Wenn wir anderen ein Segen sein wollen, können wir das ganz praktisch tun. Hier kommen zehn Tipps, um Menschen persönlich Segen zuzusprechen.

Von Bernd Eimterbäumer

Einen Menschen zu segnen, gehört für mich zu den schönsten und vornehmsten Aufgaben. Die Vorstellung, dass Gottes Segen durch mich zu einer anderen Person fließt, ist atemberaubend! Wir segnen gern Menschen persönlich in unserer Gemeinde.

„Wenn du einen Menschen segnest, mach dir bewusst, dass Gottes Liebe durch dich fließt.“

Sowohl in unserer „Johannismesse“, einem sehr ruhigen und besinnlichen Gottesdienst, als auch nach unserem „anderen Gottesdienst“, einem modernen zweiten Gottesdienstmodell, gibt es Gelegenheit, für sich beten und sich segnen zu lassen. Ich höre immer wieder, dass die persönliche Segnung für viele Menschen der kostbarste Teil des Gottesdienstes ist. Richtete sich das übrige Gottesdienstprogramm an die Gesamtheit der Besucher, so wird es beim Segnen ganz persönlich. Auf unseren Jugendfreizeiten in Norwegen gibt es einen „Stillen Vormittag“, an dem Jugendliche für sich beten und sich segnen lassen können. Es erstaunt mich jedes Mal wieder, wie viele Teenager das Angebot der persönlichen Segnung in Anspruch nehmen, selbst die „coolen Jungs“, die ansonsten gern den Eindruck vermitteln, „selbst ganz gut klarzukommen“. Oft öffnet sich ihr Herz ganz weit, manchmal fließen Tränen, manchmal spüren sie, wie Lasten von den Schultern fallen, und erfahren den persönlichen Segen Gottes als etwas Wohltuendes, als eine Kraftquelle oder sogar einen Neuanfang.

Hier ein paar Praxistipps aus meiner persönlichen Erfahrung:

      1. Wähle einen schönen und abgeschiedenen Ort zum Segnen. Das kann genauso gut draußen in der Natur sein wie in einem ruhigen Winkel der Kirche. Schaffe eine nette Atmosphäre. Stell ein kleines Kreuz auf oder zünde eine Kerze an.
      2. Gewährleiste, dass ihr nicht gestört werdet. Triff Absprachen, dass dich niemand in der Segnungszeit fragt, wo er Schere und Kleber finden kann …
      3. Wende dich deinem Gegenüber ganz zu. Er ist in den kommenden Minuten der wichtigste Mensch für dich. Gehe nicht störenden und ablenkenden Gedanken nach!
      4. Segne nicht unvermittelt. Frag dein Gegenüber: „Gibt es etwas, was dir auf der Seele brennt? Kann ich für irgendetwas beten?“ Höre gut zu und frag nach, wenn du dir nicht sicher bist, ob du alles richtig verstanden hast.
      5. Bete für das Anliegen deines Gegenübers. Tu es sehr persönlich, herzlich und liebevoll. Wenn möglich, zitiere einen Bibelvers, der Gottes Liebe und seine Möglichkeiten auf den Punkt bringt.
      6. Wähle das passende Maß an Nähe bzw. Distanz. Besteht eine vertrauensvolle Beziehung zu deinem Gegenüber, leg ihm beim Beten die Hand auf die Schulter. Lege in jedem Fall beim Segnen beide Hände auf den Kopf des zu Segnenden.
      7. Es ist eine schöne, unterstützende Geste, deinem Gegenüber ein Kreuz mit Öl auf die Stirn zu zeichnen. Jemand sagte mal: „Ich habe das Kreuz noch Wochen später auf meiner Stirn gespürt!“
      8. Wenn du einen Menschen segnest, mach dir bewusst, dass Gottes Liebe durch dich fließt. Eine Segnung ist nichts, was du „machst“. Sie ist heilig, weil Gott wirkt.
      9. Wenn du dem Menschen, für den du gebetet und den du gesegnet hast, das nächste Mal begegnest, frag nach, ob er Gottes Hilfe, Trost oder Kraft erfahren hat. Eine Segnung ist sehr persönlich, und du baust eine Beziehung auf, an die du anknüpfen kannst.
      10. Mach andere zu Segnenden. In manchen Fällen ist es schön, einen Menschen zu zweit zu segnen und für ihn zu beten. Halte die Augen offen nach Personen, die sich für diese Aufgabe eignen, und lerne sie an. Eine Jugendmitarbeiterin entwickelte so viel Freude dabei, die Teilnehmenden einer Freizeit zu segnen, dass sie die nächste Gelegenheit nutzte, es gleich wieder zu tun. So kann sich die Praxis des Segnens ausbreiten und mehr Menschen können in den Genuss des persönlichen Segens Gottes kommen.

    Dieser Artikel ist zuerst im Kirchenmagazin 3E erschienen, das wie jesus.de zum SCM Bundes-Verlag gehört.

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Bitte NICHT jedem beim Segnen die Hände auf den Kopf legen – jedenfalls nicht, ohne die EmpfängerInnen des Segens vorher zu fragen!
    Es gibt Menschen, die Berührungen absolut nicht mögen, dadurch in Panik geraten und/oder durch Berührungen schlimm getriggert werden.

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