Werbung

Der katholische Bischof Gebhard Fürst hat sich indirekt für die Zulassung konfessionsverschiedener Ehepaare zur katholischen Eucharistie ausgesprochen. "Wir müssen zügig zu Schritten kommen, die über die gegenwärtige Situation hinausgehen."

  Er werde die Frage stärker als bisher in die katholische Deutsche Bischofskonferenz einbringen, erklärte der Rottenburg-Stuttgarter Bischof beim Katholikentag in Mannheim.

 Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, sprach sich für ein erneuertes Abendmahlsverständnis beider Kirchen aus. Jesus Christus sei der Gastgeber, nicht die Kirchen. "Was würde Jesus eigentlich zur gegenwärtigen Praxis sagen?" Das Leben sei weiter als die Dogmatik, unterstrich Hein. Für die Menschen, die von der Problematik betroffen seien, sei die Situation «ermüdend».

Werbung

 Die Zulassung evangelisch-katholischer Paare zur Eucharistie ist gegenwärtig eine der drängendsten ökumenischen Fragen. Evangelische Ehepartner dürfen in der katholischen Messe nicht die Eucharistie empfangen, im Protestantismus gibt es dagegen eucharistische Gastfreundschaft. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hatte im vergangenen Jahr die katholischen Bischöfe gebeten, sich für die eucharistische Gemeinschaft stark zu machen.

 Fürst betonte zugleich die Gemeinsamkeiten zwischen Katholiken und Lutheranern in der Abendmahlsfrage. Auch Martin Luther habe stets an der sogenannten Realpräsenz festgehalten. Dies bedeutet, dass Christi Leib und Blut in Brot und Wein vollständig präsent ist. Reformierte Christen, die sich vor allem auf den Reformator Calvin (1509-1564) berufen, deuten Brot und Wein im Abendmahl eher als Zeichen und Symbol für die heilbringende Gegenwart Christi. Fürst und Hein äußerten sich bei der Veranstaltung "Vereint im Leben – noch getrennt beim Herrenmahl. Neue Perspektiven für konfessionsverbindende Ehen".

 Erst vor wenigen Tagen hatte sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch,dafür ausgesprochen, dass auch Geschiedene am Abendmahl teilnehmen dürfen.

(Quelle: epd)