Behörden-Strukturen (Bild: shutterstock/ Daniel Jedzura).
Die Kirchen müssen sich nach Ansicht des rheinischen Präses Manfred Rekowski wandeln und auch mit neuen, unkonventionellen Formen die christliche Botschaft weitertragen, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Düsseldorf.

Das System der flächendeckenden Ortsgemeinden habe sich über viele Jahrzehnte bewährt, reiche aber für das kirchliche Leben in der heutigen Gesellschaft alleine nicht mehr aus. „Wir brauchen mehr Bewegung und so etwas wie Erprobungsräume, in denen wir Neues versuchen können“, so der Präses. „Die Wirklichkeit unserer Kirche ist ja zum Teil auch geprägt von einer gewissen Behördenstruktur und -mentalität. Das lähmt uns an manchen Stellen und bindet sehr viel Kraft.“ Daher müsse stärker gefragt werden, wie Menschen in ihrem Lebensumfeld auch auf andere Weise erreicht werden könnten: „Da sind wir bisher unter unseren Möglichkeiten geblieben.“

Menschen mit „kreativen Projekten“ im Alltag erreichen

Als Beispiele nannte er Jugendkirchen, Studierendengemeinden und Krankenhausseelsorge. Auch kreative Projekte wie kirchlich betriebene Ladenlokale würden in der rheinischen Kirche diskutiert. An vielen Stellen müsse nach guten Ansätzen gefragt werden, „die als Modell für die Zukunft taugen und vielleicht auch in Serie gehen können“, sagte Rekowski.

In ländlichen Regionen kann sich der rheinische Präses „perspektivisch auch gut ökumenisch getragene Lösungen vorstellen“. Die Herausforderungen der katholischen Kirche seien ebenfalls groß und in den Bistümern sei schon viel in Bewegung.