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Der sudanesische Kirchenrat protestiert gegen ein drohendes Verbot des Baus neuer Kirchen.

 Wir sind Bürger, und die Verfassung garantiert uns Religionsfreiheit", erklärte der Generalsekretär des Kirchenrats, Kori al-Ramli, am Dienstag im Rundfunk. Ein Kirchenbauverbot widerspräche den Gesetzen des islamisch dominierten Landes. "Wir wachsen, wir brauchen neue Kirchen", sagte Al-Ramli über die christliche Minderheit. Der Kirchenrat reagierte damit auf Religionsminister Schalil Abdullah. Dieser hatte am Wochenende erklärt, es gebe bereits genug Kirchen für die wenigen Christen im Land.

 In einem Armenviertel von Omdurman nahe der Hauptstadt Khartum war eine Kirche von den Behörden abgerissen worden. Seit der Abspaltung des christlich geprägten Südsudans vor drei Jahren klagen die Kirchen im nördlichen Sudan über zunehmenden Druck und Übergriffe. Dies ist womöglich Folge eines Machtkampfs zwischen Hardlinern und Gemäßigten um die Nachfolge von Präsident Omar Hassan al-Baschir, der sich 1989 an die Macht geputscht hatte und eine Islamisierungspolitik verfolgte. 2015 wird im Sudan wieder gewählt.

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 Auch bei dem umstrittenen Todesurteil gegen die Christin Mariam Jahia Ibrahim Ishak ging es um Glaubensfragen. Das Urteil wegen Abfalls vom Islam wurde zwar inzwischen aufgehoben. Die junge Mutter konnte aber bisher nicht ausreisen, sondern hält sich weiter in der US-Botschaft in Khartum auf.

(Quelle: epd)