Die Friedenskirche Charlottenburg kritisiert die epd-Berichterstattung über angebliche AfD-Nähe von Freikirchen. Der Pastor spricht von Verzerrungen und fehlender Differenzierung.
Die Friedenskirche Charlottenburg (Baptisten) in Berlin kritisiert einen Beitrag des Evangelischen Pressedienstes (epd) vom 17. Februar. In einem Facebook-Beitrag im Kanal der Gemeinde schreibt Pastor Hendrik Kissel, die epd-Berichterstattung verknüpfe AfD-Positionen mit „Freikirchen“ insgesamt und zeichne dadurch ein politisch verzerrtes Bild. Kissel schreibt: „Diese Wirkung können und wollen wir nicht stehen lassen.“
Der epd hatte unter anderem über eine Gemeinde in Dessau-Roßlau berichtet, die Verständnis für AfD-Positionen äußerte. Besonders irreführend sei laut Kissel, dass die im epd-Artikel zitierte Gemeinde in Dessau-Roßlau bereits 2021 aus dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG) ausgetreten sei und keinem größeren freikirchlichen Verband mehr angehöre. Sie sei damit „nicht repräsentativ für die Freikirchen in Deutschland“. Kissel betont: Niemand würde wegen einzelner problematischer Pfarrer die gesamte EKD politisch einordnen – umso weniger sei es angemessen, eine einzelne unabhängige Gemeinde zum Maßstab für „die Freikirchen“ zu machen.
Der Pastor verweist auf zahlreiche öffentliche Stellungnahmen freikirchlicher Verbände (siehe unten), die sich ausdrücklich von rechtspopulistischen und rechtsextremen Ideologien distanziert hätten – zuletzt 2024 mit namentlicher Nennung der AfD. Freikirchen stünden für Gewissensfreiheit, politische Unabhängigkeit und eine klare Trennung von Kirche und Staat. Umso irritierender sei es, wenn kirchliche Medien die Vielfalt der Freikirchen übergehen. „Ökumene lebt von Fairness und sorgfältiger Differenzierung“, schreibt Kissel. Pauschale Zuschreibungen erinnerten eher an „frühere Zeiten“ als an ein Miteinander auf Augenhöhe.
Auf Jesus.de-Anfrage sagte Kissel, es habe mittlerweile einen Austausch der Positionen mit dem zuständigen epd-Redakteur gegeben, jedoch keine Klärung. Die Hintergründe seien ausgetauscht, die unterschiedlichen Sichtweisen benannt. Aber: „Es bleibt bei meinem Unbehagen über die Darstellung und bei seiner Wahrnehmung der Dinge“, so der Pastor.
Streitpunkt: das AfD-Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt
Der Evangelische Pressedienst hatte nach eigenen Angaben bei den großen freikirchlichen Gemeindebünden und der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) angefragt und um eine Stellungnahme zum AfD-Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt gebeten. Darin hatte die vom Landesverfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestufte Partei für den Fall der Regierungsübernahme einerseits die Abschaffung von Staatsleitungen und Kirchensteuer angekündigt, andererseits jedoch Nähe zu Freikirchen angedeutet.
In einem weiteren epd-Artikel, der ebenfalls am 17.2. veröffentlicht wurde, hieß es dazu: „Die Verbände mehrerer Freikirchen haben eine Vereinnahmung durch die AfD im Wahlkampf in Sachsen-Anhalt zurückgewiesen.“ Namentlich genannt wurden der Bund Evangelisch-freikirchlicher Gemeinden und die Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF). Dazu zitiert der epd Pastorin Kate Weishaupt von der Evangelisch-methodistischen Kirche in Halle (Saale): „Die AfD hat nicht das Recht, unseren Namen für ihre politische Agenda zu verwenden.„
Neben viel Widerspruch, vor allem auf Bundesebene, hätte es jedoch „lokal“ auch Zustimmung für die rechte Partei gegeben, heißt es in dem epd-Beitrag weiter, der dann zwei freikirchliche Gemeindeleiter aus Dessau-Roßlau zitiert.
Rechtsextreme Parteien nicht wählbar
Der Bund Evangelisch-freikirchlicher Gemeinden hat seine Stellungnahme (12.2.) zur epd-Anfrage veröffentlicht. Darin schreibt Pressesprecher Michael Gruber:
„Rechtsextreme Parteien können für Christinnen und Christen kein Ort politischer Betätigung sein und sind nicht wählbar.„
Und weiter:
„Antisemitismus, Rassismus, Fremden- und Muslimfeindlichkeit sind weit verbreitet, und die Tendenz ist steigend. Das verändert das politische Klima und hat Einfluss darauf, wie wir Demokratie leben. Dabei ist der Rechtsextremismus das größte Problem für unsere Demokratie. Politische Parteien wie die AfD verstärken die Polarisierung in der Gesellschaft. Besonders als Deutsche gilt es, hier aufzumerken und diesen Tendenzen frühzeitig entgegenzuwirken.“
Im Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt sieht Gruber den Versuch, „die Polarisierung voranzutreiben und einen Keil in die kirchliche Landschaft und die ganze Gesellschaft zu treiben. Dagegen und gegen die Vereinnahmung durch die AfD verwehren wir uns.„
VEF: gegen Spaltung
Auch die Vereinigung Evangelischer Freikirchen hat ihre Stellungnahme (11.2.) auf die epd-Anfrage online gestellt. Darin heißt es unter anderem:
„Die VEF verurteilt den Versuch der AfD, ökumenische Verbundenheit, in der über Jahrzehnte Vertrauen gewachsen ist, zu spalten […] Als Freikirchen der VEF machen wir beim Schlechtreden anderer Kirchen nicht mit. […] Deshalb verurteilen wir auch den verachtenden Begriff „Kirchensteuerkirchen“. Unterschiedliche theologische und gesellschaftliche Positionen gehören zum ökumenischen Miteinander dazu.„
Zudem verweist die VEF auf ihre Resolution „Gottes Liebe gilt jedem Menschen“ aus dem Jahr 2024.
