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7 Erfrischungstipps für müde Hauskreise

Am Anfang war die Begeisterung groß, doch mittlerweile macht sich eine gewisse Routine im Hauskreis breit. Was tun? Hier kommen die besten Erfrischungstipps.

1. Sorgt für interessanten Lesestoff, coole Aktionen und tut Gutes

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Erstmal: Entspannt euch! Müdigkeit gehört zum Leben. Und dann schaut gemeinsam, was für euch passt: Vielleicht seid ihr genau dieses Hauskreises müde. Ist nicht schlimm. Dann lasst den Hauskreis ruhen – entweder für immer oder mit einem Termin für den Neustart.

Müde wird auch, wer einen zu niedrigen Blutzucker hat. Womöglich braucht ihr mal wieder interessanten Lesestoff. Interessante Themen. Eine interessante Predigtreihe, über die man sprechen kann. Mal was ganz Neues denken!

Müdigkeit kann aber auch ein Zeichen für Sauerstoffmangel sein. Vielleicht müsst ihr nach all den Lockdowns mal wieder an die frische Luft. Geht wandern! Macht zusammen einen Schmiedekurs! Lasst euch inspirieren!

Jeder denkt sich eine Aktion aus

Am besten reihum: Jede/-r ist mal dran, sich eine Aktion für einen gemeinsamen Tag oder Abend auszudenken. Vielleicht bewusst eine Aktion, die mit dem eigenen Alltag oder Beruf zusammenhängt. Zeigt einander, wie ihr lebt, was ihr liebt, was euch beschäftigt. Wenn ihr einen Förster unter euch habt, dann lasst euch in das geheime Leben der Bäume einweihen (das hat der Hauskreis meiner Eltern gemacht).

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Und: Müdigkeit entsteht durch Tatenlosigkeit. Darum: Engagiert euch! Lasst nicht locker, bis ihr was gefunden habt, was ihr tun könnt. Etwas Gutes füreinander oder für die Welt. Und dann tut es.

Miriam Küllmer-Vogt ist Pfarrerin und freischaffende Künstlerin und als Referentin bei „midi“, Zukunftswerkstatt für Kirche und Diakonie, unter anderem zuständig für die Hauskreisarbeit.

2. Baden gehen und Eis essen und dabei über den Glauben reden

Bei Erfrischung fallen mir sofort zwei Sachen ein: baden gehen und Eis essen. Sich gemeinsam im Schwimmbad oder am Baggersee zu treffen und die Freude am Leben zu teilen, das macht munter.

Geistlich vertiefen? Klar: Wie wäre es mit einer Tauferinnerung? Feuchtigkeit fühlen, untertauchen, tief Atem holen und erfrischt werden – da kommt man ganz anders ins Gespräch über das, was Glauben im Alltag bedeutet.

Eis essen und über Glauben reden

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Gibt es einen Eisladen in der Nähe? Als Erstes: selbst das Eis kosten. Schmeckt es? Wer hat welche Lieblingssorte und warum? Welche Kindheitserinnerungen werden wach? Hat sich der Geschmack im Laufe des Lebens geändert?

Das kann man leicht auf Geistliches übertragen: Welche Formen der Spiritualität mag ich am liebsten und wieso? Haben sich meine Vorlieben in den Jahren gewandelt?

Alternative: In Absprache mit den Betreibern lädt man Passanten zu einem Eis ihrer Wahl ein. Das wird Verwunderung hervorrufen und anregende Gespräche auslösen. Haltet gute Eisb(r)echerfragen bereit!

Pfarrer Martin Römer war bis zu seinem Ruhestand Referent der Hannoverschen Landeskirche für Hauskreisarbeit.

3. Warum bin ich dabei?

Was war mein Ursprungsimpuls, im Hauskreis mitzumachen? Und was ist mir heute wichtig? Ist der Rahmen, sind unsere Formen und „Rituale“ für mich noch stimmig? Womit fremdele ich? Was waren Sternstunden, „heilige Momente“ für mich – und in welche Richtung weisen sie?

Es ist lohnenswert, sich über solche und ähnliche Fragen offen auszutauschen: Mit Stillephasen zwischendurch, um persönlich auf das eigene Herz und auf Gott zu hören, zum gemeinsamen Innehalten. Mit einer sensiblen Gesprächsführung, die auf eine wertschätzende und nicht bewertende Haltung achtet. Die auch Raum für die leisen Stimmen schafft.

