema, dass Frauen und Männer das “Sich-berühren“ ganz unterschiedlich erfahren und ich stelle die gewagte These auf, dass es, wenn überhaupt, nur eine verschwindend geringe Zahl an Männern gibt, die Selbstbefriedigung unabhängig von Pornographie erleben (können). Von daher ist es fast unmöglich, dass Frau Tschage einen für beide Geschlechter befriedigenden (Wortspiel) Ratschlag geben kann.

        In einem muss ich Herrn Wannhoff aber 100% zustimmen. Eine biblisch untermauerte Basis fehlt diesem Artikel gänzlich und täte ihm gut. In den Paulus-Briefen steht einiges über das Singlesein, was man hätte in Betracht ziehen können.

      • Ich habe lediglich zu verstehen gegeben, dass laut Bibel Selbstbefriedigung ein Teil der Unzucht ist und es mit keiner Stelle begründbar ist, warum es für Gott OK sein sollte.
        War ich denn herablassend oder belehrend? Ich denke nicht, im Gegenteil: ich habe die Sünde beim Namen genannt, mit der ICH SELBST zu tun habe und ich weiß um die langfristigen Auswirkungen, wenn man diesen Dingen kampflos das Feld überlässt. Sie sind selbstverständlich in der Freiheit zu tun und zu lassen, was immer Sie wollen. Aber Sie müssen am Ende des Tages mit den Auswirkungen leben. Und bitte: das ist keine herzlose Drohung, sondern das ist die Wahrheit. Jedenfalls das, was ich als wahr erkannt habe. Alles was ich tue, bringt mich zu Gott hin oder es zieht mich von ihm weg. Selbstbefriedigung zieht mich von ihm weg und ich habe diese Beobachtung biblisch begründet. Sie hingegen haben in Ihrem langen Text nicht einen einzigen Punkt meiner Argumentation entkräftet. Ich habe über niemandem den Stab gebrochen sondern Vergebung unseres barmherzigen Gottes zugesprochen, WENN man sie denn sucht. Wer sich aber (in dieser Sache) selbst für gerecht hält, der scheint ja zwangsläufig angegriffen sein. Nochmal: Ich bin nicht besser als Sie. Das habe ich auch nie behaupten wollen. Und es steht mir fern, Sie für das, was Sie tun oder schreiben, zu verurteilen. Das Urteil fällt Gott allein. Aber Sünde muss Sünde genannt werden, damit jeder Gelegenheit hat, sein eigenes Tun zu hinterfragen. Wer aber Sünde segnet, als eine gottgewollte und gottgeschaffene Gabe verherrlicht, der muss mit einem Widerspruch meinerseits rechnen und nichts anderes habe ich getan. Es ist uns deswegen nicht alles erlaubt, weil und nicht alles zum Guten dient. Der letzte Satz war auch an den freundlichen Diakon Schmitz gerichtet: Das den Kirchen die jungen Leute fehlen, hat nicht damit zu tun, dass sie verkrampft ist. Sondern die Jugend ist klug und sie merkt, dass liberaltheologische Glaubensgrundsätze nicht DEN Halt geben, den sie bräuchten, wenn die Kathastrophen des Lebens einen heimsuchen. Und weil das alles nicht trägt, deswegen biedert sich die Kirche an: Thema Homosexualität, Gendergerechtigkeit, Selbstbefriedigung, und und und. Aber die Mitgliederzahlen schwinden weiter! Woran, Herr Diakon, liegt das wohl? Haltlose Worte, unwahre Satzungen, gottlose Predigt.