Bund FeG: Rechtsextremismus gefährdet den Zusammenhalt der Gesellschaft
Der Bund FeG hatte keine eigene Stellungnahme geschrieben, sondern auf die VEF verwiesen. Allerding hatte der Bund bereits im Februar 2025 einen Beitrag über die Gefahren des Rechtsextremismus auf seiner Homepage veröffentlicht. Darin heißt es:
„Rechtsextremismus gefährdet den Zusammenhalt der Gesellschaft, die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger und er sät Hass, indem er Mehrheiten gegen Minderheiten aufwiegelt. [Rechtsextremismus] versucht, Menschen gegeneinander aufzubringen, statt miteinander und zwischen den Staaten Lösungen zu finden. Dieser Weg des Hasses widerspricht dem Menschenbild der Bibel, das von Liebe zu Mitmenschen geprägt ist.„
Die AfD wolle Schwangerschaftsabbrüche nicht eindämmen, um Leben zu schützen, sondern „um das Staatsvolk zu vermehren und die Geburtenrate zu erhöhen.“ Die Partei vertrete einen Ethnopluralismus. Dies sei „Rassentrennung und widerspricht dem Menschenbild der Bibel.„
(dawi)

Ich hätte mir vorher den verlinkten Originalartikel und nicht nur den Jesus.de-Artikel durchlesen sollen.
Wenn Forderungen nach Einstellung des Kirchensteuereinzuges und Beendigung der besonderen Zahlungen (was übrigens auch Verfassungsauftrag ist) rechtsradikal ist, dann bin ich wohl auch rechtsradikal.
Ich denke, gerade diese Punkte sind kein ausreichender Beleg für eine AfD-Nähe. Wenn die AfD fordern würde, dass alle Kinder schwimmen lernen sollten, wird ja auch nicht aus dem DLRG eine AfD-Vorfeldorganisation.
[Bitte keine Herabwürdigungen anderer Kommentatoren – danke. MfG, das JDE-Team]
Was die Haltung zur AfD angeht, bin ich anderer Meinung, inzwischen wurde das „Etikett“ rechtsextrem einkassiert, zu Recht. Leider hören auch die Freikirchen zu sehr auf den Mainstream und die Altparteien, denen die Felle wegschwimmen. Es muß eine Änderung eintreten!
Das ist falsch.
Das Gericht bestätigte die Einschätzung ‚rechtsextremer Verdachtsfall‘ und ließ auch keinen Zweifel, dass die AfD in Teilen rechtsextrem ist.
Nur lagen dem Gericht im Eilverfahren noch nicht genug Anhaltspunkte für ‚ gesichert rechtsextrem‘ vor (was übrigens für einzelne AfD-Landesverbände gerichtlich bestätigt ist). Hier muss der Verfassungsschutz weitere Belege vor dem endgültigen Urteil nachreichen.
Macht es Dich nicht nachdenklich, Dich so klar für Rechtsextreme zu positionieren? Ich meine, wir wissen ja gerade in Deutschland, wohin das führen kann.
Das „Etikett“ ist noch da!!!
Gemäß einem kürzlich ergangenen Urteil in einem Eilverfahren des Verwaltungsgericht Köln darf das Bundesamt für Verfassungsschutz die AfD vorerst nicht als „gesichert rechtsextrem“ einstufen. Aber das Hauptsacheverfahren steht noch aus. Und der „Verdachtsfall“ bleibt zunächst bestehen.
Außerdem sind die AfD-Landesverbände in Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen als „gesichert rechtsextrem“ eingestuft. In anderen Bundesländern ist die Einstufung in Bezug auf „rechtsextrem“ niedriger.
Und das betrifft nur die rechtliche Seite.
In faktischer Hinsicht kann man schon erkennen, dass zwar nicht die ganze AfD, aber doch ein großer Teil der AfD eine rechtsextreme Haltung hat.
Liebe Grüße
Aku
Ich denke, pauschal ist das falsch.
Aber themenbezogen gibt es mitunter schon eine Nähe, wo zumindest eine Distanzierung von der AfD notwendig wäre. So beim sog. Marsch für das Leben, wo in den vergangenen Jahren AfDler in führenden Positionen dran beteiligt waren und wo man auch anfangs keinen Anlass sah, sich von diesen zu distanzieren.
Oder in der Coronazeit, wo Impfablehnung bis hin zu Demokratiefeindlichkeit auch in manchen Gemeinden sich von AfD und Aluhutträgern nicht unterschied.
Ansonsten muss man sagen, daß derzeit 20 % unserer Bevölkerung rechtsextrem wählen würden und sich das natürlich auch bei Gemeindemitgliedern widerspiegelt. Bei den Funktionsträgern wird es aber hoffentlich noch die Ausnahme sein.
Aus meiner Sicht ist die AfD nicht wählbar und ich habe auch noch nie die AfD gewählt.
Der Grund dafür ist, dass ein großer Teil der AfD eine gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit hat, die für mich von größerem Gewicht ist, als die konservativen Werte der AfD, die mit konservativen ethischen Haltungen besser vereinbar sind!!!
Aber für viele konservative Christen sind eben die Übereinstimmungen von größerem Gewicht!!!
