Michael Sweet, der Leadsänger und Gitarrist der Metal Band Stryper, hat ein weiteres Solo-Album rausgebracht – The Master Plan.
Beim ersten Song fühlt man sich unwillkürlich in ein Late Night Konzert versetzt. Alle um einen herum schwenken Teelichter und singen mit. Dann wiederum gibt es Lieder, die eher an einen Sommerhit im Radio erinnern und mit ihrer Happy-Clappy-Leichtigkeit anstecken. Zwischen diesen beiden Extremen findet sich wenig Mittelraum.
Dabei können die Balladen mitunter als etwas überdramatisch oder kitschig empfunden werden: Teilweise fühlt man sich durch Geige, Backround Vocals und emotionale Texte wie in Desert Stream ein wenig überladen. Kritikern könnte es zu schlagerartig klingen – mich als großen Kitsch-Fan holt es ab.
Wer harten Metal erwartet, wird enttäuscht. Das Album geht eher in Richtung Glam Metal oder Hard Rock. Die Dur-lastigen Lieder überzeugen mit verträumten Melodien, die so catchy sind, dass auch Genre-Skeptiker ihnen nicht entkommen können. Sie sind massentauglich, ohne ins Gewöhnliche zu entgleiten.
Während Sweets Stimme Verletzlichkeit und Kraft vereint, strukturiert die E-Gitarre die Songs mit starken Soli und nostalgischen Rhythmen. Doch nicht nur dort schimmern die Achtziger durch: Sowohl textlich als auch melodisch bleiben die Lieder nett ausgedrückt: vintage, fies ausgedrückt: festgefahren. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.
Mein persönlicher Favorit ist der Song Again – ein bittersüßes Abschiedslied. Aber „süß“ gewinnt!
reingehört_Lina Ellert
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