      • Es ist schade, dass man Ihren Beitrag nicht einfach liken kann. Ich gehöre einer Landeskirche an die vor etwa 7 Jahren festgestellt hat, Singles kommen nicht vor. Endllich dachte ich, mit Anfang 40 für den Jugendkreis zu alt, den Seniorenkreis zu jung und Hauskreise mit Familien auch nicht so richtig aufgehoben. Getan hat sich gar nichts. Singlegruppen finde ich dann doch nur in Großstädten.
        Artikel wie dieser zeigen mir eben auch. Solo Sex wird nicht nur von Männern gemacht. Der Artikel zeigt auch, wenn eine Frau weiss was ihr gut tut, dann ist der Sex in der Beziehung auch besser.
        Ich habe meine Probleme mit Gemeinschaften / Kirchen die Leuten vorschreibt wie sie ihre Sexualität leben sollen. Man kann gut sagen, die Bibel sagt etwas anderes. Onan lies aber seinen Samen fallen weil er nicht den üblichen Sex mit seiner Schwägerin haben wollte. Zu biblischen Zeiten gab es auch keinen Sex vor der Ehe da man früh heiratete, man geht davon aus dass Maria etwa 12 war als sie mit Jesus schwanger war.
        Danke für ihren Beitrag er hat mir sehr gut gefallen.

        • “Zu biblischen Zeiten gab es auch keinen Sex vor der Ehe da man früh heiratete, man geht davon aus…“

          Sehr gewagte und unbegründete Aussage und dann nehmen sie sich ausgerechnet Maria als Beispiel heraus. “Biblische Zeiten“ umfasst 4000 Jahre, und da wurde mitnichten immer so früh geheiratet, wie Sie es darstellen. Und Alleinstehende gab es auch damals zuhauf, genauso wie unglückliche Ehen.

          “Wenn eine Frau weiß, was ihr gut tut, dann…“ Gilt genauso für den Mann…muss man das alleine herausfinden oder ist es nicht verbindender, das mit seinem Ehepartner zu tun?

          Ja, als Single hat man es in unserer durchsexualisierten Gesellschaft nicht einfach. Aber mit wem wird Single “ein Fleisch“, wenn man Sex mit sich selbst hat? Funktioniert nicht, weil es uns nicht ausfüllt.
          Schade, das Paulus als Single, dazu nichts schreibt oder aber er hat seine Erfüllung und Identität im Dienst des Herrn gefunden.

      • Ich kann hier nur noch einmal unter deinem Beitrag liebe Susanne einen dicken roten Liebesstrich ziehen !
        Noch einmal Diakon i.R. ( in Rufweite ) Peter , wenn es um die Liebe geht .
        Soeben hab ich mit meiner Liebsten den 53 . Hochzeitstag begangen .
        Und es kribbelt noch immer . Ich glaube die Engel im Himmel flattern
        vor Aufregung mit den Flügeln , wenn zwei Menschen sich mit Leib und
        Seele lieben .