Jedoch glaube ich, dass Gott die Deutschen gegenüber Menschen anderer Völker nicht bevorzugt!!!
Petrus aber öffnete seinen Mund und sprach:
„Nun erkenne ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht; sondern in jedem Volk, wer ihn fürchtet und recht tut, der ist ihm angenehm.“ (Apostelgeschichte 10:34-35)
Liebe Grüße
Aku
Als Katholik, der viel in freikirchlichen Kreisen verkehrt, stelle ich fest: Leider gibt es auch dort Sympathien für die antidemokratischen und menschenfeindlichen Ziele der AfD. Allerdings konnte ich nicht feststellen, daß diese dort stärker vertreten wären, als in landeskirchlichen oder katholischen Kreisen.
Der Mißbrauch der christlichen Botschaft in faschistoiden Kreisen ist ja leider nichts neues, da erschießen dann Priester vom Kirchturm aus protestierende Bürger (wie im spanischen Bürgerkrieg) oder „entschiedene Christen“ richten Folterzentren für die Gegner der Junta ein (wie in Chile / Colonia Dignidad).
Es bleibt ein großes Rätsel. Man hat meist nicht das Gefühl, daß sich diese Menschen bewußt dafür entscheiden, Jesus zu mißbrauchen. Im Gegenteil manche scheinen tatsächlich davon überzeugt zu sein, Jesu Willen zu tun, obwohl ihr Handeln im krassesten Gegensatz zu seiner Botschaft steht.
Sich vom Heiligen Geist bewegen lassen
Aku und vor allem auch Conrad gebe ich hier recht. Auch die Freikirchen schreiben, dass Christinnen und Christen sich niemals hier rechtsradikal betätigen dürften. Dies war klar Meinung, aber immerhin auf der Linie der Kommunikation von Jesus: „Deine Worte seien ja ja, oder nein nein“! Es gilt sich zu äußern, denn alles was mich unbedingt hier (existenziell) angeht, ist für mich ebenso christlich. Denn es geht mich etwas an, wenn die Demokratie dazu dient, in Wahlen an die Macht zu kommen und diese Demokratie abzuschaffen. Dann wird auch alle Christlichkeit marginalisiert.
Da ist das BVG, (dies darf ich als Laie schreiben) naiv, auch wenn es noch nicht im Hauptsacheverfahren war, also eine sehr gefährliche Sichtweise. Zwar ist die AfD (noch nicht) mit Nazis zu vergleichen, Aber bei diesen wurde der Adolf Hitler überhaupt nicht ernstgenommen. Denn Hitler wurde gewählt, sogar die Konservativen waren dazu gute Steigbügelhalter, aber dann wurde mit dem Ermächtigungsgesetz letztlich alle Demokratie mit sämtlichen Werte und Normen brutal von der Dampfwalze des Ungeistes glattgebügelt. Auch fromme Leute, Kirchgänger, schreiten laut ihr Heil.
Jene Nazis haben sogar Wahllisten für die Ev. Kirchenvorstände erstellt und diese zu einer antichristlichen Kirche gemacht. Die Bekenntnispfarrer wurden entlassen, zuvor aller Ämter enthoben, Gehalt gestrichen und wanderten nicht selten ins Gefängnis oder KZ, gemeinsam mit vielen jener Reichstagabgeordneten. Ein Bad Emser Bürgermeister wurde in der Stadtratssitzung von Nazis mit Fußtritten aus dem Gremium entlassen. Aber
dabei dachte man, dass jener Mensch aus Braunau am Inn in Österreich. längstens eine Wahlperiode die politische Rolle spielen würde. Das Ende ist bekannt. Eine Freikirche mit rechtsradikalen Predigten und/oder Äußerungen ist bösartig, aber kein Anlass zur psychologischen Generalisierung. Es sind nicht alle Katzen frau. Aber wenn Jesusfreundinnen und -freunde den Wölfen (sogar ohne die Schlafsfell-Verkleidung) nacheifern, ist Gefahr in Verzug. Es geht mir nicht um eine Verallgemeinerung, damit würde man jenen Leuten mit innerem Abgrund nur einen guten Gefallen tun. Aber wir sollten Antisemitismus und ebenso den Rechtsradikalismus mit guten Beispielen begegnen. Toleranz gegen Intolerante, oder sogar sehr dicken Zuckerguss über Böses zu schütten, bleibt Eselei. Es reicht nicht nur zu beten, obwohl Gebet sehr wichtig bleibt. Sondern unseren Willen die Guten zu sein, auch zu leben. Also dann zu demonstrieren. Oder sich dazu öffentlich zu äußern. Man kann nicht den Heiligen Geist wertschätzen und sich auf ihn berufen, wenn man sich nie von ihm bewegen lässt. Die einfachen Wahrheiten sind (wie die oftmals einfachen Naturgesetze) oft konkrete Wahrheit: „Das Gute ist gut, wenn man es tut“! Auch christlicher Zorn ist konstruktiv, wenn ich es furchtbar finde, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken, weil der Staat Rettungsschiffe nicht mehr finanziert. Da kommt mir leider der Verdacht, dies soll abschreckend sein. Daher muss ich mir zumindest überlegen, welche Parteiprogramme mir als Christ erlauben, diese ebenfalls zu wählen. Ist das zu politisch? Keinesfalls: Denn auch jeder
Antisemitismus, der Rassismus und ebenso der Rechtsradikalismus sind wie Feuer und Wasser unvereinbart mit allem, was Jesus sagte und lebte.
Die Nazis hatten schon 1938 keinen Humor, sodass ein Hitlerwitz im Cafe einen Arbeiter bis 1945 für KZ überleben ließ. Jude zu sein war gefährlich.
