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Für Krankheit dankbar sein?

Diagnose Krebs: Von einem Tag auf den anderen wird das Leben von Jörg Helmrich auf den Kopf gestellt. Seine Beziehung zu Gott ändert sich dadurch grundlegend.

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Von Jörg Helmrich

Mittwoch, 27. März 2019. Eigentlich ein Tag wie (fast) jeder andere. Am Vortag hatte ich noch 24h-Dienst bei der Feuerwehr und heute bin ich zum ERF für einen Radio- und Fernsehbeitrag nach Wetzlar eingeladen. Am späten Nachmittag geht es gemeinsam mit meiner Frau zurück nach Duisburg. Wir schaffen es noch soeben, pünktlich um 19.30 Uhr in unsere Gemeinde zu einem speziellen Gebetsabend zu kommen: „Hörendes Gebet.“ Für mich damals völlig neu. Schweigend sitzen wir im großen Gemeindesaal, denken, beten, lesen ein paar Verse in der Bibel. Für mich erst mal eher langweilig. Die lange Autofahrt steckt mir noch in den Knochen, ich bin genervt, kann mich kaum konzentrieren und möchte allein sein. Ich verlasse den Raum und setze mich allein ins Foyer. Bin ein Stück zornig auf Gott, weil die Gemeinde gerade nicht so läuft, wie sie es aus meiner Sicht sollte. Gott schweigt. „Von wegen hörendes Gebet“, denke ich – „ich hör nix!“ Am Ende spricht Gott dann doch zu mir. Das erste Mal überhaupt: „Jörg, es wird kompliziert, aber am Ende wird alles gut!“ Oha – auf kompliziert habe ich ja gar keinen Bock und versuche, diesen Gedanken irgendwie schnell und gründlich wegzudrücken. Gelingt aber nicht.

Vorsorge ist überflüssig

Ein paar Wochen später erfahre ich, dass mein über 80-jähriger Vater erneut an Blasenkrebs erkrankt ist. „Aha“, dachte ich, „das ist also das Komplizierte.“ Ich begleite ihn zum Urologen und vereinbare im abschließenden Arztgespräch auch einen Untersuchungstermin für mich. Als Ü50er hielt ich das zwar für eine gute, aber eigentlich überflüssige Idee. Dennoch …

Anfang Juni stellt der Urologe eine Unregelmäßigkeit an meiner rechten Niere fest. „Da sollten wir mal ein CT von machen!“ Gesagt, getan. Knapp zwei Wochen später empfängt mich der Radiologe nach dem CT mit den Worten: „Herr Helmrich, ich habe leider sehr schlechte Nachrichten für Sie!“ Ein Satz, der mir auch jetzt – während des Schreibens – durch Mark und Bein geht. Er redet von Nierenzellkarzinom, von Krebs, von einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit der Erkrankung usw. Seine Worte rauschen durch meinen Kopf und der Boden tut sich unter mir auf. Die Beine verlieren an Festigkeit. Ich muss mich hinlegen – wenigstens hinsetzen, sonst klappe ich unvermittelt zusammen. Jetzt erst weiß ich, was Gott mit „kompliziert“ meinte. Spontan treffe ich den Entschluss, dass hörendes Gebet für mich nicht mehr in Frage kommt … Wer weiß, was da noch kommt?! Ich habe Angst. Sogar Angst vor Gott. Doch er geht noch einen Schritt weiter …

Mach dir keine Sorgen!

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Meine Frau und ich haben in unseren fast 30 Ehejahren schon manche Höhe und Tiefe genommen. Standen schon gemeinsam am gefühlten Abgrund und haben es uns zur Angewohnheit gemacht, den Satz aus Philipper 4,6-7 sehr ernst zu nehmen. „Mach dir keine Sorgen.“ Diese Worte sind manchmal leichter gesagt als getan. Doch es muss funktionieren, weil Gott uns persönlich dazu auffordert – und er erwartet nichts Unmögliches von mir. Also geben wir noch im Auto auf dem Parkplatz des Arztes alles – aber wirklich alles – an Gott ab. Mit zittriger Stimme will ich mich dazu entscheiden, mir keine Sorgen zu machen.

