Theologe: „Verfolgt zu werden, ist kein christliches Alleinstellungsmerkmal“ (Die Eule)

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Zaun vor gelbem Himmel
Symbolfoto: Pixabay / PublicDomainPictures
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Sind Christen die weltweit „am stärksten unterdrückte Glaubensgemeinschaft?“ Enno Haaks, seit 2010 Generalsekretär des Gustav-Adolf-Werks, spricht im Interview mit dem Eulemagazin über den Begriff Christenverfolgung, die Situation bedrängter Christen weltweit und das Thema Religionsfreiheit.

Seiner Meinung nach vereinfache der „Weltverfolgungsindex“ von OpenDoors eine überaus komplexe Thematik, zum Beispiel durch die „Engführung auf ganze Staaten“. In Ländern wie Syrien oder Nigeria würden Christen eben nicht überall verfolgt, sondern gerieten teils durch die wirtschaftliche Lage und fehlende Lebensperspektiven in Bedrängnis.

Haaks fordert, „massiv“ in die religiöse und weltanschauliche Bildung zu investieren. Religiöser Fundamentalismus lasse den Glauben des anderen nicht gelten.

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Link: Verfolgt zu werden, ist kein christliches Alleinstellungsmerkmal (Die Eule)


Das Gustav-Adolf-Werk der evangelischen Kirche tritt laut Selbstbeschreibung für „das Recht protestantischer Minderheitskirchen ein, ihren Glauben in Freiheit zu leben.“ Es leistet Unterstützung beim Gemeindeaufbau, bei der Renovierung bzw. Kauf von Kirchen und Gemeinderäumen sowie bei sozialdiakonischen und missionarischen Aufgaben in den Gemeinden und der Aus- und Weiterbildung von kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Partnerinnen des Werks sind rund 50 protestantische Minderheitskirchen in Europa, Lateinamerika und Zentralasien.

5 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Die Frage ist: „Warum gerät Jemand unter Druck oder gar Verfolgung ?“ In aller Regel weil man sich an die (meist von der Umgebung ungeliebte) Wahrheit halten will. Bei uns CHRISTen geht es nicht um Buchstaben-Wahrheiten, sondern um die personifizierte Wahrheit in CHRISTUS … Lüge oder Wahrheit, Richtig oder Falsch, Zeitgeist oder GEIST GOTTES, Satan oder CHRISTUS. Die Nicht-Christen werden natürlich ständig vom Zeitgeist (Satan) manipuliert … und können garnicht anders.
    „Warum also lässt der HERR das zu ? “ Weil ER nur so, feststellen kann, wer ECHT und wer Unecht ist … Wer Leid ertragen kann um CHRISTI und Seiner Verheißungen willen oder ob es sich um Mitläufer handelt solange dies nichts kostet … Wenn wir CHRISTen allerdings weiterhin nicht fragen, was unser HERR vorallem unter uns sucht (gelebte EINHEIT pro Wohnort) wird Druck und Verfolgung bald auch bei uns zur Realität werden müssen …

  2. Verfolgung von Christen besteht NICHT nur in körperlicher Gewalt, Vertreibung oder Unterdrückung!
    Sondern auch in jeder nur denkbaren Form von Ausgrenzung, Benachteiligung, Diffamierung,Beschuldigung,Aushungerung
    Ausbeutung usw.
    Aufgrund von der Andersartigkeit der Christen geschehen diese regelmäßig und geplant, durch ALLE MÄCHTE der Welt.

  3. „In Ländern wie Syrien oder Nigeria würden Christen eben nicht überall verfolgt“

    Was auch Open Doors nicht behauptet. Wer den Bericht zum Weltverolgungsindex liest, oder auf der Webseite von Open Doors sich die „Länderinformationen“ durchliest, der weiß das.

    „sondern gerieten teils durch die wirtschaftliche Lage und fehlende Lebensperspektiven in Bedrängnis“

    Das ist auch nach Open Doors kein Grund, sie als „verfolgt“ zu bezeichnen. Allerdings kann allgemeine wirtschaftliche Bedrängnis zu Verfolgung führen. Die Angriffe der „Fulani-Rebellen“ auf Christen in Mittelnigeria sind dafür ein Lehrstück. Da kommt wirtschaftliche Notlage, ethnischer Konflikt zwischen Nomaden und Bauern zusammen mit islamistischer Propaganda, die zum „Dschihad“ führt.

    Der Hauptunterschied zwischen Haak und Open Doors wird im Interview eher verschleiert: Für Open Doors liegt Verfolgung auch dann vor, wenn die Täter nicht-staatlich sind. Und es bezeichnet auch Diskriminierung auf Grund des Glaubens als (leichte) Verfolgung.

    Den Fundamentalismus gibt es übrigens nicht allein im Islam, sondern auch im Christentum, im Hinduismus etc.

    Wer so verallgemeinert über Fundamentalismus spricht wie Haak, der sollte auch erwähnen, dass es „Fundamentalismus“ z.B. bei den Grünen gibt.

    „Es stimmt einfach nicht, dass Christen in ganz Syrien verfolgt werden“

    Es gab (gibt?) in Syrien Gebiete, wo alle Christen verfolgt wurden (durch IS & Co.). Es gibt Christen in Syrien, die überall verfolgt werden (auch von Alawiten, der Hauptstütze der Assad-Regierung), insbesondere Konvertiten aus dem Islam. Der Satz von Haak stimmt so, wie er geäußert wurde, einfach nicht.

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