Ein Dichter und Humorist durfte nicht mehr auftreten, weil er mit leichtem Spott statt „Heil Hitler – Heil-Kräuter“ formulierte,. lachen oft tödlich. Die Metzgertochter wurde kein KZ-Insasse, weil der Führer, aus dem Zug sehend, sie blutverschmiert für Krankenschwester hielt und ihr die Hand gab.
Lieber Herr Hehner,
Sie schreiben, es sei „martialisch“ oder gar „Gehirnwäsche“, wenn man davon spricht, dass Gott das eigene Ich tötet und durch seinen Geist ersetzt. Ich glaube, hier liegt ein grundlegendes Missverständnis vor.
Das Neue Testament spricht selbst radikal:
„Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir“ (Gal 2,20).
Oder Römer 6: „Unser alter Mensch ist mitgekreuzigt.“
Das ist keine Auslöschung der Persönlichkeit. Es ist Gericht – und Befreiung.
Die Bibel sagt nicht, dass Gott unser Wesen zerstört, sondern dass er den „alten Menschen“ tötet – also das in sich verkrümmte Ich, das sich selbst zum Maßstab macht. Wiedergeburt ist kein Coaching zur moralischen Verbesserung. Sie ist Tod und Auferstehung.
Wenn wir das entschärfen, bleibt am Ende nur eine religiös veredelte Selbstoptimierung übrig. Dann wird das Evangelium zu einem Appell an bessere Haltungen. Aber das Kreuz ist kein Appell – es ist ein Todesurteil.
Sie betonen mit Recht die Liebe. Aber Liebe ohne Gericht wird sentimental. Das Evangelium ist radikaler: Gott rettet nicht unser altes Ich – er beendet es. Und genau darin liegt Trost. Denn was gekreuzigt ist, muss sich nicht mehr selbst rechtfertigen.
Das ist keine Gehirnwäsche. Es ist Auferweckung.
Gott ist völlige Liebe und keinerlei Gewalt, sondern ihr Verzicht
Ich meine definitiv nicht eine moralischer Verbesserung, sondern dass ein Gott der Mensch wurde, sogar am Kreuz sich nicht wehrte und auf jede Gewalt verzichtete, auch alles regiert mit der Macht seiner Liebe. Von Ihnen so wie hier formuliert wird das Bild schief, der Neue Mensch entstehe dann doch auf irgend eine Art (von hinten durchs Auge geschossen) gewaltsam. Die Befreiung von der sogenannten Erbsünde, die auch nicht in diesem Sinne vererbt wird, geschieht dadurch, dass Gott nur mit der Macht seiner Liebe herrscht. Er führte dann auch bei den Israeliten nie Kriege. Das Gottesbild Jesu ist doch jenes eines lieben Papas, der wie ein Vater ist und dem Verlorenen Sohn entgegen geht. Jesus zieht hier das Verlorene Schaf unter den Dornen hervor, als praktizierte zärtliche Liebe, er legt es auf seine Schultern und trägt es heim. Es hätte sich (bildlich) nicht selber retten können und vielleicht noch nicht einmal gewollt. Ich meine keine religiöse Selbstveredelung, sondern es ist Gott, der mich hier nicht wie ein Töpfer völlig neu modellieren muss.. Er liebt mich durch und durch, so wie ich bin, aber nicht meine Defizite. Für mich ist das Kreuz, außer dass dort die Schuld der Sünde gesühnt und durchgestrichen ist, eben auch ein riesiges Mahnmal von wirklichem Frieden ist. Von daher haben selbst die untheologisch denkenden Römer Gott in jenem Moment verstanden, als sie ihre Werkzeuge der Schwerter (als Gegenstände körperlicher Gewalt) wegwarfen, weil sie das Kreuz als Gewalt verstanden, welche an diesem Kreuz von den Römern, aber nicht von Gott praktiziert wurde . Sie konnten dann sogar ihren Beruf nicht mehr ausführen, nicht nur notfalls die Staatsgewalt gewaltsam des Kaisers in Rom durchzusetzen. Christen versuchen oft gewaltlos zu sein, weil Jesus es auch war. Daher sollten wir doch sogar unsere Feinde lieben. Oder hier viel mehr zu tun als das Gesetz der Juden damals vorschrieb, also dann beispielsweise statt einer Meile sei Meilen mitzugehen. Freiwillig von Vorgeschriebenem mehr zu tun. Ich halte dies nicht für Werkgerechtigkeit, keine Gewalt zu nutzen, wenigstens als Ideal anzustreben. Im Grunde ist Jesus auch der Menschensohn in 1. Korinther 13 und Gott hat auch diese Haltung nicht nur eines Vaters, sondern der völliger Liebe. Wiedergeburt ist also so gesehen nicht dass ich wirklich oder symbolisch sterbe, sondern eine andere Art von Leben führen darf, auch als ein totales Geschenk, denn die Liebe pur ist was sie ist, der Verzicht uns hier etwas irgend etwas aufzuzwingen. Das Kreuz ist kein Todesurteil mehr für uns, sondern das Todesurteil hat (bildlich gesehen) Jesus auf sich genommen. Daher kann ich Christ auch nur freiwillig sein und mich in Annäherung auf meine guten Absichten so Dankbarkeit ausdrücken. Mehr als dieser absolute Verzicht auf Gewalt geht gar nicht. Ihre Formulierung hier aber überschreitet heutige Formen des Denkens und ich kann mir nicht vorstellen dass Jesus so dachte. Er sprach davon 70×7 zu vergeben, für uns eine fast nicht erfüllbare Voraussetzung, aber so müsste dann an unserer Stelle Gott beschrieben werden. Das