Das gab’s noch nie: Auf Einladung der Stiftung Christliche Medien (SCM) und der EKD kamen in Berlin 130 Vertreter von evangelischer und katholischer Kirche sowie Freikirchen zusammen. Dabei zeigte sich: Alle wünschen sich einen missionarischen Aubruch, doch beim „wie“ gehen die Meinungen auseinander.

Wie kann man künftig den missionarischen Auftrag der Kirchen in der Praxis umsetzen und voneinander lernen? Diese Frage stand im im Zentrum des SCM/EKD-Symposiums „Mission Zukunft“ in den Räumlichkeiten der ICF Berlin Tempelhof. Los ging’s mit Impulsreferaten von Dr. Thies Gundlach (Vizepräsident des EKD-Kirchenamts), Dr. Christian Henneke (Bistum Hildesheim), Präses Ansgar Hörsting (Bund Freier evangelischer Gemeinden) und Prof. Dr. Michael Herbst (Leiter des Instituts zur Erforschung von Evangelisation und Gemeindeentwicklung). Hier und beim anschließenden Plenumsgespräch zeigten sich Gemeinsamkeiten – aber auch inhaltliche Differenzen darüber, wie „Mission“ denn konkret aussehen könne oder solle.

Thies Gundlach (EKD) beim Symposium
Thies Gundlach (EKD) beim Symposium „Mission“ (Foto: FeG Deutschland)

Während Gundlach allen „Drohszenarien“ und einer „drängelnden Mission“ entgegentrat („Gott arbeitet nicht mit Angst“), forderte FeG-Präses Hörsting ein „respektvolles“ aber doch „dringendes“ Werben für das Evangelium. Es sei unbiblisch, dies abzulehnen. Herbst erteilte einer „absichtslosen Mission“ eine klare Absage. Tatsächlich sei diese „illusionär“, denn Kommunikation sei nie ziellos. Die Rede davon im Zusammenhang von „Mission“ halte er persönlich für „narkotisierend“ und „extrem gefährlich“. Das sozialwissenschaftliche Institut der EKD habe festgestellt, dass diejenigen Gemeinden besser klarkämen, die „etwas wollen“.

Missionarische Vielfalt

Die kirchliche Gesamtsituation in deutschland ist durch einen großen Traditionsabbruch und sinkende Mitgliederzahlen geprägt. Parallel gibt es aber auch Orte mit missionarischen Aufbrüchen. Im Rahmen des Symposiums wurden verschiedene missionarische Initiativen aus Landes- und Frekirchen vorgestellt, darunter FreshX, Campus für Christus, Willow-Creek-Kongresse, Jugendkirchen wie ICF, das Berlin Projekt und das MissionManifest (katholische Kirche). Michael Diener, Präses des Gnadauer Gemeinschaftsverbands und EKD-ratsmitglied, äußerte die Überzeugung: „Die christlichen Kirchen in Mitteleuropa stehen vor gewaltigen Veränderungen, doch das muss uns nicht schrecken. Eine Kirche, die Gott lobt und den Menschen in Wort und Tat dient, wird Zukunft haben.“

Michael Herbst sagte in seinem Schlussplädoyer (hier im Video): „Solange wir auf den missionarischen Autrag schauen, gibt es viel Einigkeit. Sobald wir anfangen nach links und rechts zu schauen, sind da unsere Baustellen.“. Thies Gundlach äußerte die Hoffnung, „dass die Impulse des Symposiums einen Auftakt zu weiteren Gesprächen und leidenschaftlichen Diskussionen bilden, die auch die jeweils mitgebrachten theologischen Überzeugungen und hintergründigen Bilder übereinander in ein konstruktives Gespräch bringen.“


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Mission ZukunftDas Buch zum Symposium: Es gibt sie: Die hoffnungsvollen Zeichen für einen missionarischen Aufbruch – über Kirchengrenzen hinweg. Faszinierend, inspirierend und manchmal auch provozierend.
Mit Beiträgen von Jörg Ahlbrecht, Heinrich Bedford-Strohm, Sandra Bils, Andreas Boppart, Christina Brudereck, Klaus Douglass, Alexander Garth, Thies Gundlach, Christian Hennecke, Michael Herbst, Ansgar Hörsting, Steffen Kern und vielen mehr.

 

2 DIREKT-KOMMENTARE

    • Lieber Peter,
      das hat tatsächlich nichts mit Schreibfaulheit zu tun, sondern mit journalistischen Grundregeln. Hier gilt, dass akademische Titel eigentlich nur dann geschrieben werden, wenn sie für den Artikel relevant sind.

      Herzlich
      Nathanael Ullmann
      von Jesus.de

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