Im Hotel Albrechtshof der Berliner Stadtmission sind alle toleriert, auch die AfD. Das macht der Verein in einer Pressemitteilung deutlich. Zuletzt buchte die Partei das angrenzende Restaurant ALvis für Essen und Veranstaltungen. Daraufhin verließen mehrere Besucher den Raum. In einem gemeinsamen, moderierten Gespräch beschlossen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gästehauses nun, auch den Menschen mit Freundlichkeit und Wertschätzung zu begegnen, deren Werte sie nicht teilen.

„Gleichzeitig behalten wir uns vor, bei rassistischen oder diskriminierenden Aussagen und Handlungen in unseren Häusern, Gästen den Aufenthalt in unseren Hotels und Restaurants zu verwehren oder sie des Hauses zu verweisen“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Man dürfe nicht emotional an die Sache herangehen, so die Begründung. Damit begebe man sich auf das gleiche Niveau wie „Populisten“.

Außerdem thematisiert die Stadtmission, dass die AfD mit ihren Essen und Veranstaltungen im Hotel und dem angeschlossenen Restaurant unter anderem die Flüchtlingshilfe unterstützt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gästehauses stammen aus unterschiedlichen Herkunftsländern. Die erwirtschafteten Gelder kommen der Berliner Stadtmission zugute. Damit finanziert diese unter anderem die Kältehilfe für Obdachlose, die Resozialisierung von Straffälligen aber auch ihre Flüchtlingshilfe.

 

3 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Die Einstellung der Berliner Stadtmission finde ich korrekt. Toleranz muss vorgelebt werden, gerade wenn es Konsequenzen hat, die nicht angenehm sind. Das kann dazu führen, dass einige Gäste wegbleiben.

    Aber auch Jesus hat sich mit denen an einen Tisch gesetzt, die unbeliebt waren oder einen schlechten Ruf hatten. Deshalb traut euch Menschen nicht auszugrenzen – Nur wenn man mit der AfD im sachlichen Gespräch die Positionen austauscht und sie als gewählte Volksvertreter auf Augenhöhe behandelt, kann sich der AfD-Wähler ernst genommen fühlen. Das ist eine Grundvoraussetzung unserer Demokratie, Meinungsfreiheit und Toleranz zu üben.

  2. Genau so hätte ich mir es auch für den Kirchentag gewünscht. Nicht pauschal ausgrenzen, im konkreten Fall aber klare Kante zeigen. Das ist langfristig viel wirkungsvoller.

  3. […] Anders verhält es sich, wenn einzelne AfD-Mitglieder das Restaurant außerhalb von Parteiveranstaltungen besuchen wollen. Einzelpersonen der Türe verweisen wolle man nicht, sagte Dieter Puhl, der Leiter der Stabstelle christliche und gesellschaftliche Verantwortung, auf Anfrage: „Wir erdulden sie.“ Auch zu dieser Position hatte es vor wenigen Wochen eine Pressemitteilung gegeben. […]

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