Todesurteil erfolgte von Menschen hier an Jesus, nicht von Gott. Dies ist vielleicht der Unterschied, aber in Ihrer Sprache hört sich das an, als wenn man seelisch-psychisch ausgetauscht wird. Da ist nicht mehr der sanfte Gott, der auch nach der Bibel so herrschen wird und ein Christus der nicht zum Gericht kommt, sondern zur Erlösung aller Kreatur. Was sie (der ein Theologe ist) mit ihrer Sprache beschreiben wollen. wäre dann nicht der Seelenaustausch, oder nur der Austausch einer Identität, sondern pure Liebe Gottes, die niemals nur aus uns selbst kommt. Die Sprache ist dann das Problem, nicht der Inhalt. Auch wenn dies so in der Bibel steht, weil es eben damals trotzdem markige Worte waren, oder so übersetzt wurden. Vielleicht benutzen wir nur eine andere Sprache, nicht einen anderen Inhalt. Jedenfalls verstehe ich meine Befreiung darin, dass ich am Kreuz völlig unverdient freigesprochen bin und der Schöpfer aller Dinge mich hier niemals innerlich völlig austauscht. Wenn Gott wie allerbeste Eltern ihre Kinder nicht ummodellieren wollen, wird es auch unser Himmel nicht tun. Wir bleiben gewollte Ebenbilder des Schöpfers. Mehr vermag ich nicht zu beschreiben was sich meine. Ich denke eben nicht theologisch im Sinne von evangelikal, so wie Gott kein Theologe ist und der Menschensohn Jesus vermutlich so dachte auch wie ein frommer Pharisäer, auch wenn er nicht mit diesen immer dakor war. Wo wir uns reiben ist also, wie dies unter Menschen häufig geschieht, eher in der Sprache, aber nicht was wir vielleicht hier doch übereinstimmend meinen. Ich glaube, dass Gott uns zärtlich umwandelt. Jene Bildsprache, dass der Neue Mensch nur leben kann weil der alte Mensch stirbt, sollte vielleicht in einer Weise rhetorisch aufrütteln, aber es beschreibt nicht die Sanftheit der eigenen Gleichnisse, die Jesus damals erzählte. Außerdem kommt mit dem Neuen Mensch auch die falsche Annahme wir wären perfekt, eigentlich sündlich und daher perfekt Neue.
Wenn er als sanfter Herrscher wiederkommt, dann ist er auch sanft und nie das Gegenteil. Er schneidet nicht Seelen auf wie Bäuche und ich muss auch nicht immer völlig am Boden liegen, um dann neu zu werden, auch wenn dies vorkommen kann und sich dann wie die Errettung aus Seenot oder einem Sumpf anfühlt.
Sie meinen die Liebe (Gottes) ohne Gericht sei sentimental. Meinen Sie das echt? Denn meines Wissens fand das Gericht auf Golgatha statt und Jesus hat die Schuld der Welt auf seinen Schultern getragen und getilgt. Damit hat das Gericht getagt und die Gerechtigkeit ist hergestellt. Völlig untheologisch und ohne fromme Sprache ist der Frieden zwischen Gott und den Menschen bereits Realität, auch wenn wir dann gerne wieder die Hölle oder die Strafen erneut hervorholen wollen. Diese entspricht eher menschlichen Wünschen, sich doch den Platz im Himmel schon verdient zu haben und ihn den anderen Leuten nicht zu gönnen. Wozu sollten wir dann alle Menschen lieben und jeden nach Möglichkeit helfen, wenn anschließend Gott – wie es die Adventisten glauben – einfach wie Gottlosen (wenn sie es dann überhaupt sind) wie Computerdateien löscht. Oder der menschliche Bäcker 99% seiner Brötchen wegwirft, weil sie ihm (etwa wie Gott die Menschen) leider zum größten Teil nicht gelungen sind. Hier erscheint mir solches Gottesbild geradezu absurd. Dann wäre Gott nicht Liebe, dann steht er an einem himmlischen Fließband und sortiert kräftig aus. Dann ist das Kreuz kein himmlisch notarisches Dokument, wo die Sünde der Welt angenagelt und dann durchgestrichen wurde. Dann kann sich jede/r immer noch mit Gott völlig freiwillig versöhnen. Etwa so, als dies Saulus vor Damaskus tat, weil er Jesus in einem großen Licht begegnet.
Dass es im Himmel kein Gefressen und Gefressenwerden mehr gibt, glaube ich zutiefst. Aber das sind Gedanken, die uns der Himmel erklären wird
Sie machen viele Aussagen über Gott und formulieren gerne „ich glaube“. In der Bibel könnten Sie nachlesen, was Gott wirklich sagt – und würden erkennen, dass Sie so einen Gott nach eigener Vorstellung zeichnen, statt vom heiligen Gott Israels zu sprechen. Die Heilige Schrift ist Maßstab, nicht unsere Vorstellungen.
Römer 9,20–21
„Wer bist du, Mensch, dass du mit Gott rechten willst? Spricht auch das Werk zu seinem Meister: Warum hast du mich so gemacht? Hat nicht der Töpfer Macht über den Ton, aus derselben Masse ein Gefäß zur Ehre und ein anderes zur Unehre zu machen?“
Ein Gott ohne Zorn ist am Ende auch ein Gott ohne wirkliche Gnade.
Sie beschreiben Gott als reine, unangefochtene Zärtlichkeit. Aber die Bibel spricht anders. Sie spricht von Gottes Heiligkeit, von seinem Zorn über die Sünde, von seinem Gericht – und gerade darin von seiner rettenden Liebe.
