Je ein Licht für die Verstorbenen
Je ein Licht für die Verstorbenen (Bild: kropekk_pl / Pixabay.de)

Mit den Heiligen haben wir evangelischen Christen es ja nicht so. Doch den freien Tag nehmen wir (zumindest in fünf deutschen Bundesländern) gern. Was genau am 1. November gefeiert wird, ist ja auch egal, oder?

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Ansgar, Blasius, Eusebius, Gregor, Hubert, Maria, Theresa, Xaver – Heilige gibt es in der katholischen Kirche einige. Würde man jedem einen eigenen Feiertag widmen, käme man aus der Feierei überhaupt nicht mehr heraus. Und so gibt es praktischerweise einen Feiertag für alle Heilige: Allerheiligen, der bei uns am 01. November in einigen Bundesländern für einen freien Tag sorgt. In Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland gilt dieser Tag als sogenannter stiller Feiertag, das heißt, auch in Zeiten „nach Corona“ müssen Clubs, Kneipen und Konzerte ausfallen. Stattdessen zieht es viele Leute auf Friedhöfe, um nicht nur den Heiligen, sondern auch verstorbenen Familienmitgliedern zu gedenken (wofür es strenggenommen auch noch den 02.November, Allerseelen, gibt).

So ein stiller, ruhiger Tag tut vielen nach dem vorangegangenen Abend auch sehr gut. In immer mehr Regionen, Städten und Dörfern wird Halloween gefeiert. Kinder ziehen gruselig verkleidet von Tür zu Tür, auf der Suche nach Süßigkeiten. Erwachsene feiern nicht minder gruselig gekleidet feucht-fröhliche Horrorpartys (wie das 2020 gehandhabt wird, ist in den bundesländereigenen Richtlinien für Privatfeiern in Corona-Zeiten geregelt). Auch geschichtlich hängen Halloween und Allerheiligen eng zusammen: In Irland zündeten Katholiken am Abend vor Allerheiligen Lichter an und stellten diese vor die Tür oder ins Fenster, um den Verstorbenen zu gedenken. Irische Auswanderer veränderten diese Tradition in Amerika, der Abend wurde kommerzialisiert und so spielen nun Kürbisse, Fratzen und Spinnen die Hauptrolle am „All hallows eve“.