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Sächsischer Bischof Bilz: Durch Gebet die Einheit der Christen fördern

Der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens (EVLKS), Tobias Bilz, hat die ökumenische Gebetsaktion „Gemeinsam vor Pfingsten“ am 30. Mai mitinitiiert – gemeinsam mit anderen Leitern wie Gebetshaus-Gründer Johannes Hartl und ICF-Pastorin Frauke Teichen. Die Aktion soll das Miteinander stärken.

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Von Norbert Abt

Bischof Tobias Bilz betont die ökumenische Ausrichtung des Gebets am 30. Mai. „Das Gebet von Christen aus verschiedenen Konfessionen ist geradezu eine Voraussetzung für Segen. Ich vergleiche Uneinigkeit zwischen Christen mit einem Gefäß, das Risse hat. Da rinnt das Wasser einfach durch“, sagt Bilz. „Und so fließt der Segen einfach weg, den Gott uns schenken will, wenn wir kein Miteinander haben, uns abgrenzen oder streiten.“ Demgegenüber sei das gemeinsame Gebet ein Ort der Kraft.

Angesichts der vielen Trennungen sei es geboten, nicht die Risse zu befördern, sondern das Miteinander. Ihm seien beispielsweise auch die Beziehungen zu freikirchlichen und freien Gemeinden wichtig. Hier erlebe er „eine große Ernsthaftigkeit und Sehnsucht“.

Mit Blick auf den Mitgliederschwund und die vielen kirchlichen Skandale, sehnten sich viele Christen nach „einem neuen Pfingsten“, denn wir brauchen „Geist und Leben“. Da gibt es unter vielen Christen eine „Sehnsucht nach Erneuerung und neuem Leben“.

Für den Frieden in der Ukraine beten

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Kurz nach Ausbruch des Ukrainekrieges rief Bilz zum Gebet für den Frieden auf. „Beten und Tun sind unsere ureigenen Möglichkeiten, als Christinnen und Christen in dieser Welt Verantwortung zu übernehmen“, sagt der Landesbischof. „Mit diesem Gebet für den Frieden wollen wir auch ein Zeichen setzen für unsere Glaubensgeschwister im Baltikum und in Belarus, in Russland und der Ukraine.“

Trotz Krisen und Akzeptanzverlust trauen viele Menschen den Kirchen zu, „Frieden zu stiften“. Wichtig sei ihm bei den Friedensgebeten eine Sprache, die keinen der Kriegsbeteiligten ausgrenze.

Es gibt kein richtiges Beten

Allzu oft gebe es die Vorstellung bei Menschen, dass es wichtig sei, „es beim Gebet richtigzumachen, damit es wirkt“. Doch, wie gebetet werde, in welcher Haltung und mit welchen Worten sei etwas „intimes und ganz persönliches“, es müsse vielmehr dem entsprechen, „was ich selbst empfinde und denke“.

Für Bilz ist das persönliche Gebet auch eine Gelegenheit, Gott die eigene Hingabe auszudrücken. Es gehe darum „Gott unseren Verstand und Willen, unsere Kraft und unser Gefühl, unsere Möglichkeiten und Grenzen, unsere Stärken und Schwächen, einfach alles zu bringen“, meint Bilz, „und ihm ganz schlicht zu sagen: ‚Sei du der Herr heute.‘ Das macht etwas mit mir und die Haltung, in der ich durch den Tag gehe.“

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So betet der Landesbischof täglich Martin Luthers Morgensegen, in dem es heißt: „Denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände.“

Die Gebetsaktion „Gemeinsam vor Pfingsten“ wird am 30. Mai ab 19 Uhr live aus der Dresdener Kreuzkirche gestreamt und ist auf YouTube, Bibel-TV und Sachsen Fernsehen zu sehen.

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4 Kommentare

      • Hallo Simon,

        bist du dieser Simon aus der Kommentarspalte?
        Ich fande deine Kommentare recht einsichtsvoll (besonders den über die Hölle).
        Danke für Ihre toll arbeit.

