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Christlicher Rap gegen Messerstecher-Trend

Mehr als 50 Messerangriffe pro Tag hat es 2020 in Deutschland gegeben. In England sind es sogar doppelt so viele. Die christliche Rap-Band OTC zeigt Auswege aus der Gewaltspirale.

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Es ist Freitagabend und Alessandro ist mit seinen Freunden in Köln unterwegs. Zu ihrer Gruppe gesellen sich einige Bekannte, die der 18-Jährige aber nicht kennt. Es wird getrunken und gechillt, bis unter den jungen Männern eine Diskussion entbrennt.

Eigentlich ist Alessandro ein zurückhaltender Typ. Hochgewachsen, mit blonden Locken, die ihm in die Augen fallen. Doch scheinbar trifft sein Kommentar heute Abend einen Nerv bei den Dazugestoßenen. Aus dem Nichts wird er niedergeschlagen. Seine Freunde flüchten in Panik. Allein kauert Alessandro am Boden, als einer der Angreifer ein Messer zieht und ihm in die Flanke sticht.

Mehr als 50 Messerangriffe pro Tag in Deutschland

Was wie absurdes Alptraummaterial klingt, ist schon lange kein Einzelfall mehr. Allein in Deutschland gab es im Jahr 2020 mehr als 50 Messerangriffe – pro Tag. Und auch wenn in der Schweiz die Zahl der Tötungsdelikte insgesamt sinkt, ist die Wahl der Waffe bei Tötungen und Tötungsversuchen klar – über die Hälfte erfolgen mit dem Messer. Das klingt jedoch fast wie eine Kleinigkeit im Vergleich zu dem, was sich im Vereinigten Königreich abspielt.

Die Engländer kämpfen seit Jahren gegen den Anstieg von Messerstechereien an. Vor allem unter jungen Leuten ist Messer-Kriminalität zu einem riesigen Problem geworden. Im Zeitraum von Juli 2020 bis Juni 2021 zählte die Polizei in England und Wales doppelt so viele Fälle von Straftaten mit einer Stichwaffe, wie in Deutschland. Vom leicht zugänglichen Küchenmesser, bis zum Bajonett ist alles dabei.

Gewaltphantasien im Drill-Rap

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Erstaunlicherweise spielt dabei eine große Rolle, mit welchem Musikgenre sich die Täter hoch identifizieren. Im sogenannten Drill-Rap werden Gewaltphantasien ausgesprochen und konkrete Personen bedroht, im Internet verbreiten sich die Musik-Videos, in denen es um Bandenkriminalität und territoriale Machtkämpfe geht.

Anders als bei der amerikanischen Drill-Musik werden im UK Drill vor allem Stichwaffen glorifiziert. Wegen ihrer Verfügbarkeit, vermuten Experten. Eine Entwicklung, zu der auch die Sparmaßnahmen der Politik beigetragen haben: Lange wurde kein Geld in Jugendzentren und Freizeitangebote gesteckt, sodass bei jungen Menschen die Frustration und Perspektivlosigkeit wuchs.

Glück im Unglück

Alessandro aus Köln ist mit schweren, aber nicht lebensbedrohlichen Verletzungen davongekommen. Ein Spaziergänger rettet ihm das Leben und schlägt die Angreifer in die Flucht. Später werden die Täter gefasst und verurteilt.

Erleichtert sei er schon, auch wenn ihn die Frage nach dem „Warum“ nicht loslasse. Mit den psychischen Folgen der Attacke habe er auch heute noch zu kämpfen, wo sein Körper längst verheilt sei, erzählt er im Interview mit dem YouTuber Leeroy Matata.

Ausweg aus der Gewaltspirale

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Damit anderen Jugendlichen solch eine Erfahrung erspart bleibt, engagiert sich die englische Band OTC gegen den Messer-Trend. Aidan, Gina und James arbeiten mit der örtlichen Polizei zusammen und wollen jungen Menschen einen Ausweg aus der Gewaltspirale aufzeigen. Auch, weil sie selbst leidvolle Erfahrungen sammeln mussten.

Wenn die dreiköpfige Band nicht gerade auf Festivals und Veranstaltungen performt, sind sie an Schulen in ganz England unterwegs und erzählen mit ihren Liedern ihre eigenen Geschichten. Wie die von Aidan, der als 14-Jähriger anfing, Drogen zu nehmen, wenig später, sie zu verkaufen. „Ich war eine sehr wütende Person, die nicht wusste, wie sie mit all dem Druck, dem sie ausgesetzt war, richtig umgehen konnte.“

„Dieses Gebet hat mich vom Beifahrersitz auf den Fahrersitz meines Lebens befördert.“

Aidan von OTC

Mit 18 besucht er ein christliches Musikfestival, auf dem eine ältere Dame ihn überzeugt, für sich beten zu lassen. „Dieses Gebet hat mich vom Beifahrersitz auf den Fahrersitz meines Lebens befördert. Das ist der Grund für das, was ich heute tue.“