Mit dieser Diagnose und dieser „Ich-will-mir-keine-Sorgen-machen“-Entscheidung beginnt eine noch nie gekannte Tiefe der Gottesbeziehung. Im Rückblick haben meine Frau und ich es „Flitterwochen mit Jesus“ genannt. Das klingt sehr abgefahren – schon klar. Aber es beschreibt die emotionale Lage wohl am besten. Ich lese die Bibel mit anderen Augen. Ich vernehme Gottes Gedanken auf einem neuen, mir völlig unbekannten Level. Hörendes Gebet gewinnt wieder an Attraktivität.

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Bis zur OP sind es noch einige Tage, in denen wir uns sehr stark mit der Frage der Krebserkrankung auseinandersetzen. Zuallererst müssen wir unsere vier erwachsenen Kinder darüber informieren. Keine einfache Botschaft. Auf die Frage meiner Tochter, ob ich Angst hätte, konnte ich nur sehr ehrlich antworten: „Nein – Angst habe ich keine mehr. Aber es haben sich von jetzt auf gleich die Prioritäten im Leben verändert!“

Noch am Morgen der Diagnose ärgerte ich mich damals über die Waage, die mich mal wieder tonlos anbrüllte, dass ich ein paar Kilos zu viel habe. Das war jetzt total egal. Auch berufliche Gedanken, die mir noch vor wenigen Stunden vor dem Arztgespräch extrem wichtig waren, verblassten angesichts der unklaren Zukunft.

Aber – ist denn die Zukunft wirklich unklar? Wir reden als Christen oft vollmundig vom Vertrauen auf Gott und Jesus. Wissen aus der Hüfte zahlreiche Bibelverse zu zitieren, die unser Gegenüber in seiner vielleicht sehr misslichen Lage irgendwie trösten und aufmuntern – oder eben auch nicht. Doch wenn man selber drinsteckt, zeigt sich schließlich, wie viel Substanz wirklich da ist, wie viel Fleisch am Knochen des Glaubens tatsächlich hängt.

Die Diagnose wird zur Zäsur

Die Bibel ist mir seit rund 30 Jahren wichtig. Ich habe sie kreuz und quer gelesen, Verse markiert, abgeschrieben und Predigten gehalten. Niemals hatte ich auch nur den Hauch eines Zweifels an der Echtheit und Autorität der Bibel und damit an Gott persönlich. Ich wusste stets, dass Gott existiert und die ganze Sache mit Jesus nicht irgendeine fixe Idee ist. Doch diese Diagnose ist eine Zäsur. Sie trennt die Theorie von der Praxis. Sie offenbart die wirkliche Vitalität zu Gott.

Juni 2019: Die Psalmen waren meine tägliche Inspirationsquelle. Psalm 103, Psalm 91. Diese beiden hatten es mir angetan und begleiten mich bis heute. „Denn er hat für dich seine Engel entsandt und ihnen befohlen, dich zu behüten auf all deinen Wegen“, Psalm 91,11. Ein Satz, den Gott mir noch näherbringen möchte …

Der Tag der OP rückte näher. Zwischendurch Voruntersuchungen, Arztgespräche, Klärung der Finanzen mit den Kindern, Bankvollmachten, Freigabe von Zugangsdaten und vieles mehr. Doch trotz aller Sachlichkeit wusste ich mich absolut in Gott geborgen. In dieser Zeit gründete meine Frau auf WhatsApp die „Lastenträgergruppe“: einen Kreis von Betern, die sich für mich ins Zeug legten, damit die Ärzte alles gut hinkriegten und ich wieder gesund werden könnte. Schließlich waren mehr als 200 Personen in dieser Gruppe, die für uns als Familie und insbesondere für mich in dieser Zeit beteten. Zahlreiche persönliche, Mut machende Gedanken und Sprachnachrichten machten diese Gruppe zu einer Kraftquelle für jeden. Und uns war klar: Wenn das alles hier mal vorbei ist, lassen wir es krachen und feiern ein großes Fest, eine „Party für Vati“, also für unseren Vater im Himmel.