Wenn Gott Sünde nur „zärtlich umwandelt“, dann ist sie offenbar nicht wirklich tödlich. Doch die Schrift sagt: „Der Lohn der Sünde ist der Tod.“ Nicht Defizit. Nicht Unreife. Tod.
Sie schreiben, das Gericht habe ausschließlich am Kreuz stattgefunden – und zwar als menschliches Urteil. Aber die Apostel verkündigen mehr: Gott selbst handelt dort. „Es gefiel dem Herrn, ihn zu zerschlagen“ (Jes. 53). Das ist kein sadistischer Gott – sondern der Ernst der Erlösung. Gott geht selbst in das Gericht hinein, das wir verdient haben!
Wenn Gott niemals richtet, dann musste Christus auch nichts tragen.
Wenn Gott keinen Zorn kennt, ist das Kreuz keine Notwendigkeit – nur Tragik.
Sie sagen, Gott greife uns nicht an. Doch Hebräer 12 sagt ausdrücklich: „Wen der Herr liebt, den züchtigt er.“ Das ist kein Widerspruch zur Liebe, sondern ihr Beweis. Ein Vater, der niemals eingreift, liebt nicht – er überlässt.
Auch die verstörende Szene mit Mose (Exodus 4) zeigt: Gottes Heiligkeit ist nicht dekorativ. Der Bund ist kein Gleichnis. Gott ist kein harmloser Großvater im Himmel.
Die eigentliche Frage lautet daher:
Wie groß ist die Sünde?
Ist sie nur eine Schwäche, genügt sanfte Begleitung.
Ist sie aber Rebellion gegen den lebendigen Gott, dann braucht es Kreuz, Gericht und neues Leben.
Wiedergeburt bedeutet nicht psychische Auslöschung. Aber sie bedeutet tatsächlich das Ende der alten Selbstherrschaft. „Unser alter Mensch ist mitgekreuzigt.“ Das ist nicht Rhetorik. Es ist Befreiung durch Urteil.
Die gute Nachricht lautet nicht: Gott lässt dich, wie du bist.
Die gute Nachricht lautet: Gott lässt dich nicht unter der Herrschaft der Sünde.
Seine Liebe ist nicht sentimental.
Sie ist heilig.
Und deshalb rettend.
Abschließend: Das Kreuz ist keine Einladung, Sünde zu verharmlosen. Wer Gnade missversteht, verkennt, dass Gericht und Heiligkeit untrennbar sind. Gnade befreit aus der Herrschaft der Sünde – sie erlaubt sie nicht.
Allerletzte Antwort an den (Herrn) Adrian
Entweder wurde meine Kommentierung- gern zugegeben viel zu lang und ausschweifend- nicht verstanden, oder fehlgedeutet.
Ich stehe wie jeder Mensch und jede Christ unter der Sünde, aber sie verurteilt mich nicht mehr. Ich lebe hier aus der Vergebung.
Lieber Adrian, die ersten drei Sätze macht Sie allwissend, sie argumentieren fast gegen jeden starken Zusammenhang auch des Neuen Testamentes. Es ist einfach Bibelverse zu zitieren, aber es gibt andere – oder auch die Gleichnisse – die den väterlichen und mütterlichen Gott herausstellen. Ich verharmlose keine Sünde – im Gegenteil – wegen der Sünde (der Trennung von Gott) wurde Jesus am Kreuz hingerichtet. Und nicht von Gott, von Menschen, von jenen mit dem Blutrecht (den Römern). Denn das Kreuz, an dem Jesus nicht wehrte, ist mir definitiv die Botschaft, dass Gott nur mit Liebe herrscht und niemals mit Gewalt. Gott ist wie der Inhalt der Predigt Jesu von der Feindesliebe, nie jemand aufzugeben und dann in Summe so die gesamte Bergpredigt. Dies und viel mehr habe ich oft hier vertreten: Den einen bin ich viel zu fromm, den anderen Mitchristen zu wenig, manchen falsch fromm, oder gar gehöre ich in die Hölle. Ich werde versuchen mich zu diesem Thema hier nicht mehr zu äußern. Denn wer hier stramm evangelikal ist, wird sich immer so äußern wie Sie/du Adrian. Dabei steht fast als Wahrheit fest, aber mag es vielleicht so noch als unterschiedliche Meinungen durchgehen, dass fast jede/r Christ/Christin sein ganz spezifisches und auch individuelles Gottesbild besitzt: Daher gibt es so viele Richtungen/Meinungen über Glaubenslehren bzw. Theologie und Frömmigkeitsformen und zudem Traditionen, sowie ebenfalls auch Konfessionen. Ich halte die Trennung und Spaltung für unser Christentum und kein festes Vertrauen auf Gott, immer für ein Übel, daher will ich mich zukünftig an Kernbotschaften und -wahrheiten abarbeiten. Ich lehne ab, mich in gedankliche Glaubensschubladen einordnen zu lassen wie evangelikal, charismatisch oder liberal, ich bin NUR Christ, Aber ich bin davon überzeugt, dass wir als Menschen und derzeit als die Spitze der Evolution auf diesem kleinen Planeten, vom Schöpfer aller Dinge auch ein sehr großes Gehirn erhalten haben, mit der Erlaubnis zu Verantwortung, für ebensolche plausiblen theologische (wenn auch laienhafte) Meinungen und den vernünftigen Glauben. Meine durchaus dichte Glaubenserfahrung und meine innere Gottesbegegnung, ließ mich nicht einem zornigen Gott begegnen, der mir oder anderen Denkverbote gibt. Meine Glaubenskongregation (wie bei den Katholiken) ist als Evangelischer die Bibel, die vernünftig ausgelegt werden muss (hier schon beginnend mit Martin Luther) und nicht unwesentlich durch mein Gewissen. Gott ist sicherlich sehr heilig, deshalb liebe ich auch Gott sehr mit meinen mangelhaften, aber normalen menschlichen Kräften. Aber Gottes Heiligkeit besteht in seiner Güte, Gnade und auch Langmütigkeit, nicht um sie auszunutzen, sondern darin wirklich diesen väterlich-mütterlichen Gott sehen zu dürfen, von dem die Menschen bereits bei dem Blick in das Gesicht Jesu begeistert waren. Da wir die Wahrheit über alles und damit auch über Gott, alle nur wie in einem Dunklen Spiegel sehen, kann ich auch nur unvollkommene Meinung vertreten. Aber jede meiner Äußerung mit dieser Fußnote zu versehen würden eher Zweifel säen, ob meine Sichtweise eher ein Lavieren ausdrückt.