Gemeinsam mit Bandkollege James, der als Teenager ebenfalls mit Drogen- und Bandenkriminalität in Kontakt kam und selbst ein Messer trug, schreibt er den Song „No more knifes“, der Namensgeber für eine ganze Tour wird. „Wir wollten einen Drill Song machen, der das Gegenteil von dem proklamiert, was in diesem Genre üblicherweise passiert. Indem wir nicht Waffen, sondern gute Entscheidungen verherrlichen.“

Kinder können bei Konzerten anonym Messer abgeben

Bei ihren Schulkonzerten werden immer wieder Messer in sogenannten Amnesty Bins abgegeben. Behälter, in die Kids anonym und ohne Konsequenzen fürchten zu müssen, der Polizei ihre Waffen aushändigen. „Manchmal verstecken die Kinder die Messer auch. Einmal haben wir ein zurückgelassenes Messer gefunden, das unter einem Stuhl befestigt war“, erzählt Aidan.

„Neben der Aufklärungsarbeit laden wir die Schülerinnen und Schüler zu Konzerten ein, auf denen wir davon berichten, wie Jesus die Perspektive unseres Lebens verändert hat.“ Dabei arbeiten sie eng mit den Gemeinden vor Ort zusammen, die sich nach den Events um die Jugendlichen kümmern.

Julia Spliethoff ist Redakteurin beim DRAN Magazin. Von der Begegnung mit OTC in Manchester erzählt sie jedem, der es hören will, mit leuchtenden Augen.


Ausgabe 7/22

Dieser Artikel ist in der Zeitschrift DRAN erschienen. DRAN ist Teil des SCM Bundes-Verlags, zu dem auch Jesus.de gehört.

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2 Kommentare

  1. Peter: „Geht es dabei um die ständigen Messerangriffe von Christen?“ – Ja, natürlich, um welche Messerfachkräfte denn sonst? Ein „einleuchtender Gedanke,“ das ich da nicht selbst gleich drauf gekommen bin 🙂 .

    Diese etablierten Messerangriffe nach Europa, die uns als Säuglinge suggeriert werden… haben seit 2015 ihre Normalität erreicht, die in manch europäischen Ländern „uns christlich großzügig bereichern… “ man „wundert sich… .“ Plötzlich werden Gastländer mit allerlei unberechenbarer Gewalt jedweder Möglichkeiten, grenzenlos terrorisiert. Lieblingswerkzeug: Messer! Das nennt man Fachkenntnis. Nebenbei drei tägliche Vergewaltigungen, allein in Deutscheland, v. der Dunkelziffer wissen wir nichts, natürlich, wie auch? Ist schon der Mainstream politisch korrekt sehr finster bemüht, sich an der Laterne festzuhalten – „sind alles nur Einzeltäter,“ die Vielzahl seit dem Bärchenwerfen… . Wenn es nicht so traurig verlogen wäre, müßte ich darüber lachen. Ach ja, die Gruppenvergewaltigungen, jetzt fällt es mir wieder ein, die sind ja ebenso seit 2015 selbstverständlich mit in die „neue moderne – alles ist nun möglich – Multikulti-Welt, ihrer Willkommenskultur,“ eingezogen. Stellen wir uns nicht so an -„wir sind tolerant und bemühen uns nach Lösungen!“ Schließlich ist das Böse traumatisiert… „Wir entschuldigen.“

    Dieser Beitrag hätte sich selbst erparen können – er verwischt die Tatsache von Ursache = Wirkung. Na dann schöne neue Welt, weiterhin viel Erfolg dabei, die Wirklichkeit worin auch immer, von Bitterkeit hin zu versüßen. Auch dabei warnte einst Jesus – Jesaja 5,20:

    »Wehe denen, die das Böse gut nennen und das Gute böse, die Finsternis zu Licht machen und Licht zu Finsternis; die Bitteres zu Süssem machen und Süsses zu Bitterem!« – Vielleicht sollte man eher darüber rappen.

    An die Zensur-Begabten: Nur die Lüge braucht Verbote!

    Ps: Nein, ich bin kein NAZI! Denn ich habe keinen Gefallen am bösen. Ich bin auch nicht rechts, links, mittig, rot, grün, gelb, braun, schwarz oder blau – ich bin ein Mensch, der sich von Gutmenschen, ihrem Wahnsinn, nicht täuschen läßt. Nur die Dummheit passt sich an. Die Dummheit, die sich selbst für den Denkenden hält. Also, wie gewohnt, ein immer weiter so! Gute Besserung.

    Die Wahrheit bahnt sich ihren Weg. Wer vermag es, sie zu verhindern? Da hilft auch keine Zensur – schon vor über 2000 Jahren hatten die „ewig gefühlten sterblichen Hoheiten“ versucht, dem Sohn GOTTES, Jesus den Mund zu verbieten und? Es verwundert mich nicht, wie begrenzte Menschen mit ihrem kleinen menschlichen Verstand versuchen, alles zu erklären und zu widerlegen, oder gar zu verbieten, was grösser ist, als sie selbst

    „Die Definition von Wahnsinn ist: immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. “ (Einstein)

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