Der Mediziner Eckhard Nagel sieht Geistliche und Juristen geeignet, Sterbewilligen beim Suizid zu assistieren. Pfarrerinnen und Pfarrer seien „geschichtlich gesehen schon immer zuständig für das Geleit über die irdische Lebensschwelle hinweg“ gewesen, sagte er laut katholisch.de in einem Interview mit dem ökumenischen Verein „Andere Zeiten“. Richterinnen und Richter entschieden auch sonst in strittigen Fragen über Weiterbehandlung oder Behandlungsstopp mit. Eine Mitwirkung von Ärzten lehnt er ab. Sie seien der Lebenserhaltung verpflichtet.

Es sei als Fortschritt zu verzeichnen, dass der Umgang mit dem eigenen Körper weitgehend in die Verantwortung jedes Einzelnen gestellt worden sei, sagt Nagel ebenfalls im Interview: „Dazu gehört auch die Möglichkeit sich das Leben zu nehmen.“ Die Debatte um eine ärztliche Sterbehilfe könne er jedoch nicht nachvollziehen: „Dass Tötungsdelikte Teil des ärztlichen Behandlungsauftrags werden sollen, halte ich für völlig irre und eine grauenhafte Vorstellung.“ Nagel ist Professor für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bayreuth. Von 2008 bis 2016 war er Mitglied des Deutschen Ethikrates.

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