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Michael Diener: Der neue Präses des Gnadauer Verbandes im Portrait

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Der neue Präses des Gnadauer Verbandes, Michael Diener, differenziert gerne. Eine wichtige Eigenschaft für den neuen Chef von 300.000 pietistischen Christen.

Als die pfälzische Landessynode diskutierte, ob die Kirche gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften segnen soll, lehnte Diener dies für sich aus Gewissensgründen ab, stimmte aber dafür, dass seine Landeskirche eine solche Segnung zulässt, wenn sich Pfarrer und Presbyterium einig sind. In den sechs Jahren seiner Zugehörigkeit zur Synode hat sich der 47-Jährige den Ruf eines profunden Theologen erworben, der pietistisch geprägt ist, aber in der Mitte seiner Kirche steht.

  Diener war zwei Jahre Dekan im westpfälzischen Pirmasens, als der Dachverband des deutschsprachigen Pietismus mit 93 Gemeinschaftsverbänden, diakonischen Einrichtungen, Ausbildungsstätten und freien Werken bei der Suche nach einem Präses auf ihn stieß. «Ich war völlig überrascht. In meiner Lebensperspektive kam Weggehen aus Pirmasens nicht vor», sagt er.

  Doch das Angebot, Nachfolger von Christoph Morgner zu werden, ließ ihn nicht los. «Ich habe den Pietismus mit der Muttermilch eingesogen.» Außerdem habe er ein hohes Verständnis von Berufung. Deshalb zieht er mit Frau, 16-jähriger Tochter und 14-jährigem Sohn nach Kassel, wo er am 1. September sein Amt antritt. Groß ist die Zentrale des 300.000 Mitglieder vertretenden Verbandes nicht. Neben dem Präses arbeiten dort noch der Generalsekretär und drei
Teilzeitkräfte.

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  Diener weiß, dass seine neue Aufgabe nicht einfach wird, kommt es doch immer wieder zu Spannungen zwischen Kirche und Gemeinschaften und innerhalb der Gemeinschaften. Seine Aufgabe sieht er daher als doppelte: Brücken bauen zwischen Kirche und Gemeinschaften und dabei die Menschen mitnehmen, die am Rande der Gemeinschaften fundamentalistisch denken.

  Dabei ist er auf seine Überzeugungskraft angewiesen. Die Gnadauer Mitgliedsverbände sind völlig eigenständig. «Das Amt des Präses ist ein Amt des Wortes», sagt Diener. Durch die Debatten in der Pfalz weiß er, dass Menschen die Kompromisse suchen zwischen verfasster Kirche und pietistischen Gemeinschaften, in Gefahr geraten, von der einen Seite als theologischer Rechtsaußen, von der anderen als Linksaußen gescholten zu werden.

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  Dennoch tritt Diener dem Eindruck entgegen, dass die Gemeinschaften ständig unter innerer Spannung stünden – zwischen Mitgliedern, die einen freikirchlichen Weg suchen, und denen, die in der verfassten Kirche bleiben wollen. Fundamentalistische Aussagen, sagt er, würden zwar öffentlich stark wahrgenommen, die weit überwiegende Mehrheit der Gemeinschaftsmitglieder habe jedoch eine klare kirchliche Position.

  Allerdings müsse die Kirche akzeptieren, dass sich die Gemeinschaften wandeln. Es gebe kaum noch Christen, die neben Familie und Beruf mit doppelter Intensität in Kirche und Gemeinschaft mitmachen könnten. Diener kann sich eine Arbeitsteilung vorstellen. So könnten Stadtmissionen unter bestimmten Umständen Aufgaben einer Kirchengemeinde übernehmen.

  Nur gemeinsam ist nach Dieners Ansicht das Problem zu überwinden, dass Kirche und Gemeinschaften lediglich noch einen kleinen Ausschnitt der Gesellschaft erreichten. Deshalb bleibe Mission wichtig. «Die Menschen müssen aber dabei spüren, dass wir sie nicht aufsuchen, um sie anzuwerben, sondern weil es unserem christlichen Menschenbild entspricht.» 

(Quelle: epd)

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