Weniger Katholiken, mehr Konfessionslose: Dennoch prägt der christliche Glaube das Leben der Menschen in Lateinamerika – auch ohne Kirchenbindung.
Der Anteil katholischer Menschen in mehreren Ländern Lateinamerikas ist in den letzten zehn Jahren deutlich gesunken, befindet sich aber immer noch auf einem hohen Niveau. Das hat das Pew Research Center mitgeteilt (Englisch). Basis für die Analyse sind zwei Pew-Umfragen aus den Jahren 2024 sowie 2013/2014.
Der Katholizismus bleibt demnach mit Abstand die zahlenmäßig größte Religionsgemeinschaft in Lateinamerika. Der Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung sank aber in einzelnen Staaten um bis zu um bis 19 Prozent. Die meisten Ex-Katholiken bezeichnen sich heute entweder als „konfessionslos“ oder wechselten in eine protestantische Kirche. In Chile haben rund 26 Prozent der Erwachsenen, die nach eigenen Angaben katholisch aufgezogen wurden, der Kirche den Rücken gekehrt.
Anteil der Katholiken an der Gesamtbevölkerung:
| Land | 2014 | 2024 |
|---|---|---|
| Argentinien | 71 % | 58 % |
| Brasilien | 61 % | 46 % |
| Chile | 64 % | 46 % |
| Kolumbien | 79 % | 60 % |
| Mexiko | 81 % | 67 % |
| Peru | 76 % | 67 % |
| Daten: PEW Research Center | ||
Mehr Konfessionslose
Deutlich zugenommen hat laut der Pew-Umfragen der Anteil der Erwachsene in Lateinamerika, die sich selbst als Atheisten, Agnostiker oder keiner speziellen Religion zugehörig bezeichnen, heißt es. In Chile sind es inzwischen 33 Prozent, in Argentinien 24 Prozent und in Kolumbien 23 Prozent.
Leicht gewachsen ist laut Pew der Anteil der Mitglieder evangelischer Kirchen. In Brasilien stieg er um 3 Prozent auf 29 Prozent. In den übrigen Staaten waren es ein bis zwei Prozent.
| Land | Anteil Protestanten |
|---|---|
| Argentinien | 16 % |
| Brasilien | 29 % |
| Chile | 19 % |
| Kolumbien | 15 % |
| Mexiko | 9 % |
| Peru | 18 % |
Vergleich mit Europa
Trotz dieser Veränderungen sind Lateinamerikaner im weltweiten Vergleich nach wie vor sehr religiös. Laut Pew Research Center glauben mindestens neun von zehn Erwachsenen an Gott (Peru: 97 Prozent). Mehr als die Hälfte der Befragten in Brasilien, Kolumbien, Mexiko und Peru habe angegeben, dass Religion für sie „sehr wichtig“ sei (Brasilien: 79 Prozent). Auch das Gebet habe eine große Bedeutung: Die Mehrheit der Brasilianer, Kolumbianer und Peruaner bete mindestens einmal am Tag.
Anhand derselben drei Kriterien stellte das Pew Research Center fest: Lateinamerikaner ohne Religionszugehörigkeit sind ähnlich religiös wie Kirchenmitglieder in Europa. Zwischen 58 Prozent (Schweden) und 92 Prozent (Italien) der Kirchenmitglieder in Europa glaubt an Gott. Dies sei vergleichbar mit nicht konfessionell gebundenen Lateinamerikanern, von denen zwischen 62 Prozent (Argentinien) und 92 Prozent (Brasilien) an Gott glauben. Auch die Häufigkeit des Gebets und die persönliche Bedeutung der Religion seien demnach ähnlich.
Das Pew Research Center stützt sich für seine Analyse laut eigenen Angaben auf die Befragung von mehr als 6.000 Erwachsenen in den genannten sechs Ländern.