Sie schreiben: „In der Bibel könnten Sie nachlesen, was Gott wirklich sagt – und würden erkennen, dass Sie so einen Gott nach eigener Vorstellung zeichnen, statt vom heiligen Gott Israels zu sprechen. Die Heilige Schrift ist Maßstab, nicht unsere Vorstellungen.“
Aber auch Sie legen die Bibel nach ihrer persönlichen Vorstellung aus, Adrian. Auch wenn Sie das vielleicht bestreiten würden. Es ist eine Illusion, dass es die „eine“ Auslegung gäbe. Liberale legen aus, Konservative ebenso. Das tun ohne Ausnahme alle Christen seit 2.000 Jahren. „Die Bibel“ spricht nicht mit einer Stimme. Viele Autoren haben sie geschrieben. Die Lehre der Verbalinspiration und ihrer verschiedenen Spielarten ist, wie viele Glaubenssätze, nach-biblisch. Sklaverei lässt sich durch die Bibel begründen, aber auch die Abkehr davon. Die Todesstrafe lässt sich durch die Bibel begründen, aber auch die Ablehnung derselben. Die Dreieinigkeit lässt sich in die Bibel hineinlesen. Sie ist aber in ihrer theologischen Ausarbeitung ein nach-biblisches Konzept, dass sich durch andere Bibelstellen kritisieren lässt. Es gibt diverse Konzepte des Lebens nach dem Tod oder der Hölle in der Bibel, sich langsam entwickelnd vom AT bis weit ins NT. Jesus kommt nur für die Juden, sagt er, später folgt der Missionsbefehl (von dem nicht manche Theologen glauben, dass er – ebenso wie das „Kirchenwort“ an Petrus eine nicht-jesuanische Hinzufügung darstellt). Vermutlich stellen meine Aussagen für Sie radikale Irrlehre dar. Dabei ringe ich lediglich jeden Tag um das rechte Verständnis und bastele mir nicht „einfach“ meinen Glauben zurecht, so wie es gerade passt. Das ist ein grundfalscher Vorwurf in Richtung sogenannter „liberaler Christen“. Christen sind schon immer zu unterschiedlichen Ansichten gekommen. Weil die Bibel das hergibt.
König Josia fand die Schriftrolle, zerriss seine Kleider und erneuerte den Bund mit Gott (2. Könige 22–23). Ein Moment, der zum Nachdenken über das Wort Gottes einlädt.
@ AlbertC: Vielen Dank für Ihren Beitrag!
Gott ist Liebe
Lieber Albert C.: Endlich treffe ich mal jemand an, der nicht schon fast fundamentalistisch und jedenfalls immer ständig evangelikal denkt. Evangelikal würde ich auch dann gerne sein, wenn damit nicht so ein furchtbares Allwissentlich tickte.
Die Bibel muss ausgelegt werden, sie ist nicht vom Himmel gefallen, von Engeln geschrieben, sondern Menschen haben Gottes- und Glaubenserfahrungen erlebt. Bibeltexte sind wie Predigten, beinhalten das Evangelium, aber oft in der Bibel auch unter dem alten Testament deutlich religiöse (gutgemeinte) Propaganda. Ich liebe Gott sehr, den ich erlebte wie der Verlorene Sohn und das Verlorene Schaf, immer wie der gute himmlische Vater (und die gute himmlische Mutter). Gott ist langmütig und freundlich, hat viel Geduld und er schenkte mir ein großes Gehirn und nie verboten es zu nutzen.
So ist ohne die Liebe nichts etwas wert, auch nicht der Glaube und alle erfolgreiche oder erfolglose Weise sich eigenen Idealen anzunähern. Die Liebe ist kein Eintrittsgeld für einen Platz im Paradies, sondern sie ist absolutes Geschenk. Es wird böse Menschen die größte Strafe sein in der Ewigkeit, von Gott trotz allem sehr geliebt zu werden. Auf Erden und von Menschen praktiziert, kann dies bei schwacher Ichstärke sogar einen Suizid befördern. Aber Gott wird alle trösten und all dies wieder in Ordnung bringen, was wir so jeden Tag falsch machen. Jesus ist unsere Versöhnung mit Gott und der Bitte es auch von uns her zu tun.
Wir brauchen immer Vertrauen und Liebe
Gott zu lieben und den Nächsten, sowie auch sich selbst, ist das Grundanliegen von Bibel und christlichem Glauben. Daran führt kein Weg vorbei.
