Für jeden Tag der Passionszeit ein Bild gestalten – das war das Vorhaben von Rebekka Schwaneberg. Wir dokumentieren hier einen Auszug ihres Aquarell-Tagebuchs.
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Gottes Zugänge zum Herz eines Menschen sind so vielfältig wie wir Menschen. In meinem Fall heißt sein Weg Kreativität. Schon als Kind waren Malen und Zeichnen meine Lieblingsbeschäftigungen. Dass sich aber die Bibel auch kreativ lesen lässt, entdeckte ich erst vor etwa drei Jahren im sogenannten Bible Art Journaling.

Dann stieß ich auf das Advents-Art-Journal der kanadischen Künstlerin Anika Lacerte – und war begeistert von der Idee, jeden Tag ein Stück Weihnachtsgeschichte zu lesen und zu gestalten. Mir gefiel die Konzentration auf kleine Textportionen ebenso wie das tägliche Kreativsein, welches keinen großen Aufwand erforderte.

Als die Fastenzeit 2017 näher rückte, wendete ich dieses Prinzip auf die Passion an. Zunächst besorgte ich mir ein kleines Aquarellbuch und zerlegte die Passionsgeschichte in 48 Textsegmente (von Aschermittwoch bis Ostermontag). Allein die Textauswahl ermöglichte mir eine intensive Auseinandersetzung mit der Passion: Ich verglich die Berichte der vier Evangelisten und versuchte, eine möglichst umfassende Auswahl zu treffen.

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Die konkrete Gestaltung der Texte ließ ich offen. Ich wollte mir einfach das, was ich las, vor Augen malen und mir dessen, was Jesus aus Liebe zu mir auf sich genommen hat, neu bewusst werden – sei es mit Aquarellfarben oder Buntstiften, Stempeln oder Collageelementen. Gleichzeitig sollte mir der fortlaufende Text helfen, eine tägliche kreative Routine zu entwickeln und neue Gestaltungsmöglichkeiten auszuprobieren.

Tatsächlich setzte ich mich jeden Tag mit einem Teil der Passionsgeschichte auseinander. Manchmal hatte ich wenig Zeit und Ideen, aber meistens tauchte schon beim Lesen der Verse ein Bild vor meinem inneren Auge auf, das ich umsetzen konnte. Diese altbekannte Geschichte wurde mir mithilfe meines Passions-Art-Journals neu lebendig und ich erlebte die Passionszeit auf diese Weise viel bewusster und intensiver als in den Jahren zuvor. Für mich hat sich diese Herangehensweise an einen biblischen Text bewährt, sodass ich sie weiterhin pflegen werde.

© alle Bilder Rebekka Schwaneberg


Rebekka Schwaneberg ist studierte Germanistin und autodidaktische Künstlerin. Sie lebt mit ihrer Familie in Berlin und bloggt – nicht nur über Bible Art Journaling. Dieser Artikel ist zuerst im Magazin Faszination Bibel (1/2018) erschienen.