  5. Sexualität Tabuthema nicht nur für Singles

    Ich bin zutiefst davon überzeugt, daß kein anderer Aspekt unseres Lebens als Menschen, und hier insbesondere in unserer Identität als Christinnenn/Christen, sich so himmelweit in Theorie und Praxis unterscheidet. Wenn ich mich jetzt, viele Jahrzehnte nach Jugend und jungem Erwachsenenalter an diese Zeit erinnere, in der ich meine Sexualität entdeckte, werde ich mir meiner damaligen Unehrlichkeit und größeren Sprachlosigkeit sehr bewusst: Über einen wesentlichen Teil meines Wesens. Bekanntlich ist Liebe und Sexualität auch schon dem schlichtesten Gemüt bekannt als etwas, was jeden Menschen in seinem Innersten immer zutiefst berührt. Dafür zeugen unzählige gute oder nicht so gute Filme über Liebe und Leid sowie auch unsäglicher Schmutz und Schund im Internet. In christlichen Sendern werden Glaubensfilme bisweilen mit dem Thema „Liebe“ versehen und dabei unausgesprochen suggeriert, die Verliebten pflegten vor der Trauung eine Art Josefsehe. Wir haben damals als junge Menschen schon darüber gesprochen, aber eher hinter vorgehaltener Hand, in Wirklichkeit unsicher was richtig ist. Denn es gab (und gibt auch heute ?) anscheinend keine Autoritäten, die dazu damals offen etwas verlässlich tragfähiges sagen konnten/wollten. Etwas was jeder auch ganz normale Mensch mit der eigenen Realität verbinden kann. Es gab in dieser Zeit niemand (zumindestens nicht in meinem Bekanntenkreis), der – um das etwas in Kunstsprache zu sagen – rein in die Ehe ging. Manche Leute haben sich dabei auch extrem um das Thema herumgewunden, und/oder sich als einen aussergewöhnlichen Sonderfall definiert. Wir, die wir in einer offenen und toleranten evangelischen Gemeinde lebten, fanden leider auch bei unseren älteren Gemeindegliedern bezüglich dem Thema Sexualität keinerlei Gesprächspartner. Aber wir hätten es auch nicht gewollt: Dies war uns alles zu intim. Die Frage eines Sex vor der Ehe wurde so zum Jeti, der in Wirklichkeit nicht existiert. Unseren freundlichen und gutmütigen Gemeindepfarrer haben wir aber genötigt, etwas biblisch-theologisches über das „Hohelied Salomo“ zu erzählen. Er hat, weil er dies fast als peinlich empfand, es sehr““lehrreich““ (!) referiert. Leider erfuhr diese mühsame Anfrage, ob man sich an seiner Sexualität auch erfreuen darf, keine Konkretisierung: Es war eine kunstvoll gestaltete Nicht-Antwort. Wir hätten gerne gewusst: Darf man sich an seinem Körper erfreuen, so wie man sich auch einem guten Essen, dem schönen Konzert, einem Bad in der warmen Sonne oder einer wunderbaren Wanderung gemeinsam hingeben darf? Oder: Passt des Apostels Wort, nichts sei prinzipiell böse, wenn es aber vorallem mit Hingabe/Liebe geschieht?. Leute einer besonderen Frömmigkeitsform hätte bereits diese Frage sprachlos gemacht und zu großem Entsetzen führen können. Noch in der Nachpubertät empfand ich Gott als obersten Moralwächter, dazu im Kontrast auch als liebenden himmlischen Vater. Überwiegend unbewusst mit einer solchen Dualität im glauben und empfinden zu leben, erzeugt weniger an Lebensfreude. Einerseits erinnere ich mich, daß ich (und wir) gerne uns in dem milden vorherr-schenden Pietismus wohl gefühlt haben. Allerdings war mir dies punktuell unmöglich. Denn als ich auch unsterblich verliebt war und ausgerechnet dann im großen Publikums eines Erweckungspredigers sass, schwang der die große Moralkeule und hat uns/mich noch lange mit schlechtem Gewissen gequält. Oft wusste ich nicht, warum ich dies zu pflegen hatte: Das Unterbewusstsein lässt freundlich grüßen.

    Ich bin dann kein Single geworden, aber Menschen (noch) ausserhalb der Ehe oder einer festen Partnerschaft, befinden sich ja in keiner anderen Situation als jemand, der aus der Not des Singledaseins vielleicht versucht, dieses zu einer Tugend zu gestalten. Ich denke, daß das Thema „gelebte Sexualität“ dringend einer Gesprächskultur unter uns Christenmenschen bedarf. Denn jeder lebt seine Sexualität immer. Sie ist keine unbewohnte Insel, sondern eine Hausaufgabe unserer Kultur und auch bei unserem Bemühen, ein Christsein ohne Netz und doppelten Boden zu leben, überaus wichtig. Mir war lange nicht bewusst, daß alle menschliche Wesen sexuelle Phantasien haben. Es dauerte lange, bis ich erkannte, daß jeder in seinem Kopf bisweilen denkt und fühlt, was er niemand erzählen würde. Glaubensmäßig dauerte es viele Jahre zu erkennen,
    daß Gott alles weiss und der Schatten über meiner rechten Hand ist. Heute würde ich anderen gerne raten, mit ihm zu sprechen. Er hat Verständnis, weil er uns erschaffen hat. Er kennt alle unsere Gedanken. Wenn ich und wir mit Gott ehrlich reden, der jede/n sowieso durchschaut, dann wäre das ein wichtiger Anfang. Als der Beginn eines jetzt möglichen Dialoges mit anderen. Dies alles einzunorden wäre eine vordringliche Aufgabe. Nur befürchte ich, daß das Thema des Menschen als Geschöpf Gottes, beschenkt mit der Gabe der Sexualität, noch hundert Jahre ein Unthema bleiben wird. Salopp gesagt: Eher wird der Papst heiraten. Oder ??