„Niemand würde wegen einzelner problematischer Pfarrer die gesamte EKD politisch einnordnen – umso weniger sei es angemessen, hier eine einzelne unabhängige Gemeinde zum Maßstab für „die Freikirchen“ zu machen“! Weil nicht alle Katzen grau sind, würde ich dies unbedingt auch so sehen. Aber auch ebenso für den Deutschen Evangelischen Kirchentag ist Rechtsextremismus und Christlicher Glaube unvereinbar. Warum? Sehr einfach: Es geht um grundsätzliche Haltungen, denn Christinnen und Christen sollten Vertrauen auf Gott und die Mitmenschen haben. Jesus hatte den ganzen Glauben (damaliger Juden) zusammengefasst mit dieser Liebe.. Auch darf man durchaus gesunde Selbstliebe besitzen, also hier ebenso die Würde eines Menschen nach unserem Grundgesetz und unserer Gottesebenbildlichkeit praktizieren. Ich bin kein Sklave von Menschen oder Autoritäten. Mein Gewissen steht sogar über Gesetzen und menschlichen Untaten, sollte das geschriebene Recht nicht mehr mit der Norm der Menschenrechte, meinem Gewissens, der 10 Gebote, oder Bergpredigt entsprechen. Auch Gott lässt uns doch so viel Freiheit, dass er selbst den Bösen nicht in die Hände greift und ihr Tun also verhinderte. Denn sonst wären wir Marionetten und hätten weder eine Verantwortung, noch einen Freien Willen. Nach 1. Korinther 13 wird alles , was das Neue Testament und das Leben und Werk Jesu beinhaltet, sehr gut zusammengefasst in der absolute Vorrangigkeit der Liebe. Ohne sie ist all mein Bemühen um gute Werte und Normen, selbst wenn ich Märtyrer wäre, nichts wert. Die Liebe ist es, die den Glauben und unsere Haltung zur Politik, den politisch Handelnden, oder ChristInnen, als richtig oder falsch erweist. Wer Hass, Hetze, Lüge, Verleumdung, pure Bösartigkeit sowie Zwietracht sät, darf zwar Christ sein und es auch bleiben, aber er liegt mit sich selbst und seiner Seele falsch. Die Frage ist einfach zu beantworten: Christliche Menschen dürfen niemals rechtsradikal sein. Rechtsradikal ist das Bullschitt pur auch an Wahlurnen Allerdings gehört auch Vertrauen dazu. Wenn ich nicht (schon gar nicht präzise) weiß, in kritisierter Freikirche genau gepredigt wurde, wenn ich bei sexuellem Missbrauch nicht weiß wie hier wirklicher Sachstand der Bemühungen ist, kann ich im Zweifel weder den Mitmenschen vertrauen noch den Berufschristen. Wäre ich Fundamentalist, wäre alles in dieser Welt nur böse, müsste ich allein zum Mars fliehen. Hier könnte ich nirgendwo hin, weder zu einem Fest, einer Party, in einen Gottesdienst der normalen Art und ich müsste und würde auch nur böses wahrnehmen, darauf fixiert die Fehler und Mängel in jeder Menge zu erkennen. Dagegen lässt sich Vertrauen in symbolischen Geschichten erzählen, oder durch gute Übung auch sehr exemplarisch ausprobieren:
Steige auf eine hohe Kiste, lasse dir die Augen verbinden und springe herunter, in dem großen Vertrauen aufgefangen zu werden. Der geringste Zweifel würde mich aus Selbstschutz ablehnen lassen. Allerdings würde mich dies so stark kränken, dass ich – eher noch wenn ich ungeschützt auf den Boden knalle – mit keinem der Beteiligten weiter verkehren wollte. Leider sägen Rechtsradikale genau so wie religiöse Fundamentalisten sehr an jenem am Grundvertrauen. Sie suggerieren, es wäre alles mies und falsch. Dabei sagt mir der Bibel im Neuen Testament (1. Korinther 13), dass ohne Liebe alles nichts ist. Auch nicht schönste sie allerfrömmsten Sprüche. Etwas Unglaubliches habe ich in theologischer Form gelesen: Wahrer Glaube wäre, wenn Gott gewissermaßen mein eigenes Ich völlig tötet und es durch seinen Geist ersetzt. Dies hört sich nicht nur martialisch an, sondern ist wäre Gehirnwäsche und widerspricht grass dem liebevollen Glauben von Jesus an seinen himmlischen Vater (und alttestamentarisch auch an die Mütterlichkeit Gottes). Als liebender Vater des Verlorenen Sohn, der dem Sohn entgegen und ihn herzlich umarmt- Oder an den guten Hirten, der das verlorene Schaf wortlos und zärtlich auf seine Schultern lädt und es heimträgt. Keine Geheimwäsche, kein Gericht, nur vollste Liebe. Religiös sind solche Vorstellungen nach meiner Meinung destruktiv. Denn ein Gott vollster Hirnwäsche würde nicht in die tiefsten irdischen Höllen herabsteigen, dann Mensch werden und sich an ein Kreuz nageln lassen. Er käme auch nicht auf die lieblose Idee, alle Juden nach der Kreuzigung als Gottesstrafe in alle Welt zu zerstreuen. Abgesehen davon dass Gott seine Feinde liebt und jedem gebietet unendlich zu vergeben und dabei über niemand endgültig den Stab zu brechen. Die Ideen zu Gottes Gedanken sind böse, die Neigung ist groß, Macht mit Gewalt zu verwechseln.
Rechtsradikale wollen Macht, um sie mit Gewalt durchzusetzen. Gott hat Macht, die er nur mit göttlicher Liebe verwirklicht. Gott macht nie Krieg.