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Wie verhasst waren die Zöllner?

Jesus begegnete Menschen, die von den Juden ausgegrenzt, geächtet oder gehasst wurden – eine beliebte These in der heutigen Zeit. War das Judentum wirklich eine so ausgrenzende Religion? Waren davon auch die Zöllner betroffen?

Von Dr. Guido Baltes

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Jeder fromme Jude ging den Geächteten aus dem Weg, so liest man oft. Das gilt für Zöllner und Aussätzige, Samariter und Römer und manchmal auch für Sünder und Frauen. Wenn das wahr ist, dann war im Judentum zur Zeit Jesu also fast jeder ein „Außenseiter“, und als frommer Jude musste man so ziemlich jedem aus dem Weg gehen, dem man auf der Straße begegnete. Stimmt das wirklich? Oder haben sich hier nur alte Klischees aus einer langen Geschichte der christlichen Judenfeindlichkeit in unseren Köpfen gehalten?

In diesem Artikel geht es um die Zöllner. Dass der „Hass auf das ganze Menschengeschlecht“ ein besonderes Kennzeichen der Juden war, ist ein alter Vorwurf, den schon die Römer kannten. Der Historiker Tacitus schreibt etwa in seinen „Historien“ (V 5,1): „Die Juden verhalten sich sehr loyal gegenüber ihresgleichen und sind immer bereit, Mitleid zu zeigen. Aber allen anderen gegenüber fühlen sie nur Hass und Feindschaft.“ Andere antike Schriftsteller stoßen in das gleiche Horn. Und in der Tat ist es auch heute sehr oft so, dass das Wort „verhasst“ im Zusammenhang mit Juden erscheint. Zum Beispiel, wenn es um die Zöllner geht. Glaubt man modernen christlichen Predigten, dann waren die Zöllner bedauernswerte Zeitgenossen. Sie lebten einsam und allein in ihrer Zollstation, hatten keine Freunde, wurden von allen Menschen gemieden und von der Gesellschaft geächtet. Aber war das wirklich so? Ein genauerer Blick in die historischen Zeugnisse aus der Zeit Jesu kann uns helfen, dieses verbreitete Bild etwas zurechtzurücken.

Typisch jüdisch?

Ganz ohne Zweifel waren Zöllner in der Antike unbeliebt. Das war aber zunächst einmal keine Spezialität der jüdischen Religion, sondern lag an ihrem Beruf: Niemand zahlt gerne Steuern oder Zölle und die Wut der Bürger entlädt sich immer auf die, die das Geld eintreiben. Daher finden wir in vielen griechischen und römischen Quellen gehässige und bösartige Aussagen über Zöllner. Sie wurden als „habgierig“ und „unerbittlich“ beschimpft und der römische Schriftsteller Julius Pollux zählt insgesamt 39 Schimpfnamen auf, mit denen man Zöllner beleidigen kann. Vor dem Hintergrund dieser Tatsache fällt es nun aber auf, dass ausgerechnet in den jüdischen Quellen solche gehässigen Angriffe gegen Zöllner nicht zu finden sind. Die Regelungen, die wir hier im Blick auf Zöllner vorfinden, beziehen sich vielmehr auf ganz konkrete Gesetzesfragen. Pauschale Beschimpfungen von Zöllnern dagegen finden wir nicht. Halten wir also fest: Zöllner waren unbeliebt, bei Juden wie bei Nichtjuden, weil niemand gerne Abgaben zahlte. Aber waren sie deshalb auch als Personen „geächtet“ oder „ausgestoßen“?

„Ein unbeliebter Beruf bedeutet noch lange nicht, dass auch die Person unbeliebt oder ausgestoßen ist.“

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Unbeliebte Berufe und beliebte Menschen

Vielleicht kann man die Zöllner der damaligen Zeit am ehesten mit Politessen und Finanzbeamten von heute vergleichen: Die kann auch niemand leiden und man macht sogar böse Witze über sie. Aber damit meint man gewöhnlich nur den Beruf und nicht die Person. Es wäre absurd anzunehmen, dass Politessen oder Finanzbeamte keine Freunde hätten oder von ihren Familien ausgestoßen würden. Politessen und Finanzbeamte haben vermutlich in ihrem Privatleben ebenso viele Freunde und Feinde wie jeder andere Mensch auch. Nicht anders wird es auch bei den Zöllnern zur Zeit Jesu gewesen sein.