    • Lieber Bernd, danke, deine Gedanken und die jahrelangen Kämpfe kann ich gut nachvollziehen. Psalm 139 passt so gut! Ich bin inzwischen auch schon Oma und habe nun schlussendlich auch dahin gefunden, Gott auch in meiner Sexualität immer dabei zu haben.
      Ich hatte die Anweisung meiner Eltern sehr verinnerlicht, „rein“ in die Ehe zu gehen, meinen ersten Mann erst bei der Verlobung zum ersten Mal geküsst und hatte Sex erst nach der Hochzeit. Leider bin ich an einen narzisstischen Mann geraten, dem es ganz recht war, dass ich so brav und fromm war und ihn im Endeffekt so wenig kannte, als ich ihn geheiratet habe. Mit drei kleinen Kindern, ohne stützende Herkunftsfamilie um mich herum, habe ich dann lange gebraucht, mich im Beruf zu etablieren und habe es erst dann gewagt, mich von meinem Mann, der mich inzwischen mehrfach betrogen hatte, zu trennen, weil mir bewusst war, dass er alles tun würde um meine Abhängigkeit von ihm aufrechtzuerhalten. Inzwischen bin ich Gott sei Dank in einer zweiten, nun glücklichen und sexuell erfüllten Ehe.
      Ich habe es nach all den Erfahrungen mit meinem ersten Mann nicht übers Herz gebracht, meinen Kindern zu empfehlen, keinen Sex vor der Ehe zu haben und zwei von ihnen sind inzwischen glücklich mit ihren langjährigen Partnern verheiratet.

  6. Es tut mir leid das sagen zu müssen, aber einen größeren Unsinn habe ich auf jesus.de noch nie gelesen.
    Gott hat uns Menschen als sexuelle Wesen mit dem wunderbaren Verlangen nach sexueller Erfüllung geschaffen, damit wir nicht für uns allein bleiben. Die Hilfe, die dem Menschen – schon von Anfang an – entspricht, ist sein sexuelles Gegenüber (vgl. Gen 2,20-23). Das kann niemals ich selber sein! Denn wenn ich das selber bin, macht mich sexuelle Befriedigung, also Selbstbefriedigung, egoistisch, faul und selbstgenügsam.
    Ich glaube, es ist kein Zufall, dass Ehen erkalten und anfangen zu zerbrechen, wenn einer der Partner anfängt, Pornos zu schauen und/oder sich selbst zu befriedigen. Das wunderbarste Level an partnerschaftlicher „Kommunikation“, was Gott uns geschenkt hat, geht kaputt, verdirbt, wenn man es anwendet, um sich selbst zu trösten.
    Wir Singles kämpfen alle diesen Kampf!
    Ganz traurig ist es, zu sehen wie jemand sich unbedingt eine/-n Partner/-in wünscht und in seiner/ihrer Verzweiflung zur Selbstbefriedigung greift. Denn der Drang, den die unerfüllte Sexualität aufrechterhält, wäre vielleicht ein Geschenk Gottes an diese Person, um Motivation zu haben weiter zu suchen und sich nicht mit billigem Ersatz zufrieden zu geben.
    (Ich, M21, Single, im Kampf um sexuelle Reinheit)

    • Ich bete für dich, Ben!! Ich kenne deinen Kampf, aber da ist Freiheit; ich bin jetzt schon seit mehr als 100 Tagen clean! Keep going, Brother!

