Reformationstag: Bischöfe rufen zu mehr Mitmenschlichkeit auf
Evangelische Bischöfe haben zum Reformationstag zu mehr Mitmenschlichkeit aufgerufen.
Nordkirche: Synode startet auf plattdeutsch
Mit einer plattdeutschen Andacht hat am Freitag im Ostseebad Travemünde die 1. Verfassunggebende Synode der künftigen Nordkirche begonnen.
Vatikanbank: Holocaust-Überlebende fordern Untersuchung
Holocaust-Überlebende haben die Europäische Kommission aufgefordert, den Verbleib jüdischer Vermögen bei der Vatikanbank IOR zu klären.
Bundesregierung: Weniger Geld für kulturelle Auslandsarbeit der Kirchen
Die Bundesregierung will die Mittel für die kulturelle Auslandsarbeit der Kirchen um mehr als ein Fünftel kürzen. Der Regierungsentwurf für den Haushalt 2011 sieht eine Kürzung in Höhe von 444.000 Euro vor.
Vier Monate USA: Margot Käßmanns erstes gluten-freies Abendmahl
Seit acht Wochen ist die ehemalige hannoversche Landesbischöfin zu Gast an der Emory-University in Georgia im Süden der USA. Die 52-Jährige hält noch bis Dezember Gottesdienste und Vorlesungen, nimmt an Podiumsdiskussionen teil und wird zu Vorträgen eingeladen.
Islamische Studien: Fachverbände fordern Klärungen für islamischen Studiengang
Bei der geplanten Errichtung von Zentren für «Islamische Studien» an deutschen Universitäten bedarf es nach Ansicht von Fachverbänden von Islamwissenschaftlern noch Klarstellungen. Die Bezeichnung des neuen Faches als «Islamische Studien» sei in hohem Maße irreführend, heißt es in einer Stellungnahme von Vereinigungen für Islam- und Religionswissenschaft, die am Mittwoch bekannt wurde. Dadurch verschwämmen die Grenzen zwischen Islamwissenschaft und Islamischer Theologie auf bedenkliche Weise. Die Islamwissenschaft sei ein bekenntnisneutrales Fach, wird in dem Votum unterstrichen, das mehr als 150 Wissenschaftler unterzeichneten. Eine neue Disziplin, die sich auf islamische Theologie bezieht, sollte unmissverständlich bezeichnet werden. Unterschiede zwischen beiden Fächern dürften nicht verwischt werden. Moscheepersonal und islamische Religionslehrer sollen nach Plänen der Bundesregierung zunächst an zwei neuen Zentren für «islamische Studien» ausgebildet werden. Die Universitäten in Tübingen und in Münster/Osnabrück sind die ersten Hochschulen, die dafür Geld vom Bund für Forschungsprofessuren, Mitarbeiterstellen und Nachwuchs für zunächst fünf Jahre erhalten. Pro Standort sollen bis zu vier Millionen Euro bereit gestellt werden. Das neue bekenntnisgebundene Fach sollte an einer «religionspluralen Theologischen Fakultät», an einer speziellen Fakultät für Islamische Theologie oder an der Universitätsleitung direkt zugeordneten Zentren angesiedelt werden, empfehlen die Fachverbände. Als abwegig kritisieren sie den Vorschlag, die islamische Theologie an Philosophischen oder Kulturwissenschaftlichen Fakultäten organisatorisch anzugliedern. Die Verbände, wie die Deutsche Morgenländische Gesellschaft und die Vereinigung für Religionswissenschaft, kritisieren zudem fehlende Klarheit über die Rolle und Zuständigkeit der muslimische Beiräte für das neue Fach. Wenn den Beiräten ähnlich wie den christlichen Kirchen weitgehende Mitsprache bei der Stellenbesetzung eingeräumt werde, stelle dies einen Eingriff in die Unabhängigkeit der Hochschulen dar. Eine staatskirchenrechtliche Vereinbarung zwischen den muslimischen Religionsgemeinschaften und dem Staat fehle, heißt es.
Bayern: Neuer Landesbischof wird im April 2011 gewählt
Im nächsten Frühjahr wird in Bayern ein neuer evangelischer Landesbischof gewählt. Am 4. April 2011 entscheidet die Landessynode in München über einen Nachfolger von Johannes Friedrich (62), wie die Landeskirche am Mittwoch mitteilte. Friedrich steht seit 1999 an der Spitze der Landeskirche mit mehr als 2,6 Millionen Protestanten. Seine Amtszeit endet am 31. Oktober 2011.Der Landesbischof wird von dem Kirchenparlament, in der Mehrzahl Laien, in geheimer Wahl für die Dauer von zwölf Jahren gewählt. Das Bischofsgesetz regelt, dass die Bischofswahl von einem Wahlvorbereitungsausschuss unter Leitung der Synodalpräsidentin Dorothea Deneke-Stoll vorbereitet wird. Anregungen für den Wahlvorschlag können Kirchenvorstände, Pfarrkapitel, Dekanatsausschüsse, kirchliche Verbände und einzelne Synodale bis spätestens 7. Januar 2011 einreichen. Nach Angaben der Landeskirche sind bereits mögliche Bischofskandidaten zu vertraulichen Gesprächen eingeladen worden.