Link: Catholicism Has Declined in Latin America Over the Past Decade (Pew Research Center)

Wir sehen hinter keine Stirn
Ich bin sehr vorsichtig damit, meine Mitmenschen in die Schublade 1= christlich, in die Schublade 2= eigentlich nicht richtig christlich und dann noch als 3= atheistisch oder nihilistisch, zu tun. Denn manchmal stimmt dies einfach nicht und die Leute passen nicht in unsere Denkschemata. Meine ehemalige Podologin war aus mir unbekannten Gründen aus der Kirche schon vor langer Zeit ausgetreten, vom christlichen Glauben hat sie sehr wenig Wissen, aber sie betet jeden Tag und war quasi immer mit Gott im Gespräch. Eigentlich ist sie die frömmste Mitbürgerin in meiner alten Heimat gewesen, obwohl sie die üblichen Vorurteile (oder andere Meinungen wie ich) hatte. Und ich kannte einen längst verstorbenen Gastronom, der auf seinem Nachttisch immer eine Bibel liegen und er darin auch sehr gründlich gelesen hatte. Leider ging er in keine Kirche, das mag für ihn schwierig sein wegen seiner Arbeit, für seine Seele auch ein Nachteil. Dann erinnere ich mich an eine Nachbarin, die bei jeder Gelegenheit auf die Kirche schimpfte, ihre Ungläubigkeit lobte, aber dann doch seltsamerweise die (langweilige) Kirchenzeitung der EKHN abonnierte und regelmäßig am damals noch gut besuchten Frauenkreis teilnahm, Kaffee trank, Kuchen gern verspeiste und selbstverständlich die Gesangbuchlieder mitsang und der pfarrerlichen Andacht lauschte. Das mögen, neben den vielen Leute bei den Fernsehgottesdiensten, vielleicht eher Ausnahmen sein, aber andererseits kann es hierüber keine Statistik geben. Denn wir schauen niemals hinter die Stirn und dies ist auch gut so. Nur Gott sieht ins Herz und liebt trotzdem jeden, der auf Erden irgendwo geboren wird. Warum sollte er dies tun, wenn seine Ausbeute an wahrer Frömmigkeit doch defizitär rar ausfällt??? Da denke ich dann an den Barmherzigen Samariter, der damals im Judentum wo alle seiner Volksgruppe als Ungläubiger galt, aber von Jesus im Gleichnis wegen seiner Hilfsbereitschaft sehr gelobt wurde. Ohne jetzt der Werkgerechtigkeit das Wort zu reden, hat selbst der eher konservative damalige große Theologe Karl Rahner auch vom „Anonymen Christen“ geschrieben, der ohne es überhaupt selbst zu wissen, hier den guten Willen Gottes tut. Denn der Heilige Geist weht wo er will, vielleicht auch bei Leuten, wo wir dies nie vermuten. Oder den ehrlich engagierten Jugendlichen, die früher noch auf die Straße gingen und für die Rettung unserer Menschheit auf diesem Planeten kämpfen und dem Klimawandel Parolie boten. Wir werden es wieder merken, wenn dieser neue Sommer 2026 der Heißeste vieler Jahre wird. Das Gott mich liebt habe ich nicht immer verdient.
Aus einer verbreiteten christlichen Sicht ist schon die Fragestellung unsinnig, weil für viele gläubige Christen ist ihr in der Bibel begründete christliche Glaube KEINE RELIGION!!
Eine Religion ist nämlich aus dieser Sicht der menschliche Versuch, ein religiöses Heil zu erreichen.
Gemäß dem Evangelium Gottes ist jeder menschliche Versuch, das Heil zu erreichen zum Scheitern verurteilt!
Die Menschen können nur durch die Akzeptanz von Jesus Christus als ihrem Herrn und Retter die Sündenvergebung und das ewige Leben erhalten!
Die Menschen werden aufgrund der Gnade Gottes und dem Glauben daran gerettet!
Und nicht aus eigenen guten Taten oder Meditationen und Gebeten usw. (Epheser 2:8-10)!
Deshalb sind gerade an Christus gläubige Christen nicht wirklich „religiös“, aber nicht mit Atheisten und Konfessionslosen gleichzusetzen!!