Diese Vermutung bestätigt sich auch bei einem Blick in die antiken Texte: Sieht man einmal von den Aussagen über die Zöllner im Allgemeinen ab, finden wir hier keine Berichte von einzelnen Zöllnern, die als Personen unbeliebt oder ausgestoßen waren. Wir finden aber gleich mehrere Berichte über Zöllner, die sehr beliebt und angesehen waren: So gab es in der Nähe von Aschkelon einen Zöllner, der in seinem Dorf so beliebt war, dass das gesamte Dorf zu seiner Beerdigung erschien. Und das, obwohl zur Beerdigung eines frommen Gelehrten in demselben Dorf niemand auftauchte. Der jüdische Schriftsteller Josephus berichtet von einem Zöllner Johannes in Cäsaräa, der zu den angesehensten Juden der Stadt gehörte. Und auch der im Neuen Testament erwähnte Zöllner Levi hatte offenbar viele Freunde in der Stadt, die er zu seinem Gastmahl einladen konnte (Luk 5,27-29). Ebenso kann man vom „Oberzöllner“ Zachäus wohl annehmen, dass er zu den Reichen und Schönen in Jericho gute Kontakte hatte. Im Talmud lesen wir sogar von Zöllnern, die Mitglieder (chaverim) in den Bruderschaften der Pharisäer waren. Ein unbeliebter Beruf bedeutet also noch lange nicht, dass auch die Person unbeliebt oder „ausgestoßen“ ist.

„Sie standen unter Generalverdacht, Betrüger und Abzocker zu sein.“

Zöllner unter Generalverdacht

Bei den Zöllnern kam aber noch ein zweites Problem hinzu: Denn sie standen in dem Ruf, ihre Position auszunutzen und mehr einzunehmen, als vorgeschrieben oder erlaubt war. Sie waren nämlich im Prinzip selbstständig arbeitende Kleinunternehmer: Meistens hatten sie ihre Zollrechte nur von Großgrundbesitzern oder der Regierung gepachtet. Sie waren also verpflichtet, jährlich eine bestimmte Summe nach „oben“ abzuführen. Wie sie diese eintrieben, blieb ihnen selbst überlassen. Ihr eigener Gewinn bestand am Ende des Jahres aus den Mehreinnahmen, die sie machten. Da war es also durchaus üblich, dass ein Zöllner erhöhte Preise nahm oder sich unrechtmäßig bereicherte. Im Fall von Zachäus wird das auch im Neuen Testament ausdrücklich bestätigt (Luk. 19,8). Und Johannes der Täufer spricht diesen heiklen Punkt ebenfalls an (Luk. 3,13). In den jüdischen Gesetzen finden wir deshalb gleich mehrere Regelungen, in denen die Gelder aus den Zolleinnahmen mit Diebesgut verglichen werden und die Zöllner mit Räubern: Man akzeptierte für die Almosensammlungen der Synagogen kein Geld aus der Steuerkasse (wohl aber aus dem privaten Vermögen eines Zöllners!). Beim Versöhnungstag gab es für Zöllner und für Räuber eine spezielle Vorschrift, der zufolge sie alles, was sie durch Diebstahl oder Betrug eingenommen hatten, fünffach zurückerstatten mussten. Und vor Gericht galten die Zöllner als unzuverlässige Zeugen, und zwar mit der Begründung, dass sie sich allzu oft als Betrüger entpuppt hatten.

Hier liegt also der zweite Grund, warum Zöllner unbeliebt waren: Sie standen unter Generalverdacht, Betrüger und Abzocker zu sein. Aber waren sie deshalb „Außenseiter“ oder „Geächtete“? Machte jeder fromme Jude deshalb einen Bogen um sie, wie es in Predigten gern berichtet wird? Wohl kaum. Auch hier mag ein modernes Beispiel helfen: Im Hinblick auf ihre Finanzspekulationen sind die Zöllner vermutlich am ehesten mit den Börsenmaklern und Topmanagern von heute zu vergleichen. Auch die stehen bei der Bevölkerung unter Generalverdacht, obwohl dieser Verdacht sicher viele auch zu Unrecht trifft. Aber dass sie deshalb keine Freunde hätten, kann man wohl kaum behaupten. Uli Hoeneß etwa, der sich unlängst aufgrund seiner Steuerbetrügereien den Zorn der Öffentlichkeit zuzog, könnte sogar zu Recht als „verhasst“ bezeichnet werden. Dennoch gehe ich nicht davon aus, dass er in seinem Privatleben mehr oder weniger Freunde hat als jeder andere Mensch.