Bundeskanzlerin: Evangelikale sind für mich „intensiv evangelische Christen“
Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel fürchtet nicht den Islam, sondern ein zunehmendes Nachlassen des christlichen Glaubens in Deutschland. Das sagte die Kanzlerin in einem Gespräch mit Vertretern der Deutschen Evangelischen Allianz, die ihren Sitz in Bad Blankenburg in Thüringen hat.
Kabinett: Zwangsheirat wird eigener Straftatbestand
Die Bundesregierung hat am Mittwoch in Berlin ein schärferes Vorgehen gegen Zwangsheiraten und Integrationsverweigerer beschlossen. Das Kabinett billigte einen Gesetzentwurf, in dem die verschiedenen Regelungen zusammengefasst sind. Zwangsheirat wird danach ein eigener Straftatbestand. Bisher werden Zwangsverheiratungen als besonders schwere Form der Nötigung geahndet. Anstifter von Zwangsehen sollen mit Haft bis zu fünf Jahren bestraft werden. Opfer erzwungener Ehen erhalten ein Rückkehrrecht nach Deutschland. Bisher erlosch es nach sechs Monaten, künftig soll es zehn Jahre lang gelten. Dies solle jungen Frauen helfen, die in Deutschland aufwachsen und dann beispielsweise während der Sommerferien im Heimatland ihrer Eltern verheiratet werden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) erklärte nach dem Kabinettsbeschluss, Zwangsheirat sei auch in Deutschland ein ernstzunehmendes Problem. Um sie stärker als strafwürdiges Unrecht zu ächten, werde ein eigener Straftatbestand geschaffen. «Damit treten wir gleichzeitig der Fehlvorstellung entgegen, es handele sich um eine zumindest tolerable Tradition aus früheren Zeiten oder anderen Kulturen», unterstrich der Minister. Schärfer will die Regierung auch gegen Scheinehen vorgehen, die nur geschlossen werden, um ein Aufenthaltsrecht in Deutschland zu erhalten. Der ausländische Ehepartner soll erst nach drei statt bisher zwei Jahren einen eigenen Aufenthaltstitel bekommen. In Härtefällen sollen Ausnahmen gemacht werden, etwa bei häuslicher Gewalt. Dann gilt die Drei-Jahres-Frist nicht. Die Kontrolle der Integrationsverpflichtungen soll verbessert werden. Vor der Verlängerung einer Aufenthaltserlaubnis muss künftig geprüft werden, ob der Antragsteller seiner Pflicht zur Teilnahme an einem Integrationskurs nachgekommen ist. Bei einer Verweigerung kann die Verlängerung abgelehnt werden. Es können auch Hartz-IV-Leistungen gekürzt werden. Beides ist auch heute schon möglich. Die Sanktionen sollen nicht verschärft, sondern konsequenter angewendet werden. Dazu sollen sich Kursanbieter und Behörden gegenseitig besser über Ausländer informieren, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Gelockert werden die Aufenthaltsbestimmungen für Asylbewerber und geduldete Ausländer. Sie sollen mehr Bewegungsfreiheit erhalten, um ihnen die Aufnahme einer Arbeit, eines Studiums oder den Schulbesuch zu erleichtern. Bisher ist ihre räumliche Bewegungsfreiheit in der Regel auf einen Landkreis oder eine kreisfreie Stadt beschränkt.
Vatikan: Kritik an Todesurteil gegen irakischen Ex-Außenminister
Der Vatikan hat das Todesurteil gegen den ehemaligen irakischen Außenminister Tarik Asis kritisiert. Eine Hinrichtung des Politikers, der der christlichen Minderheit angehört, trage nicht zur Befriedung des Landes bei, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi am Dienstagabend. Er äußerte die Hoffnung, dass das Urteil nicht vollstreckt werde. Lombardi bekräftigte die ablehnende Haltung des Vatikans gegenüber der Todesstrafe. Der Oberste Gerichtshof des Iraks hatte den 74-jährigen Asis am Dienstag wegen der Verfolgung religiöser Parteien während der Herrschaft von Saddam Hussein zum Tode verurteilt. Asis, der der chaldäisch-katholischen Kirche angehört, war unter dem Diktator Saddam Hussein Außenminister und stellvertretender Ministerpräsident. Kurz vor Beginn des Irakkriegs 2003 war er zu Gesprächen im Vatikan empfangen worden.
