Über 3.000 Teilnehmer beim Marsch fürs Leben

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Marsch für das Leben 2020 in Berlin
Marsch für das Leben 2020 in Berlin (epd-Bild/Rolf Zoellner)

Über 3.000 Teilnehmer waren laut Veranstalter am Samstag beim 18. Marsch für das Leben in Berlin dabei. Gegendemonstranten störten teilweise mit Trillerpfeifen und Sprechchören.

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Unter dem Motto „Wir lieben das Leben!“ versammelten sich die Teilnehmer zunächst zu einer Kundgebung direkt am Brandenburger Tor. Alexandra Linder, Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht, verwies auf die Priorität der Menschenwürde, die keinen anderen Rechten wie Autonomie oder Selbstbestimmung untergeordnet werden dürfe: „Nur mit der Menschenwürde, die jeder Mensch von seiner Existenz an bis zu seinem Tod bedingungslos hat, kann ein humaner Rechtsstaat Bestand haben.“ Gerade die Corona-Pandemie zeige deutlich, dass der unbedingte Schutz des Lebens Vorrang gegenüber der Selbstbestimmung hat. Weitere Sprecher waren unter anderem der ehemalige Vizepräsident des Bundestages, Johannes Singhammer, und der Theologe Ulrich Parzany.

Parallel zu den Abtreibungsgegnern demonstrierte das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung auf der anderen Seite des Brandenburger Tors und forderte die Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen sowie die Abschaffung des Pragrafen 218. Die beiden Gruppen waren durch Absperrgitter voneinander getrennt. Bei der Gegendemonstration sei es zwischenzeitlich zu Rangeleien gekommen. 19 Demonstranten wurden festgenommen, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Außerdem sei Pfefferspray eingesetzt worden.

Die Polizei sprach im Gegensatz zu den Veranstaltern von rund 2.000 Abtreibungsgegnern und etwa 1.000 Gegendemonstranten. Sie war nach eigenen Angaben mit 950 Einsatzkräften vor Ort.

Marsch für das Leben 2020 in Berlin
Marsch für das Leben 2020 in Berlin (epd-Bild/Rolf Zoellner)

„Zuwendung statt Sterbehelfer“

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Nach der Kundgebung folgte der eigentliche Marsch für das Leben, der rund drei Kilometer durch Berlin führte.  Die Teilnehmer trugen Schilder mit Sprüchen wie „Kindergeld für Ungeborene“, „Zuwendung statt ‚Sterbehelfer'“ oder „Nie wieder ‚unwertes Leben'“. Dies kritisierte die Recherche und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) via Twitter. Durch die Verwendung von NS-Begriffen wie „unwertes Leben“ und dem Slogan „Nie wieder“ würden Schwangerschaftsabbrüche mit der Ermordung von Menschen im Nationalsozialismus gleichgesetzt.

Zum Abschluss der Veranstaltung fand traditionsgemäß ein ökumenischer Gottesdienst statt. Gefeiert wurde er von Erzbischof Dr. Heiner Koch (Erzbistum Berlin) und Bischof Dr. Rudolf Voderholzer (Bistum Regensburg). Grußworte sandten mehrere Kirchenvertreter, darunter der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, Ekkehart Vetter (Vorsitzender Evangelische Allianz), Marie Elisabeth Hohenberg (Vorstandsvorsitzende der Stiftung Ja zum Leben), Christoph Stiba (Generalsekretär Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden), Ansgar Hörsting (Präses Bund FeG), dem Verleger David Neufeld (Cuxhaven) und Bischof Hans-Jörg Voigt (Selbstständige Evangelisch-Lutherische Kirche).

Erzbischof Koch stellte in seiner Predigt die grundlegende Frage zur Würde und Größe des Menschen in den Fokus: „Was ist der Mensch, was ist eigentlich seine Größe, seine Würde, was ist sein Leben?“ Fest stünde, dass jeder Mensch einmalig sei. „Mensch, vergiss Deine Größe und Würde nie, vergiss sie nicht und fördere die Größe eines jeden Menschen in jeder seiner Lebensphasen.“

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