Rettungsschiff «Eleonore»
Foto: Johannes Filous/ dpa | picture-allaince
In Hamburg hat sich aus einer kirchlichen Initiative heraus das Aktionsbündnis „United4Rescue – Gemeinsam Retten!” konstituiert, das nach eigenen Angaben die zivile Seenotrettung auf dem Mittelmeer unterstützen will.

Man wolle dort „humanitär handeln“ und „nicht tatenlos zusehen“, wo staatliche Seenotrettung fehle. Zu den Bündnispartnern zählen neben der EKD der CVJM, verschiedene diakonische Werke, die Vereinigung evangelischer Freikirchen (VEF), Ärzte ohne Grenzen, der Bund evangelische-freikirchlicher Gemeinden (BEFG), Pro Asyl sowie weitere kirchliche und säkulare Einrichtungen und Werke.

Das Bündnis verfolgt laut Pressemitteilung vier Ziele: Das Recht auf Seenotrettung als Teil des Völkerrechts an den Grenzen Europas wieder umzusetzen. Dazu wolle man sich gegen die Kriminalisierung der Seenotrettung einsetzen. Das Bündnis fordert außerdem „faire Asylverfahren“ für Menschen, die nach Europa fliehen und fordert, dass Kommunen, die sich zu „sicheren Häfen“ erklärt haben, die rechtlichen Möglichkeiten erhalten, zusätzliche Schutzsuchende aufzunehmen.

Nicht an das „tausendfache Sterben gewöhnen“

„Wenn Menschen in Lebensgefahr sind, dann muss ihnen geholfen werden“, erklärte der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, dasmkirchliche Engagement. „Dieses Signal setzen Kirche und Diakonie mit ihrem vielfältigem Engagement überall dort, wo Menschen in Not sind.“ Die rheinische Kirche hat bereits angekümdigt, das Bündnis mit 100.000 Euro zu unterstützen. An das „tausendfache Sterben“ im Mittelmeer wolle man sich nicht gewöhnen, so Präses Manfred Rekowski.

„United 4 Rescue“ hat die Spendensammlung für ein Seenotrettungsschiff gestartet, das Flüchtlinge im Mittelmeer aufnehmen sol. Unter dem Hashtag #WirschickeneinSchiff werden Spenden gesammelt. Als mögliches Seenotrettungsschiff komme das Kieler Forschungsschiff „Poseidon“ infrage, heißt es. Das Schiff des Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Geomar werde in einem Bieterverfahren am 30. Januar verkauft. Ob das Bündnis den Zuschlag erhalte, sei aber noch ungewiss.

Hinter dem Bündnis „United4Rescue – Gemeinsam retten“ steht der Trägerverein „Gemeinsam Retten„. Vorsitzender ist Thies Gundlach, Vizepräsident des Kirchenamtes der EKD.

Link: Pressemiteilung zur Gründung des Bündnisses

5 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Es tut mir leid, aber das ist keine Lösung. Wenn wir die Menschen retten, ist das ein Signal für die Schlepper um noch mehr Menschen aufs Meer zu schicken. Die Lösung wäre, die Menschen zu retten und dann wieder zurückbringen. Wir müssen die Probleme der Fluchtursachen bekämpfen. Wenn dieses Geld in den Bau von Schulen stecken. Infrastruktur bauen. Die Menschen ausbilden um sich selber ernähren zu können, dann haben wir etwas gewonnen. Ich kann das Geschwätz nicht mehr hören und damit ist das Problem doch nicht gelöst.

  2. Hallo zusammen,
    hier habe ich eigentlich die Meinung das es nicht Auftrag der Kirche Seenotrettung auf diese Art auszubauen und hier mit anderen in einen Topf dies umzusetzen. Hier geht es um mehr als Flüchtlinge auf See zu retten. Man sollte die Gelder zur Fluchtbekämpfung nutzten und nicht noch durch „künstliche“ Rettungseinrichtung die Flucht fördern. Ich glaube das die Kirchen hier einen schweren Fehler machen und das diakonische Gedankengut eben gerade nicht so auslegen, weil es bequemer ist Seenotrettung aufzubauen und billiger als direkt in den Ländern den Ansatz zu bewirken und christlichen Lebensbild zu vermitteln.
    Gegen Armut geht Bildung. gegen Frauenfeindliche Bilder geht Bildung. gegen Flucht hilft Bildung! gegen falsche Religion Bilder hilft Aufklärung darüber. Gegen Hunger hilft Selbstversorgung und kleine Unternehmen aufzubauen. „Seenotrettung“ als Seelenheil aufzubauen hilft hier nicht und kann auch kein Baustein der Hilfe sein. Genauso wenig wie in einen falschen Mainstream zu folgen und dabei zu vergessen das Recht nicht durch Hilfe kommt sondern immer Hilfe zur Selbsthilfe. Deswegen eine Nein zur „Seenotrettung“ wo echte Seenot künstlich gefördert wird. Weg vom Sofa Christentum zu echter Hilfsbereitschaft vor Ort.

