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Heinrich Bedford-Strohm: EKD-Ratsvorsitzender rechtfertigt sich gegenüber Kritikern

Der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), hat die Entscheidung gerechtfertigt, während des Besuchs auf dem Tempelberg in Jerusalem sein Bischofskreuz abzulegen. „Wir haben aus Respekt vor den Gastgebern gehandelt“, sagte er am 28. Oktober vor Pressevertretern.

Es handele sich aber „in keinster Weise um eine Verleugnung des Kreuzes, sondern um eine Antwort auf den Wunsch der Gastgeber“.

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Eine Delegation von EKD und (katholischer) Deutscher Bischofskonferenz war Mitte Oktober zu einer gemeinsamen Pilgerfahrt nach Israel gereist. Dort besuchte sie neben Stätten, an denen Jesus gewirkt hat, auch den muslimischen Felsendom und die jüdische Klagemauer. Fotos davon zeigten den Ratsvorsitzenden ohne sein Bischofskreuz. Das hatte Verwunderung ausgelöst. Wie Bedford-Strohm vor den Journalisten weiter sagte, trägt er bei Moscheebesuchen sonst das Bischofskreuz: „Das halte ich für den Normalfall.“ Den eigenen Glauben im interreligiösen Dialog zu verleugnen, sei der verkehrte Weg. In dieser besonderen Situation in Jerusalem wäre es aber falsch gewesen, dem Wunsch der islamischen Gastgeber nicht nachzukommen, erklärte er.

Ökumene: Wir wollen keine „Einheitsorganisation“ 

Angesprochen auf konkrete ökumenische Fortschritte im Zuge des 500-jährigen Reformationsjubiläums 2017 sagte der EKD-Ratsvorsitzende, es gehe nicht darum, eine „Einheitsorganisation“ zu schaffen. Vielmehr strebten die evangelische und die katholische Kirche ein Miteinander in versöhnter Verschiedenheit an. Man sehe in den Traditionen, die parallel gewachsen seien, einen Reichtum. In der „Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre sei 1999 von einem „differenzierten Konsens“ die Rede gewesen, den man erreicht habe. Bedford-Strohm äußerte die Hoffnung, dass man dazu auch in den weiter offenen Fragen komme. Dass nicht gemeinsam Abendmahl gefeiert werde, sei eine der noch am deutlichsten sichtbaren Wunden der Kirchentrennung.

Die Kirche muss sich auch politisch äußern

Bedford-Strohm verteidigte, dass sich die evangelische Kirche auch zu politischen Fragen zu Wort melde. Er reagierte damit auf eine Äußerung des früheren Vizepräses der EKD-Synode, des ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Günther Beckstein (CSU). Dieser hatte kürzlich erklärt, er kenne „viele, die wegen politischer Äußerungen von Bischöfen aus der Kirche ausgetreten sind, aber niemanden, der deswegen eingetreten ist“. Nach Bedford-Strohms Worten dürfen Amtsträger in der Kirche „ihre Privatmeinung nicht mit einem Heiligenschein versehen“. Aber wo es um das Doppelgebot der Liebe gehe und nur die Politik Abhilfe schaffen könne – wie etwa bei der Flüchtlingskrise oder der weltweiten wirtschaftlichen Ungerechtigkeit –, habe die Kirche die Aufgabe, sich zu Wort zu melden. Und er kenne durchaus Menschen, die deswegen in die Kirche eingetreten seien.

Wunsch nach einer „Generation 2017“

Sein größter Wunsch an das Reformationsjubiläum sei, dass möglichst viele Menschen Christus neu entdeckten, sagte Bedford-Strohm. Vor allem junge Leute sollten für den christlichen Glauben begeistert werden: „Ich wünsche mir, dass eine Generation 2017 aus diesem Reformationsjubiläum hervorgeht.“ Das öffentliche Interesse am Jubiläum beeindrucke ihn. So seien bereits 140.000 Exemplare der überarbeiteten Lutherbibel verkauft worden. Die kostenlose App für Mobilgeräte hätten sich bereits 26.000 Interessierte heruntergeladen: „Das zeigt, dass die Reformation Menschen auch nach 500 Jahren noch berührt, besonders in einer Zeit, in der so viele Menschen nach Halt und Orientierung suchen.“

Quelleidea.de

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