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Was heißt eigentlich unrein?

Die beiden bisher beschriebenen Aspekte des Zöllner-Daseins haben mit dem jüdischen Glauben nichts zu tun. Hinzu kommt aber noch ein dritter Gesichtspunkt, und der hat in der Tat eine religiöse Komponente. Er ist aber nicht so einfach zu verstehen, weil es hier um die jüdischen Reinheitsgebote geht. Wer sich die biblischen Gesetze über Reinheit und Unreinheit ansieht, der stellt schnell fest, dass fast jeder Mensch zu fast jedem Zeitpunkt seines Lebens „unrein“ ist. Das ist aber nach biblischer Vorschrift auch gar nicht schlimm und schon gar nicht verboten. Es ist vielmehr der Normalfall für jeden. „Reinheit“ benötigt man nur, wenn man in den Tempel gehen will. Dann reinigt man sich durch bestimmte Waschungen, wartet bestimmte Zeiträume ab, und kann anschließend in den Tempel gehen. Für den Alltag in einem Dorf in Galiläa wären diese Vorschriften im Prinzip bedeutungslos, denn dort gab es keinen Tempel, und man musste nur dann rein sein, wenn man zu den großen Festen nach Jerusalem pilgern wollte.

Dieser biblische Grundsatz wurde jedoch zur Zeit Jesu von den Pharisäern ausgeweitet: Sie wollten auch im Alltag wie Priester leben, und viele Juden, auch in Galiläa, schlossen sich diesem Anliegen an. Vor allem die Mahlzeiten galten jetzt als eine „gottesdienstliche Handlung“, vor der man sich symbolisch die Hände wusch. Dadurch achtete man nun auch im galiläischen Alltag auf Fragen der Reinheit und Unreinheit. Aber es galt nach wie vor der Grundsatz: Es ist weder verboten noch anstößig, unrein zu sein. Und es gab keinen Grund, unreine Personen zu meiden. Es sei denn, man war persönlich zu bequem und wollte die Umständlichkeiten vermeiden, die mit den entsprechenden Reinigungsvorschriften verbunden waren.

„Es war zwar nach jüdischem Gesetz nicht prinzipiell verboten, mit unreinen Personen zu essen. Aber offensichtlich vermieden diese Pharisäer es trotzdem, um ihren guten Ruf nicht aufs Spiel zu setzen.“

Zöllner: ein Beruf mit religiösen Nachteilen

Vor diesem Hintergrund hatte der Beruf des Zöllners deshalb einen Nachteil: Es war unter anderem die Aufgabe eines Zöllners, in Häuser zu gehen und dort die Besitztümer einer Familie zu inspizieren. Dafür musste der Zöllner im ganzen Haus Gegenstände anfassen, Lebensmittel abwiegen, in Kleiderstapeln herumwühlen und Geschirr anfassen. Es ließ sich also nicht vermeiden, dass er sich dabei unrein machte. Und mehr noch: Weil er so von Haus zu Haus ging, galten auch die Häuser, die er inspizierte, solange als unrein, bis die erforderlichen Reinigungsvorschriften wieder vollzogen waren. Zöllner waren also berufsbedingt ständig unrein, was für sie Konsequenzen hatte: Es gab sogar eine Zeitlang eine Regel, nach der ein Pharisäer aus seiner Bruderschaft ausgeschlossen wurde, wenn er den Beruf des Zöllners ergriff. Diese Regel wurde aber später geändert: Man konnte auch als Zöllner Pharisäer bleiben, aber man hatte für die Dauer seines Berufslebens keine „Lizenz für Reinheitsfragen“ mehr, wie sie etwa pharisäische Händler oder Läden hatten. Vor diesem Hintergrund wird nun auch deutlich, was die Pharisäer so sehr daran störte, dass Jesus mit Zöllnern und Sündern aß: Denn gerade beim Essen achteten sie streng auf die Einhaltung der Essensvorschriften. Es war zwar nach jüdischem Gesetz nicht prinzipiell verboten, mit unreinen Personen zu essen. Aber offensichtlich vermieden diese Pharisäer es trotzdem, um ihren guten Ruf nicht aufs Spiel zu setzen. Jesus jedoch setzt hier andere Prioritäten. Jüdische Reinheitsgesetze verletzt er damit allerdings nicht und stellt sie auch nicht infrage, wie viele Ausleger es meinen.