Geistliche Begleitung suchen

Noch intensiver als an einem Hauskreisabend ist ein solches Teilen von Bedürfnissen und Anliegen in einem 24-Stunden-Format mit einer Übernachtung möglich. An einem inspirierenden Ort und mit einer externen geistlichen Begleitung.

Vielleicht probiert ihr anschließend das eine oder andere neu aus, jeweils auf Zeit. Vielleicht entdeckt ihr auch eine gemeinsame Aufgabe, ein Projekt für euren Hauskreis. In jedem Fall wird das „Wir“ gestärkt werden, wie auch die Freude über die Verbundenheit untereinander und mit Gott.

Pastor Thomas Steinke ist Leitender Referent der Missionarischen Dienste Hannover.

4. Einfach mal was ander(e)s machen

Ist man als Hauskreis gemeinsam unterwegs, dann stellt sich irgendwann Routine ein. Und das ist gut. Am Anfang ist vieles neu, ungewiss und bringt dadurch eine gewisse Unsicherheit mit sich. Routine bedeutet: Man kennt sich, weiß voneinander, Abläufe haben sich eingespielt, Vertrauen nimmt zu und das gibt ein Gefühl von Sicherheit.

Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem Routine ermüdend sein kann – und dann wird es Zeit, etwas anders zu machen. Routinen durchbrechen – entweder in den gewohnten Abläufen – Wer benennt das Thema? Wo treffen wir uns? Welche Lieder singen wir?

Routinen zu durchbrechen, macht müde Hauskreise wieder munter.

Oder mal etwas ganz anderes machen, zum Beispiel einen gemeinsamen Ausflug, eine Wanderung, einen Besuch im Museum, einen Film schauen, einen Grillabend, einen Wochenendausflug, gemeinsam kochen, eine Wohnung renovieren – je nach Lust und Laune. Unsere Erfahrung zeigt: Routinen zu durchbrechen, macht müde Hauskreise wieder munter.

Claudia Schubert ist Referentin für Freiwilligendienste bei netzwerk-m. Sie hat Theologie studiert, ist Hauskreisleiterin und wohnt mit ihrer Familie in der Nähe von Hildesheim.

5. Kloster oder Gottesdienst anderer Kirche besuchen

Müde nach den langen Corona-Monaten? Oder weil man die Fragen und Antworten der anderen inzwischen schon lange kennt? Wie wäre es mit einer Runde „geistlichem Fremdsprachen- Lernen“?

Vielleicht gibt es in der Nähe ein Kloster, einen besonderen geistlichen Ort oder schlicht und einfach den Gottesdienst einer ganz anderen Konfession. Gemeinsam hinfahren, miterleben, sacken lassen – und dann austauschen:

Was hat mich berührt? Was ist mir fremd geblieben? Wovon möchte ich mehr erleben? Kann etwas von dieser fremden Spiritualität unserem Hauskreis wohltun? Wie können wir es integrieren? Die Wiederholung an einem anderen Ort ist nicht ausgeschlossen.

Heimke Hitzblech ist als Pastorin in der EFG Hannover Walderseestraße für die Kleingruppenarbeit der Gemeinde zuständig.

6. Hauskreis temporär durch Zweierschaften ersetzen

Wenn die Dynamik im Hauskreis erschlafft, ungute Muster sich eingeschliffen haben oder die Verbindlichkeit abnimmt, hilft folgender Tipp: Für eine begrenzte Zeit löst sich der Hauskreis in Zweierschaften auf. Jeweils zwei Hauskreismitglieder treffen sich in einer Weise, wie immer sie das möchten.

Sie gehen zum Beispiel miteinander spazieren, bedenken eine Bibelstelle, beten miteinander und segnen sich zum Abschluss. Sie tun das im selben Rhythmus, in dem sonst der reguläre Hauskreis stattfindet. Die Zweierschaften bilden sich immer neu, sodass mit der Zeit jedes Hauskreismitglied jedes andere sieht und spricht.

Auch diejenigen, die sonst wenig reden, sind auf natürliche Weise aktiver.

Effekt: Die Hauskreisler lernen einander noch einmal anders kennen. Auch diejenigen, die sonst wenig reden, sind auf natürliche Weise aktiver. Nachdem so in Zweiergruppen alle einander getroffen haben, kommt die Großgruppe wieder zusammen und wertet die Erfahrungen aus: Was bedeuten die gewonnenen Erfahrungen für unser Hauskreis-Leben?

