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EKD-Spitze: Wer folgt auf Bedford-Strohm?

Am 10. November entscheidet sich, wer die Nachfolge des EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm antritt. Ein Generationswechsel ist unwahrscheinlich.

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Von Daniel Wildraut

Vor einem Jahr hatte der bayerische Landesbischof Bedford-Strohm (61) angekündigt, 2021 nicht noch einmal für das Amt des Ratsvorsitzenden zu kandidieren. Am 9. November wählen die 128 Mitglieder der EKD-Synode und die Kirchenkonferenz (Leitungen der 20 Landeskirchen) zunächst den Rat der EKD neu. Für die 14 freien Plätze gibt es 22 Kandidatinnen und Kandidaten. Tags darauf wird dann aus dem Kreis der neuen Ratsmitglieder eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger für Bedford-Strohm gewählt.

Es ist Tradition, jedoch nicht Bedingung, dass ein leitender Geistlicher den Ratsvorsitz übernimmt – quasi als „Gegengewicht“ zum Präsesamt, das in der Regel von einem Laien ausgeübt wird. Zurzeit ist dies die Studentin Anna-Nicole Heinrich (25), die durch ihr Amt als einziges Mitglied des neuen Rats bereits feststeht. Über dieses „ungeschriebene Gesetz heißt es:

„Unter allen Beteiligten herrscht Einigkeit, dass das Amt am besten in die Hand eines oder einer leitenden Geistlichen einer der 20 Landeskirchen gehört, der oder die nicht zu nah vor dem Ruhestand steht.“ (Quelle: EKD.de)

Fehrs, Jung oder Kurschus?

Folgt die Synode ihrer eigenen Tradition, wird eine der folgenden fünf Personen am 10. November die Nachfolge von Bedford-Strohm antreten – den Einzug in den Rat vorausgesetzt:

Gute Chancen auf den Ratsvorsitz werden der Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs (60) eingeräumt, von 2018 bis 2020 Sprecherin des „Beauftragtenrates der EKD“, der sich um die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in evangelischen Gemeinden und Einrichtungen kümmert. Ebenfalls als potenzieller Nachfolger genannt wurde Volker Jung (61), der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Der „Medienbischof“ der EKD gilt innerhalb der Kirche als einer der Vorreiter des digitalen Wandels. Jung und Fehrs gehören dem Rat der EKD seit 2015 an. Dies gilt auch für die bisherige Stellvertreterin des Ratsvorsitzenden, die westfälische Präses Annette Kurschus (58).

Erstmals zur Wahl stehen der sächsische Landesbischof Tobias Bilz (57) sowie Christian Stäblein (54), seit 2019 Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). 

Ein echter Generationswechsel, so wie bei der Präseswahl im Mai dieses Jahres, ist also unwahrscheinlich. Andererseits hat gerade die Wahl von Anna-Nicole Heinrich gezeigt, dass Überraschungen bei der EKD durchaus möglich sind.

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3 KOMMENTARE

  1. Ayman Mazyek, der heutige Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, wäre ein guter Nachfolger von Bedford-Strohm. Mazyek hat kulturelle Sensibilität gegenüber anderen Glaubenshintergründen – eine wichtige Qualifikation für diese exponierte Tätigkeit. Er ist parkettsicher in Talkshows und eckt nicht an. Bei Besuchen auf dem Jerusalemer Tempelberg braucht er das Kreuz nicht ablegen, weil er ohnehin keines trägt. Er würde dokumentieren, daß die EKD alle und jede ins Herz schließt – unabhängig von religiöser, geschlechtlicher oder ethnischer Identität. Passend zum politischen Neuafbruch in der Politik durch die Ampel, würde dieser EKD-Neuanfang sich bestens einfügen. Schließlich gilt es, noch konsequenter gegen Rechts, eine offene Gesellschaft und vor allem offene Grenzen vehement einzutreten. Fazit: die Persönlichkeit Ayman Mazyek wäre ein ebenso mutiger wie aufrichtiger Schritt der EKD, um kundzutun, wofür sie steht, nämlich für so ziemlich alles, aber kaum noch für Jesus Christus, den exklusiven Weg zur ewigen Errettung.

    • „Er würde dokumentieren, daß die EKD alle und jede ins Herz schließt – unabhängig von religiöser, geschlechtlicher oder ethnischer Identität. “

      Den Rest lasse ich unkommentiert, aber was soll das denn heißen? Halten Sie es etwa für falsch, Menschen „unabhängig von religiöser, geschlechtlicher oder ethnischer Identität“ ins Herz zu schließen? Ernsthaft?

      • Guter Hinweis! Da ist mir ein Formulierungsfehler unterlaufen! Ganz klar: jedem Menschen sollte mit Liebe begegnet werden, was aber nicht bedeutet, die Wahrheit zu verleugnen und z.B. Sünde auch als Sünde zu benennen.

        Letzteres ist aber seit langen nicht mehr der Fall in großen Teilen der EKD.

        Es würde eher dem heillosen Trend der EKD entsprechen, wenn z.B. Süßholz-raspelnd und von Liebe wie Toleranz fabulierend z.B. einem Abtreibungsarzt der kirchliche Segen für sein greuliches Treiben verliehen würde. Natürlich unter Leugnung des Gebotes „Du sollst nicht töten“. Wie könnte schließlich die EKD so intolerant, ewiggestrig und reaktionär sein, das Wort Gottes hochzuhalten?

        Mir kam aber noch ein weiterer Gedanke: nämlich, daß anstelle von Ayman Mazyek vielleicht doch Greta Thunberg die bessere Wahl wäre. A, sie ist eine Frau, B, sie ist fürs` Klima. Bei ihr müßte aber noch geklärt werden, ob sie ebenso formvollendet wie Bedford-Strohm den Muezzin-Ruf verteidigen kann. Siehe: https://www.zdf.de/nachrichten/politik/bedford-strohm-muezzin-100.html

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