05. Juli 2019: Drei Tage vor der OP. Ein Feuerabend für die Männer unserer Gemeinde findet statt. An diesem Abend gab ich meine Gedanken preis und die Männer beteten in einer Stärke und Hingabe für mich, wie ich es noch nie zuvor erlebt hatte. Auch hier war Psalm 91 ganz wichtig für uns.

Wie in der Warteschlange vor der Achterbahn

Am Montag darauf, 08. Juli, ging es ins Krankenhaus. Meine Frau wich nicht von meiner Seite. Wir beteten, hielten Händchen und warteten schließlich auf den Moment, bis ich zur OP abgeholt wurde. Gegen Mittag befand ich mich nur noch ein paar Meter vor der OP-Tür. Noch völlig ohne Medikamente, ohne Infusion oder ähnliches lag ich nun dort. Der Arzt, den ich aus den vielen Vorgesprächen kannte, winkte kurz und fragte, wie es mir ginge. „Super – alles gut!“, war meine kurze und zugleich ehrliche Antwort. Denn es war wirklich alles gut. Ich fühlte mich wie in der Warteschlange vor der Achterbahn. Ich wusste, gleich wird es etwas turbulent, aber danach ist die Welt wieder in Ordnung.

Plötzlich war ich alleine. Und in diesem Moment geschah etwas, was ich noch nie im Leben erlebt hatte: Gott sprach zu mir. Hörbar. Deutlich. Liebevoll. „Jörg, ich bin durch alle Räume gegangen – es ist alles gut!“ Auf Knopfdruck schossen mir die Tränen in die Augen. Das Paradoxe: Ich war ja noch nicht einmal besorgt oder nervös vor der OP. Ehrlich nicht! Und dennoch ließ Gott keinen Zweifel daran, dass er bereits alles kontrolliert hatte und damit grünes Licht für die OP gab. Die Liebe Gottes war für mich mit Händen greifbar. Meine Antwort auf diesen Hammersatz waren meine Tränen. Bis heute begleitet mich diese Ansage. Er erinnerte mich damit an seine Zusage aus Psalm 91.

Stecker gezogen, kraftlos, aber hoffnungsvoll. So könnte man die folgende Zeit beschreiben. Nach der OP heilte die Narbe und auch sonst alles weitgehend gut. Doch die Seele – die kam irgendwie nicht mit. Entgegen aller Erwartung waren meine Frau und ich die Wochen nach der OP völlig fertig und konnten manchmal keinen klaren Gedanken fassen. Während wir noch in der Vor-OP-Zeit nicht selten gleichzeitig dieselben Gedanken dachten oder gar aussprachen, war nach der OP davon kaum noch etwas übrig. Die Lastenträgergruppe erfüllte erneut ihren Dienst. Und der Gedanke der gemeinsamen Feier wurde weiter konkretisiert und schließlich am 4. Oktober 2019 umgesetzt. Mit mehr als 120 Freunden aus der gesamten Republik feierten wir ein rauschendes Dankesfest mit Live-Worship, Abendmahl und viel Zeit für Smalltalk bei Bier und Currywurst, um Gott die Ehre zu geben. Und wieder war Psalm 91 ein zentraler Bestandteil.

Dankbarkeit eingeübt

Und meine persönliche Bilanz? Mit extremer Dankbarkeit schaue ich auf diese Zeit zurück. Was habe ich für eine starke Ehefrau und eine starke Familie?! Wie bin ich beschenkt mit so vielen Freunden, die sich für mich in unzähligen Stunden im Gebet ins Zeug legten?! Ohne diese ganze Mannschaft und die Lastenträgergruppe wäre es mir deutlich schlechter ergangen.

