Ein US-Gericht hat vier im Dezember und Januar geplante Hinrichtungen vorübergehend ausgesetzt. Es wären die ersten Exekutionen auf Bundesebene in sechzehn Jahren gewesen. Justizminister William Barr hatte im Juli die Wiederaufnahme nationalstaatlicher Hinrichtungen angeordnet. Die allermeisten Hinrichtungen in den USA werden von den Bundesstaaten vollstreckt.

Das am Donnerstag (Ortszeit) bekanntgemachte Urteil von Bundesrichterin Tanya Chutkan in Washington beanstandete die geplante Hinrichtungsmethode. Vorgesehen war die Tötung mit dem Schlaf- und beruhigungsmittel Pentobarbital. Todesstrafengesetze legten jedoch fest, dass Verurteilte nach den Hinrichtungsvorschriften der Staaten getötet werden müssen, in denen sie verurteilt worden sind, erklärte Chutkan. Und die Bundesstaaten haben unterschiedliche Hinrichtungsprotokolle.

Lob und Berufung

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch lobte das Urteil. Die Richterin habe sich „für Gerechtigkeit und nicht einfach für Strafe entschieden“. Kontroversen über Hinrichtungsmethoden haben in den vergangenen Jahren mehrfach für das Aufschieben von Vollstreckungen gesorgt.

Laut „Washington Post“ legte das Justizministerium umgehend Berufung ein. Die vier Häftlinge waren wegen besonders schwerer Morde verurteilt worden. Auf nationaler Ebene sind seit der Wiederaufnahme der nationalen Todesstrafe im Jahr 1988 nur drei Täter hingerichtet worden. Darunter war 2001 der rechtsextremistische Bombenleger von Oklahoma City, Tim McVeigh, der für den Tod von 168 Menschen im Jahr 1995 verantwortlich war.

Im nationalen Todestrakt sind nach Angaben des Verbandes Todesstrafen-Informationszentrum gegenwärtig 61 Verurteilte inhaftiert. In den Todestrakten des Bundesstaaten warten rund 2.600 Menschen auf ihre Hinrichtung.

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