„Der Vorwurf an die Juden, dass sie die Zöllner „ausstießen“, „ächteten“ oder „hassten“, ist an den antiken Quellen so nicht nachzuweisen.“

Verbündung mit dem Feind?

Ein letzter Vorwurf, der heutzutage den Zöllnern ganz besonders gerne gemacht wird, findet sich in allen uns erhaltenen jüdischen Quellen nirgends: Es ist der Vorwurf, dass die Zöllner mit der feindlichen Besatzungsmacht „kollaborieren“. Das ist ein Vorwurf, der meines Wissens nach erst in den letzten Jahrzehnten auftauchte, im Zuge verschiedener „politischer Ideologien“ der Sechziger- und Siebzigerjahre. Juden zur Zeit Jesu hatten dieses Problem aber offensichtlich nicht, jedenfalls kommt es nie zur Sprache. Das mag zum einen daran liegen, dass die meisten Zöllner ihre Abgaben nicht für die Römer, sondern für die jüdische Regierung und für reiche Großgrundbesitzer eintrieben. Aber es liegt vermutlich auch daran, dass man das beliebte Klischee von den „verhassten Römern“, ebenso wie das von den „verhassten Zöllnern“, in den jüdischen Quellen so nicht finden kann. Im Blick auf die Zöllner können wir erst einmal festhalten: Der Vorwurf an die Juden, dass sie die Zöllner „ausstießen“, „ächteten“ oder „hassten“, ist an den antiken Quellen so nicht nachzuweisen. Vielmehr lebt hier wohl das alte judenfeindliche Klischee weiter, dass Juden „alle Menschen hassten“, die nicht ihren hohen religiösen Anforderungen entsprachen. Die alten Texte sprechen jedoch eine andere Sprache: Ja, der Beruf des Zöllners war unbeliebt, bei Juden wie bei Nichtjuden. Aber das bedeutete nicht, dass Zöllner keine normalen Beziehungen in ihrem Privatleben hatten. Und ja, Zöllner hatten einen schlechten Ruf als Betrüger und Ausbeuter. Aber auch das bedeutet keine soziale Ausgrenzung, wie man an vielen heutigen Beispielen sehen kann. Es bedeutet nur, dass man seine Sozialkontakte eher in der High Society hat als unter den armen Leuten. Und ja, Zöllner galten berufsbedingt als unrein. Aber unreine Menschen wurden im Judentum weder ausgegrenzt noch gehasst. Die meisten Juden waren die meiste Zeit ihres Alltags unrein, und das war weder verboten noch musste man unreine Menschen meiden. Warum also waren die Pharisäer in Lukas Kapitel 5 so erbost, dass Jesus mit Zöllnern und Sündern am Tisch saß? Sucht man nach einer modernen Veranschaulichung für die Predigt, sollte man nicht auf das Klischee vom armen, ausgestoßenen und einsamen Außenseiter zurückgreifen, der von Jesus freundlich behandelt wurde, während alle anderen Juden ihn hassten und ausgrenzten. Man sollte aber auch nicht das neue Klischee vom verhassten Kollaborateur bemühen. Das treffendste Beispiel wäre vielleicht eher das eines stadtbekannten Topmanagers einer Discountkette, der zusammen mit seinen Geschäftspartnern von einem Fairtrade-Aktivisten zu einer Geburtstagsparty bei McDonalds eingeladen wird. Da geht es nicht um Außenseiter oder religiöse Vorschriften, sondern um verbreitete Klischees und soziale Berührungsängste. Und um einen Gott, der alle Menschen zu sich einlädt. Ganz gleich, aus welchem Milieu sie kommen und wie viel Dreck sie am Stecken haben.

