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Die politischen Spannungen mit den USA beunruhigen die Menschen in Nordkorea. Auf die christliche Minderheit habe der Konflikt zwar keine konkrete Auswirkungen, aber sie stünde im kommunistisch regierten Staat unter sozialem Druck. Das erläuterte Lutz Drescher, ehemaliger Ostasienreferent der Evangelischen Mission in Solidarität, dem Evangelischen Pressedienst (epd). Trotz der Krise unterhalten der Christenbund in Nordkorea und der Kirchenrat von Südkorea einen engen Kontakt, betont der Weltkirchenrat.

Unter 25 Millionen Einwohnern müssten sich die rund 12.000 Christen im eigenen Land rechtfertigen, warum sie einer „westlichen Religion“ angehörten. Von westlicher und südkoreanischer Seite werde ihnen wiederum vorgeworfen, sich nicht genug dem nordkoreanischen Regime zu widersetzten, erklärt Drescher. Die Christen selbst wünschten sich, dass Nordkorea nicht nur in Schwarz-Weiß-Farben wahrgenommen, sondern differenzierter betrachte werde, sagte Drescher. Der ehemalige Ostasienreferent engagiert sich im ökumenischen Forum für Korea und trifft regelmäßig nordkoreanische Christen.

Die beiden christlichen Verbände in Nordkorea und der Kirchenrat von Südkorea hätten gemeinsam den internationalen Gebetssonntag für Nord- und Südkorea am 13. August vorbereitet, erklärte der internationale Direktor beim Weltkirchenrat, Peter Prove. Der Gebetssonntag findet zwei Tage vor dem Jahrestag der Befreiung von japanischer Kolonialherrschaft am 15. August 1945 statt.“Dieser Kommunikationskanal ist einzigartig“, betonte Prove. Der Weltkirchenrat in Genf betonte unterdessen die Rolle der Kirchen im geteilten Korea beim Abbau von Spannungen.

Prove glaubt, dass die Krise keine Auswirkungen auf die Christen im diktatorisch regierten Nordkorea habe. „Die Spannungen werden die Lage der Christen weder verbessern noch verschlechtern“, sagte er. Prove und andere Funktionäre des Weltkirchenrats reisten in den vergangenen Jahren mehrmals nach Nordkorea und Südkorea, um sich für einen friedlichen Dialog zwischen den verfeindeten Staaten auf der Halbinsel stark zu machen.