        PS: Ich fande Ulric hat keinen Wert zu deinem Kommentar hinzufügt

        Viele Grüße
        Petra Durr

  1. Gebet und Arbeit sind wichtig

    Selbstverständlich sollte man dringend und nachhaltig für die Einheit der Christen beten. Mit Einheit meine ich aber das Bewusstsein, dass alle Christinnen und Christen aus den beiden großen konfessionellen Kirchen, sowie evangelisch/katholisch weltweit, sowie alle Freikirchen und Gemeinschaften, (theologisch-biblisch) eine Kirche sind. Deshalb meine ich damit eine Einheit in der Vielfalt. Übrigens ist dann die – zumindest dogmatisch vorgegebene Nichteinheit durch einen Nichtzugang zum Abendmahl bei Konfessionsverschiedenheit – eher ein Skandal als eine hinzunehmende Realität. Als Christ bin ich der festen Überzeugung, dass Jesus Christus selbst der Einladende ist, nicht nur zu den Angeboten der Kirche/n, sondern auch zur Mahlgemeinschaft am Tisch des Herrn. Um es fromm auszudrücken, ist die Arbeit eine solche im Weinberg des Herrn. Christin und Christ zu sein bedeutet, an den Gottesdiensten seiner Gemeinde teilzunehmen, aber auch an der oder den Gemeindegruppe/n, sonstigen Angeboten sowie der Gemeinschaft. Zur Arbeit gehört ebenso Verantwortung zu übernehmen, demokratisch die Gemeindeleitung mit zu wählen oder sich wählen zu lassen. Arbeit ist ihrem Sinn nach nicht im wesentlichen das Wahren der Pfunde, sondern dessen Vermehrung. Landeskirchlich gibt es sicherlich sehr aktive Gemeinden, gute Gottesdienstbesuche und neue Ideen, leider oft aber auch Stillstand. Es kommen dann weniger Menschen zu den sonn- und feiertäglichen Gottesdiensten, sicherlich auch bedingt als Nachwirkung der Coronapandemie, sodann diagnostiziert als Traditionsabbruch. Den gibt es dann ebenso bei den Freikirchen, auch hier reduziert sich nicht unerheblich die Bereitschaft zu der Gemeinschaft der Christen dazu zu gehören und aktiv zu sein. Inhaltlich kann oder sollte Arbeit darin bestehen, dass Kirche ihre Komm-Hin-Struktur auch dahingehend verändert, dass sie auch aufsuchende Arbeit betreibt als eine Geh-Hin-Struktur: Wenn sie an die Ränder geht, das Leben mit anderen Menschen teilt, vor allem mit den Armen und Benachteiligten. Beten und Arbeiten gehören zusammen, nicht aber nur zu beten und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen. Das Gebet hat Segen und Gott wird immer antworten, aber sein Reden und Tun muss nicht immer mit unseren Wünschen übereinstimmen. Selbstverständlich benötigen wir die Kraft der Heiligen Geistkraft, denn wenn der Herr nicht das Haus baut arbeiten die Bauleute vergebens. Gebet ohne Tun ist dort mit Segen versehen, wenn wir außer unseren Bitten zu Gott hilflos nichts tun können. Etwa beim Krieg in der Ukraine. Die gottgewünschte Zutat zum segensreichen Gebet ist das Vertrauen auf Gottes Wunder. Das Beten besitzt keine Automatik, darf daher auch nicht wie eine Bestellung beim Universum betrachtet werden. Durch mein vertrauensvolles Gespräch mit Gott reinige ich meine Seele. Ihm kann ich alles sagen, weil er sowieso alles wissen wird. Somit könnte man dem vertrauensvollen Gespräch mit dem liebenden Schöpfer sogar eine therapeutische Wirkung zubilligen, gut für Anwandlungen sich selbst nicht mehr zu lieben. Wir alle sind vom Himmel gewünscht und beschenkt. Gott liebt nicht nur mich und meine Mitchristen, sondern zum Ärgernis mancher Frommen jeden Menschen.

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