Übrigens: Das kurzzeitige Auflösen eines größeren Kreises in Zweierschaften hat sich bei den Kontaktbeschränkungen in den Corona-Jahren bestens bewährt. Hauskreise hielten so nicht nur in schwierigen Zeiten Kontakt, sondern gewannen neue Vitalität.

Gunter Schmitt ist Pfarrer und Systemischer Coach (EASC). Er war 20 Jahre lang Gemeindepfarrer und arbeitet seit sieben Jahren beim Missionarisch-Ökumenischen Dienst der pfälzischen Landeskirche und ist dort u.a. zuständig für den Arbeitsbereich Gemeindeentwicklung.

7. Biblisch kochen – ein sinnlicher Zugang

Man kann die Bibel auch kulinarisch erkunden. Dafür bieten sich verschiedene Texte an. Ein sehr bekanntes Beispiel ist die Geschichte von Jakob und Esau (1. Mose 25, 29-34). Möglich sind auch die Geschichten von den Emmaus-Jüngern, die Jesus zum Essen einluden, oder die Wüstenwanderung, bei der erzählt wird, wie die Israeliten von Nahrung träumten, die sie zuvor in Ägypten zu essen bekamen und in der Wüste vermissten.

Für sehr erfahrene Bibelleser kann es auch interessant sein, sich mit den jüdischen Speisegesetzen auseinanderzusetzen, das heißt, die vielen Gebote beim Kochen anzuwenden und zu überlegen, wie sich das auf das Essen im Alltag auswirken würde.

Während dem Essenzubereiten über Bibelstelle austauschen

Grundsätzlich sollte das Lesen oder Erzählen der biblischen Geschichte an den Anfang des Abends gestellt werden, sodass man sich beim gemeinsamen Essenzubereiten über die Erzählung austauschen kann. Ein bis zwei Personen sollten das Ganze vorbereiten, das heißt, die Auswahl der Geschichte und das Einkaufen der Zutaten.

Für biblisches Kochen finden sich zahlreiche Vorschläge im Netz und eigene Kochbücher. Grundsätzlich war die Auswahl der Speisen damals natürlich sehr viel begrenzter als bei uns heute, aber gemeinsames Kochen und Verkosten eines Gerichts kann einen sinnlichen Zugang zu Bibeltexten ermöglichen.

Alrun Kopelke war Moderatorin der Hessenschau, bevor sie Pfarrerin wurde. Jetzt ist sie Referentin für missionarisches Handeln und geistliche Gemeindeentwicklung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.


Ausgabe 64

Dieser Artikel ist im Hauskreismagazin erschienen. Das Hauskreismagazin wird vom SCM Bundes-Verlag herausgegeben, zu dem auch Jesus.de gehört.

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3 Kommentare

  1. Ein Christ nach dem Vorbild des Neuen Testaments steht in einer lebendigen Gebetsbeziehung zu Gott und ist erfüllt mit Heiligem Geist. Dazu braucht er keinen aufgeblasenen teuren Kongress. Wir würden sehr viel Zeit und Mühen sparen, wenn wir als einfache Christen und Priester Gottes einfach leben und umsetzen würden, was wir in der Bibel lesen. Das wäre das dringend erforderliche Ende des Laientums im Christentum, das Ende der Abhängigkeit von menschlichen „Leitern“.

  2. Tja, die Theologen und ihre Spielchen für den „christlichen“ Kindergarten … Kein Wort von Beten und Fasten, den Herrn suchen, vor Gott sein Leben bereinigen, sich vom Heiligen Geist füllen lassen, nach den Geistesgaben streben, usw.
    Aber das Gerede von den drei Prinzipien, fünf Punkten, sieben Tipps, das kennen wir ja mittlerweile. Der Willow-Creek-Kongress war voll davon. Eine Flut von Worten und hinterher bleibt alles beim alten.
    Ich möchte hier mal ein biblisches Prinzip erwähnen, nach dem Paulus, der Gesandte von Jesus gearbeitet hat: „Das Reich Gottes besteht nicht in Worten, sondern in Kraft!“ Oder wie Jesus es gegenüber Theologen seiner Zeit ausgedrückt hat: „Seid ihr nicht deswegen im Irrtum, weil ihr weder die Schrift kennt noch die Kraft Gottes?“

    • Ich habe nicht alle Vorträge auf dem Willow-Kongress gehört. Aber im Herzen geblieben ist mir der Aufruf von James Mallon zu mehr Gebet und der Ausrichtung auf den Heiligen Geist. VG, Daniel vom JDE-Team

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