Dr. Guido Baltes ist evangelischer Theologe, Songwriter, Bandleader und Autor.


Dieser Artikel ist in der Zeitschrift Faszination Bibel erschienen. Faszination Bibel wird vom SCM Bundes-Verlag herausgegeben, zu dem auch Jesus.de gehört.

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1 Kommentar

  1. Gott liebt alle Menschen als seine Geschöpfe

    Natürlich hat der Autor recht, nicht nur weil er ein Theologe – als Glaubenswissenschaftler – ist. Alles was Jesus gesagt haben soll, hat er auch nicht gesagt und alles was die Urgemeinde 100 Jahre nach Jesu Tod als feste Überzeugung verbunden hatte, muss (schon gar nicht wörtlich) immer aus dem Munde des Messias gekommen sein. Es geht aber nicht um Narrative als Geschichten, die nur im Kern wahr oder gänzlich nur Vorurteilen entsprechen. Was bleibt und was die ersten Christen, die Jesus selbst nicht mehr begegneten, wirklich glaubten: Jesus war mehr als nur ein ganz besonderer sehr empathischer Mensch (dies auch). Er war der Messias, der von Gott Gesandte. Und: Für ihn waren die Letzten die Ersten,auch im Vorgriff auf die völlig neue Art, wie im Neuen Himmel und auf einer Neuen Erde die Wirklichkeit sich verändert. Jesus ist für die (auch geistlich) Kranken gekommen, denn die Gesunden bedürfen (nicht unbedingt) des Arztes. Oder wenn Römische Soldaten ihre Waffen wegwarfen, weil das Töten und quasi die berufsmäßige Bedrohung von Menschen nicht kompatibel ist mit der Haltung Jesu, der sanftmütig war, ein Friedefürst und der geboten hatte, auch über den Feinden nicht endgültig den Stab zu brechen. Dies dürfte kein Narrativ sein, wie oft behauptet wird, gerade weil die menschliche Geschichte ihre Eigendynamik besitzt, bis hin zu den Kreuzzügen, den Hexenprozessen und der Inquisition. Die Nachhaltigkeit anstrengender Wahrheiten, nämlich mit jedem zwei statt eine Meile zu gehen, dass Gesetz Christi und der Juden also nicht nur zu erfüllen, sondern sogar gewissermaßen zu lieben und aus den Herzen heraus zu generieren, gehört eben nicht zu dem, was wir als im allgemeinen als bequeme Leute gerne praktizieren. Jesus ist, (dies darf man der Urgemeinde glauben dass sie da nichts falsches überlieferte) aber auch für alle Menschen gestorben, nicht nur für die Frommen. Also dass jeder Mensch sein Geschöpf und damit eine Tochter und ein Sohn Gottes ist, die nur um seiner Selbst willen geliebt werdedn. Wie dies auch irdische Eltern tun, auch bei missratenen Kindern. Die Voraussetzungslosigkeit der Liebe Gottes beweist wunderbar das bekannte Gleichnis vom Barmherzigen Samariter (Der Samariter als Beispiel genommen für Nächstenliebe, obwohl er im Judentum ein Irrgläubiger war). Insbesondere die Erzählungen vom Verlorenen Sohn und vom Verlorenen Schaf beschreiben Gott als einen absoluten Gott der Liebe. Er lässt den Sohn nicht verrotten und bestraft ihn für ein verfehltes Leben, sondern umarmt ihn bei seiner Heimkehr. Das Schaf rettet er ohne jede Gardinenpredigt: Er legt es einfach auf seine Schultern und trägt es nachhause. Jesus ist zur Erlösung für alle Menschen, alle Kreaturen und zur Erneuerung der gesamten Schöpfung als Sohn Gottes (Messias) in diese Welt gekommen, und er wird wie der Wind die Wolken antreibt, ebenso wieder zurückkommen. Nicht um zu richten, sondern zu erlösen. Dann werden wir den Krieg ächten und die Schwerter zu Werkzeugen machen. Das Himmelreich beginnt bereits hier. Es geht um einen Gott – der wie der Autor schreibt – alle Menschen zu sich einlädt.

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