Und – so paradox es klingt: Letztlich bin ich sogar für die Krankheit selber dankbar. Sie zeigte mir einerseits die Endlichkeit des irdischen Lebens und verstärkte zugleich meinen Wunsch, noch mehr als bisher für himmlische Dinge zu brennen und mich zu investieren. Denn schon zu Beginn der Krankheit war mir klar: Mein geistliches Leben darf nicht wieder so werden wie vor der Krankheit, sondern ich möchte diese Zäsur gleich einem Booster nutzen und für Gott wirken und arbeiten. Am Neujahrsmorgen 2021 zogen wir als Familie Bibelverse als persönliche Jahreslosung. Auf meinem Zettel stand: „Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, damit er dich behüte auf dem Weg und dich an den Ort bringe, den ich bereitet habe.“ (2. Mose 23,20). Himmlischer Vater – du bist spitze! Ich danke dir!

Jörg Helmrich ist verheiratet und Vater von vier erwachsenen Kindern. Er arbeitet als Abteilungsleiter für die Bereiche Informations- und Kommunikationstechnik bei der Feuerwehr Duisburg. Er engagiert sich bei der christlichen Bewegung 4M-Deutschland, um Männern den christlichen Glauben durch Abenteuer schmackhaft zu machen (https://4mde.org). Helmrich ist außerdem Autor des Buchs Rettungsgasse.


*** Aktualisierung ***

Nachsorge oder Sorge? In engem Raster werde ich seither medizinisch überwacht und kontrolliert. Im Juli 2021 stand erneut eine urologische und eine radiologische (CT) Untersuchung an. Erstere fand am 13. Juli statt. „Herr Helmrich – das sieht nicht gut aus“, war der Satz, der mir echten Blutdruck verpasste. Die handschriftliche Bemerkung auf der Überweisung für den Radiologen trug den Satz: „Vermutlich Rezidiv nach Nierenzellkarzinom rechts – bitte gründlich nachschauen.“ Ich war wie gelähmt.

In den Tagen danach gingen meine Frau und ich alle Optionen kurz durch – auch solche, die wirklich keinen Spaß machen. Wir entschieden uns – mal wieder –, alle Sorgen auf Jesus zu werfen. Doch diesmal war das wirklich harte Arbeit. Wir weinten, beteten, zogen unsere erwachsenen Kinder ins Vertrauen und versuchten, diesem Goliath irgendwie Paroli zu bieten.

Es folgten Tage des Gebets. Nicht allein von uns, sondern auch von unserer Kirche im Rahmen des Gottesdienstes und in der Nacht vom 18. auf den 19. Juli von mehr als 60 lieben Menschen, die stundenlang für mich und meine Frau beteten, denn am 19. Juli sollte das CT erfolgen, welches finale Klarheit in meinen Krankheitszustand bringen sollte. Diese Gebetszeiten riefen bei verschiedenen Betern Eindrücke und Bibelverse in den Fokus, die sie uns später mitteilten. Das Besondere: Es passte alles zusammen. Aber wirklich alles! Die Parallele zum Gebet für Petrus im Knast, wie man es in Apostelgeschichte 12 nachlesen kann, war wirklich frappierend. Viele Beter berichteten uns von einer unbeschreiblichen Ruhe, von Frieden und einer Gewissheit, dass nichts an mich drankommen würde.

Am Morgen des 19. Juli konnte ich der Macht der Sorge nicht weiter standhalten und drehte fast durch. Ich brachte kein Gebet mehr hervor. Konnte meiner Frau kaum noch Antworten geben. Gemeinsam fuhren wir zum Arzt. Nach etwa zwei Stunden wurde uns das Ergebnis auf einem Silbertablett serviert: „Herr Helmrich, auch mit größter Sorgfalt und mit Vergleich der bisherigen Aufnahmen aus den letzten zwei Jahren kann ich nichts – ich buchstabiere: NICHTS finden.“ Das, was der Urologe wenige Tage sah und uns alle in Alarm versetzt hatte, war nicht mehr da. Weil Jesus sich zu seinem Wort stellt und mich geheilt hatte. Meine Frau und ich brauchten ein paar Stunden, um aus unserer bisherigen Denke wieder auszusteigen. Denn mit diesem Satz war plötzlich wieder alles auf Anfang. Alles normal. „Dann gehe ich wohl morgen doch arbeiten!“, war meine nüchterne Bilanz.


Dieser Artikel ist in der Zeitschrift MOVO erschienen. MOVO wird vom SCM Bundes-Verlags herausgegeben, zu dem auch Jesus.de gehört.

