Formell gilt in China Religionsfreiheit. Doch wer sich der staatlichen Kontrolle entzieht, gerät ins Visier der Behörden – besonders christliche Untergrundkirchen.
Wie Daniel Stehula im Webportal ref.ch berichtet, gehen chinesische Sicherheitsbehörden verstärkt gegen nicht registrierte christliche Gemeinden vor. Besonders betroffen ist die protestantische Church of Zion, eine der größten Untergrundkirchen des Landes. Die Polizei sei in Wohnungen eingedrungen, habe Gemeindeleiter verhaftet und Angehörige verhört. Gottesdienste und Predigten, die online verbreitet wurden, stehen im Fokus der Ermittlungen.
Glaube nur unter staatlicher Kontrolle
Zwar garantiert China offiziell Religionsfreiheit, doch religiöse Gemeinschaften müssen sich staatlich registrieren lassen. Wer sich dem entzieht, gilt als illegal. Nachdem viele Untergrundkirchen ihre Gebäude verloren hatten, wichen sie auf Online‑Gottesdienste aus. Genau das wurde ihnen zuletzt untersagt. Mehreren Leitern der Church of Zion wird nun „illegaler Gebrauch von Informations‑Netzwerken“ vorgeworfen, heißt es. Ihnen drohen Haftstrafen von bis zu sieben Jahren.
Millionen Christen im Untergrund
Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass nicht registrierte Kirchen Mitglieder im zweistelligen Millionenbereich haben. Experten wie der China‑Kenner Ian Johnson warnen, die aktuellen Verhaftungswellen könnten „der letzte Nagel im Sarg der Untergrundkirchen“ sein. Besonders Christen, die sich auch für Menschenrechte engagieren, würden hart bestraft.
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