  3. Es ist schade, dass so eine Aktion hier seitens der Kirchen und nichtkirchlichen Organisationen (es ist ja keine rein kirchliche Aktion, wie die Mitgliederliste zeigt) notwendig ist.

    Und sie ist notwendig, weil das eigentlich selbstverständliche Retten von Menschen vor dem Ertrinken immer mehr diskreditiert wird als Schlepperunterstützung, gar als Ursache für Flucht. Hier werden die schlichten Tatsachen einfach verdreht, weil es eben bequemer ist.

    Denn eigentlich ist es ja ganz einfach: Wen jemand zu ertrinken droht, rettet man. Völlig egal, ob dieser da selbstverschuldet reingeraten ist oder durch ein Unglück oder durch zu hohes Risiko oder was auch immer.

    In keinem anderen Bereich würde man sagen: Lasst sie doch ertrinken, dann gibt sich das irgendwann wieder.

    Oder kann sich jemand vorstellen, dass man an Badeseen oder Stränden zu risikobereite Menschen einfach ertrinken lässt? Oder bei Kreuzfahrtschiffen in Seenot sagt, die haben doch Geld genug, sollen sie sich selbst drum kümmern? Würde man nicht. Wäre daneben auch illegal.

    Diese Aktion ist notwendig, um Seenotrettung dieser Flüchtlinge im Mittelmeer wieder klarer als das ins öffentliche Bewusstsein zu bringen, was es eben ist: Das völlig selbstverständliche und auch rechtlich zwingend notwendige Retten von Menschen in Seenot.

    Natürlich wären diese Mittel viel besser aufgehoben bei der Ursachenbekämpfung. Und das sollten sich alle die mal bewusst machen, die meinen, man sollte diese Menschen nicht retten. Denn erst durch solche Ansichten muss das Geld dafür eben verwendet werden.

  4. In YouTube habe ich einige Schwarze sagen hören, dass es der bessere Weg wäre vor Ort zu helfen, wäre auch viel günstiger.
    Soll Europa schwarz werden, mit vielen frustrierten Menschen, die keine Arbeit bekommen und mit dem Gefühl dahin vegetieren zu müssen, dass sie unerwünscht sind
    Züchtung von Krankheiten, Drogen und anderer Kriminalität. In Rom gibt es massenhaft Prostituierte aus Nigeria.
    Vielleicht alle Seenot gerettet..
    Wollen sie boku haram bzw. den Islam importieren oder einen Bürgerkrieg fördern?
    Und vor allem ist es das falsche Signal an die Schlepper
    Australien zeigte den Weg

    • >> In YouTube habe ich einige Schwarze sagen hören, dass es der bessere Weg wäre vor Ort zu helfen, wäre auch viel günstiger.

      Und „einige“ oder vielleicht „viele“ andere sehen das anders. Natürlich ist das ein äußerst (!) komplexes Thema. Einfache Lösungen gibt es nicht. Niemand bestreitet übrigens, dass in den Heimatländern geholfen werden muss. Das ist unstrittig, aber darum geht es an dieser Stelle nicht. Hier geht es nicht um eine Lösung für das komplexe Thema Migration, sondern um konkrete Hilfe für Menschen in seenot. Die Frage ist: Was sind gute, ethisch vertretbare Alternativen? Sie nennen Australien als Beispiel. Australien ist komplett von Meer umgeben und erkauft sich die „Lösung“ durch Millionenzahlungen an arme (Papua-Neuguinea und Nauru) bzw. korrupte Staaten (Kambodscha), die die Flüchtlinge internieren. Dabei nimmt Australien Menschenrechtsverletzungen in Kauf. Das „Problem“ wurde ausgelagert, nicht gelöst. Das sichert(e) den Politikern in Australien die Wiederwahl.

      Deutschland müsste, um dem australischen Beispiel zu folgen, zB Deals mit Libyen abschließen. Das ist erstens rechtlich undenkbar, zweitens würde es auch das Problem nicht „lösen“. Sterben würden die Menschen auf dem Meer weiter. In den Meeren vor Australien sterben sie übrigens auch weiter. Das wird nur kaum wahrgenommen. Die Vereinten Nationen werfen Australien übrigsns vor, gegen die Flüchtlingskonventionen von 1951 zu verstoßen.

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