    • Lieber Ben,

      ich finde ja durchaus richtig, was du zum Thema Sexualität, Ehe usw. schreibst. Lediglich der Bezug auf das Alte Testament müsste aber auch beinhalten, daß sich die moralischen Normen und dasjenige, was Menschen für gottgewollt und rein empfanden, doch seit Abrahams Zeiten ständig veränderte. Letztgenannter hatte immerhin noch mehrere Frauen, ein ganz normales an die Lebensweise der Nomaden angepasstes Verhalten. Weder diese Zeiten noch die Zeit Jesu lassen sich mit der unsrigen vergleichen und auch nicht mit einer, die vielleicht in tausend Jahren herrscht. Damit will ich die ethische und moralische Dimension unseres Denkens und Handels nicht relativieren, aber wenn wir die Bibel zitieren, müssen wir die Texte auch auslegen. Ein geistlicher Weg wäre, Gott persönlich im Gebet zu fragen, was für dich, mich oder jeden anderen richtig ist. Es gibt da sicher keine pauschal richtige Antwort, sondern immer eine persönliche und zeitbezogene. Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß ein Mensch ernsthaft Jesus nachfolgend und die Bergpredigt berücksichtigend, nur seinen Trieben folgt, sondern vorallem der Liebe. Es gab auch Zeiten, da war das nicht versehentliche Berühren der Geschlechtsteile eine Todsünde. Zu Jesu Zeiten wurde die Ehebrecherin (nicht der Ehebrecher als Mann) gesteinigt. Seit Jesus die Scheinheiligkeit der Moralisten bei diesem Geschehnis entlarvte, hat er einen großen Stein bei mir im Brett. Es gibt leider bei unserem hier angesprochenen Thema viel Scheinheiligkeit. Psychologen behaupten in aller Regel mit der rein wissenschaftlichen Aussage, daß der Mensch ohne Geschlechtspartner sich so gut wie immer selbst befriedigt. Auch was in unser aller Köpfe vorgeht, dieses Thema betreffend, würde einen Menschen mit der Fähsigkeit des Gedankenlesens erblassen lassen und desillusionieren. Das ist in diesem Bereich eher eine biologisch-medizinische Frage. Auch nicht jeden Krime den wir sehen und nicht den Inhalt jeden Traumes werden wir verwirklichen. Dann wäre die Welt wirklch eine Hölle.
      Je normaler wir mit unserer Gabe der Sexualität als einer Form der Liebe und Kommunikation umgehen, umso mehr ließen sich die Sümpfe der Pornografie und ihre Auswirkungen als Sucht wenigstens etwas zurückdrängen.

  7. Genial dieser Artikel. Ganz herzlichen Dank dafür. Da wird viel Druck weggenommen und die Neugier geweckt sich selbst zu entdecken.

  8. Aufgeregt geht es zu, wenn von Eros und Sex die Rede ist. Da wird jede Leserin zur Fachfrau, jeder Leser zum Mann der Stunde. Da mag jede/r sich im Bett aufführen wie jemand, der den Akt in etwa siebeneinhalb Minuten – deutscher Durchschnittszeit – erledigt, beim Sex sind alle Meister, hier hat jeder ein Wörtchen mitzureden.
    Wer über dieses delikate Thema schreibt, betritt eine Falle. Denn natürlich entgehen auch Schriftsteller nicht der Gefahr, gar blümeranten Schwachsinn preiszugeben. Über Sex schreiben ist brandgefährlich. Weil der Abgrund der Lächerlichkeit hinter jedem Wort lauert. Jedem, der keinen Sex hat und behauptet, er vermisse ihn nicht, glaube ich nicht. Solche Reden klingen nach Schutzbehauptungen. Um den Schmerz über den Mangel nicht aushalten zu müssen. Es geht um mehr als um nackte Triebabfuhr. Die sich ja auch alleine erledigen ließe. Es geht um das Glück, ersehnt zu werden. Dass eine/r nach mir verlangt: Ist das nicht einen Freudenschrei wert? Tag für Tag?

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