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In Ägypten sorgt ein Gesetzentwurf zum Abbau der hohen Hürden für den Bau von Kirchen für Streit. Die jüngste Version des Gesetzesentwurfes lehnt die koptische Kirche, die die meisten Christen in Ägypten vertritt, als "inakzeptabel" ab.

In Deutschland forderte am Mittwoch die Gesellschaft für bedrohte Völker die Regierung in Kairo auf, die Diskriminierung von Christen unverzüglich zu beenden. In einem Brief an Präsident Abdel Fattah al-Sisi schrieb die Organisation, das Gesetz dürfe "nicht erneut mit unrealistischen Auflagen" den Bau von Gotteshäusern erschweren.

In den vergangenen zwei Jahren wurden nach Angaben der staatlichen Zeitung "Al-Ahram" 14 Versionen des Entwurfs mit den christlichen Kirchen diskutiert.

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Reglementierung statt Religionsfreiheit

Die Neuregelung beim Kirchenbau ist in der neuen ägyptischen Verfassung festgelegt, um den Christen mehr Religionsfreiheit zu gewähren. Bislang haben strenge Auflagen den Bau von Kirchen meist verhindert. So muss zum Beispiel die Entfernung zur nächsten Moschee mehr als 100 Meter betragen, und die benachbarte muslimische Gemeinde muss ihr Einverständnis erklären. In den vergangenen Monaten hat es wegen dieses Streits mehrfach Übergriffe auf Christen gegeben, die mit rund neun Millionen Gläubigen zehn Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Nach Informationen der Gesellschaft für bedrohte Völker enthält der neue Entwurf etwa die Auflage, dass der Grundriss der Kirche proportional der Zahl der Gläubigen in dem Gebiet entsprechen muss. Angesichts mangelnder Melderegister sei dies kaum praktikabel. Auflagen, wonach die Sicherheitsbehörden eingebunden werden müssten, seien zudem sehr vage formuliert.

(Quelle: epd)