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1 KOMMENTAR

  1. Eine nie gekannte Gottestiefe

    „Mit dieser Diagnose und dieser „Ich-will-mir-keine-Sorgen-machen“-Entscheidung beginnt eine noch nie gekannte Tiefe der Gottesbeziehung“! Das was Jörg Helmrich hier beschreibt, nämlich alles in Gottes Hand zu legen, ist eine sehr schwere Entscheidung und sie benötigt ein enormes Vertrauen. Logisch wäre allerdings etwas ganz anderes. Ich könnte ja – wie ich es theoretisch absolut glaube – mir immer wieder sagen: „Ich kann nicht tiefer fallen als in die geöffnete Hand Gottes, wenn ich gestorben bin“! Da die meisten Menschen an der irdischen Existenz hängen, möchte ich und wir alle gerne weiterleben. Denn das Problem hinter dem Problem mit dem mangelnden Gottvertrauen könnte darin bestehen, dass wir in den letzten Winkeln unseres Denkens (auch unbewusst) fast nie vollständig wissen, was nach dem Tode kommt. Sonst würden wir ja nicht so am Leben hängen und angeblich gibt es ja nur eines und niemand hat zwei Leben. Aber gibt es ein vollständiges Vertrauen, also einen fast unendlich nachhaltigen Glauben ? Da habe ich so meine Zweifel und auch Jörg Helmrich lebt in diesen zwei Welten, also einmal im völligen Gottvertrauen – und dann wieder auch im Schockzustand, im Zweifel und völliger Hilflosigkeit. Aber da denke ich hier vor allem an Jesus auf Golgatha und seiner irrwitzigen Hoffnung, der Kelch könne doch an ihm vorbeigehen. Der Mensch Jesus, in dem auch Gott lebte, musste ebenfalls diese Grenzsituation des vollständigen und des fehlenden Vertrauens erleiden. Er ist also auch da mit uns allen solidarisch. Aber dann wird er ganz still und Jesus lässt sich in die Arme Gottes fallen. und so allerdings habe ich dies auch erlebt: Ich kann mich in die Arme Gottes fallen lassen, denn nichts ist schöner als Kuscheln mit Gott, denn jede und jeder kann sich verlieben in denjenigen, der alle Wirklichkeit umfasst. In existenziellen Augenblicken sprach Gott immer zu mir und ich hatte in diesen Momenten nicht den geringsten Zweifel an dieser Wirklichkeit. Dabei ist mir immer wieder die Geduld und Liebe bewusst geworden, die der Schöpfer aller Dinge mit mir hat und dessen Zuwendung niemand kaufen oder sich zu erarbeiten vermag. Das Evangelium von Gott in den Aspekten des Schöpfers, des Sohnes oder Freundes und der Heiligengeistkraft als dem Tröster besteht darin, dass Christus am Kreuz wirklich für alle Menschen gestorben ist. Dies drückt diese Liebe aus, aber jene Liebe zu uns gibt es bereits seit Anfang der Schöpfung und das Kreuz ist lediglich wie eine Urkunde: Eine Urkunde, dass wir versöhnt mit dem Himmel sein dürfen. Es kann uns also nichts passieren, wenn es kompliziert wird. Denn hinter unserem Leben steht ein dicker Doppelpunkt und dann erst beginnt das wahre Leben. Dieses ganz andere Leben im Himmel, dem Neuen Himmel und der Neuen Erde, im Lichte Gottes, also in einem völlig anderen Universum, kann hinreichend nicht in Bildern beschrieben werden. Nahtoderfahrende schildern diese Bilder und Eindrücke an der Schwelle zur Unendlichkeit. Aber sie sagen immer, dass dies immer völlig unbeschreiblich ist. Deshalb ist das Ewige Leben und Gott selbst unbeschreiblich. Eben daher kann sich jede menschliche Seele in Gott verlieben, mit oder auch ohne Nachtoderfahrung. Denn Glaube kann mehr als ein großes Vertrauen auch eine Beziehung darstellen, die von der himmlischen Seite her nie aufgekündigt wird.

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