Liebe Grüße
Aku
Das ist eine innerchristliche Sicht, in abwertender Abgrenzung zu anderen Religionen und der Betonung der eigenen Besonderheit. Religion = der Mensch versucht, zu Gott zu kommen. Christlicher Glaube = Gott kommt zum Menschen. Das ist allerdings eine verkürzte Definition von „Religion“. Sie hat Wurzeln in der Reformation, wenn ich mich richtig erinnere. Schon Luther machte diesen Unterschied zwischen Gaube und Religion.
Soziologisch betrachtet ist das Christentum nur eine von vielen Religionen. Religion ist eben nicht per Definition „Heil durch eigene Leistung“, sondern ein Glaubenssystem mit bestimmten Merkmalen (Glaubensvorstellungen, Gemeinschaft, Rituale. Feste, Werte/Normen etc.). Lustigerweise ist der Satz „Wir sind keine Religion“ typisch für viele religiöse Gruppierungen. Auch religionswissenschaftlich ist es komplex. Es gibt zahllose Definitionen von Religon. Das Christentum fällt aber auch darunter. Es hat dogmatische Lehren, ritualisierte Praktiken (Gottesdienst, Gebet, Taufe …), Strukturen und Ethik. All das sind Kennzeichen für Religionen im religionswissenschaftlichen Sinn.
So oder so, ein komplexes und spannendes Thema. Klar ist aber, dass diese Diskussion nach „außen“ obsolet ist.
Es gibt ein Lied von R.E.M., das heißt „LOSING MY RELIGION“.
In dem Lied geht es auch nicht darum, den Glauben zu verlieren, sondern es geht um Wutausbrüche, Verzweiflung und Frustration usw.
Der Ausdruck stammt aus dem Süden der USA. Und so gibt es seit langer Zeit einen christlichen Spruch, der lautet: „I lose my religion when i find Jesus!“
Die Bedeutung von Religion als Versuch von Menschen durch eigene Bemühungen ein religiöses Heil zu erreichen, ist in christlichen Kreisen schon lange bekannt.
Und wenn man sich die typischen Religionen, einschließlich eines falsch verstandenen Christentums, anschaut, dann kann man sehr deutlich erkennen, dass es wirklich so ist!
Aber viele erkennen das nicht und tun deshalb an Christus gläubige Christen in einen Topf mit Atheisten, Agnostikern und Konfessionslosen werfen!
Grundsätzlich LIEBE ich ALLE MENSCHEN!!!
Aber ich LIEBE NICHT ALLE RELIGIONEN!!!
Gemäß dem Evangelium Gottes kann man nur durch Jesus Christus Sündenvergebung und ewiges Leben im Frieden mit Gott haben!!!
Die Bibel, die für Christen die entscheidende schriftliche Glaubensgrundlage ist, bezeugt das sehr deutlich, wie beispielsweise in Johannes 3:16!
Liebe Grüße
Aku
Gott ist Liebe
Antwort an Aku: Jesus hat immerhin versprochen, aber da möchte ich ihm nicht widersprechen, dass er als milder Herrscher kommt (d.h. ohne jede Gewalt und nicht als Richter), sondern als Erlöser. Wie Gott trotzdem alle erlöst, ist seine Aufgabe. Aber es wäre geradezu absurd, wenn Jesus für die ganze Welt und jede Kreatur damals am Kreuz starb (und auferstand) und dabei grandios scheitern würde, sodass es im Himmel geradezu menschenleer und einsam ist. Oder wir haben unter Gericht irrtümlich Hinrichtung verstanden und nicht die endgültige freiwillige Versöhnung aller Menschen mit Gott am Ende aller Dinge. Dann wird Gott all dies wieder in Ordnung bringen, was wir hier als Unmenschlichkeit und Hölle jeden Tag anrichten. Gott ist Liebe und er regiert nicht mit Gewalt. Und sicher kann nur Jesus Christus Sünden vergeben und er hat es ja getan.
Kein Mensch brauch eine Bindung an Organisationen wie die kath. oder ev.Kirche oder dergl, sondern einzig an CHRISTUS … deshalb ist diese konfessionslose Bindung prima !!!