Wenn wir anderen ein Segen sein wollen, können wir das ganz praktisch tun. 10 Tipps, um einander den Segen zuzusprechen.

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Von Bernd Eimterbäumer

[Dieser Text ist in der Zeit vor Corona entstanden. Wir haben ihn neu veröffentlicht, weil wir finden, dass gerade in diesen stürmischen Zeiten Segensimpulse besonders wichtig sind. Tipp Nummer sechs sollte zurzeit aber nur unter Wahrung der entsprechenden Abstands- und Hygieneregeln betrachtet werden! / das Jesus.de-Team]

Einen Menschen zu segnen, gehört für mich zu den schönsten und vornehmsten Aufgaben. Die Vorstellung, dass Gottes Segen durch mich zu einer anderen Person fließt, ist atemberaubend! Wir segnen gern Menschen persönlich in unserer Gemeinde.

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Sowohl in unserer „Johannismesse“, einem sehr ruhigen und besinnlichen Gottesdienst, als auch nach unserem „anderen Gottesdienst“, einem modernen zweiten Gottesdienstmodell, gibt es Gelegenheit, für sich beten und sich segnen zu lassen. Ich höre immer wieder, dass die persönliche Segnung für viele Menschen der kostbarste Teil des Gottesdienstes ist.

„Wenn du einen Menschen segnest, mach dir bewusst, dass Gottes Liebe durch dich fließt.“

Richtete sich das übrige Gottesdienstprogramm an die Gesamtheit der Besucher, so wird es beim Segnen ganz persönlich. Auf unseren Jugendfreizeiten in Norwegen gibt es einen „Stillen Vormittag“, an dem Jugendliche für sich beten und sich segnen lassen können. Es erstaunt mich jedes Mal wieder, wie viele Teenager das Angebot der persönlichen Segnung in Anspruch nehmen, selbst die „coolen Jungs“, die ansonsten gern den Eindruck vermitteln, „selbst ganz gut klarzukommen“. Oft öffnet sich ihr Herz ganz weit, manchmal fließen Tränen, manchmal spüren sie, wie Lasten von den Schultern fallen, und erfahren den persönlichen Segen Gottes als etwas Wohltuendes, als eine Kraftquelle oder sogar einen Neuanfang.

Hier ein paar Praxistipps aus meiner persönlichen Erfahrung:

      1. Wähle einen schönen und abgeschiedenen Ort zum Segnen.

        Das kann genauso gut draußen in der Natur sein wie in einem ruhigen Winkel der Kirche. Schaffe eine nette Atmosphäre. Stell ein kleines Kreuz auf oder zünde eine Kerze an.

      2. Gewährleiste, dass ihr nicht gestört werdet.

        Triff Absprachen, dass dich niemand in der Segnungszeit fragt, wo er Schere und Kleber finden kann …

      3. Wende dich deinem Gegenüber ganz zu.

        Er ist in den kommenden Minuten der wichtigste Mensch für dich. Gehe nicht störenden und ablenkenden Gedanken nach!

      4. Segne nicht unvermittelt.

        Frag dein Gegenüber: „Gibt es etwas, was dir auf der Seele brennt? Kann ich für irgendetwas beten?“ Höre gut zu und frag nach, wenn du dir nicht sicher bist, ob du alles richtig verstanden hast.

      5. Bete für das Anliegen deines Gegenübers.

        Tu es sehr persönlich, herzlich und liebevoll. Wenn möglich, zitiere einen Bibelvers, der Gottes Liebe und seine Möglichkeiten auf den Punkt bringt.

      6. Wähle das passende Maß an Nähe bzw. Distanz.

        Besteht eine vertrauensvolle Beziehung zu deinem Gegenüber, leg ihm beim Beten die Hand auf die Schulter. Lege in jedem Fall beim Segnen beide Hände auf den Kopf des zu Segnenden.

      7. Unterstütze dein Segensgebet mit einer Symbolhandlung.

        Es ist eine schöne, unterstützende Geste, deinem Gegenüber ein Kreuz mit Öl auf die Stirn zu zeichnen. Jemand sagte mal: „Ich habe das Kreuz noch Wochen später auf meiner Stirn gespürt!“

      8. Mach dir bewusst, dass Gottes Liebe durch dich fließt.

        Eine Segnung ist nichts, was du „machst“. Sie ist heilig, weil Gott wirkt.

      9. Bleib im Gespräch mit deinem Gegenüber

        Wenn du dem Menschen, für den du gebetet und den du gesegnet hast, das nächste Mal begegnest, frag nach, ob er Gottes Hilfe, Trost oder Kraft erfahren hat. Eine Segnung ist sehr persönlich, und du baust eine Beziehung auf, an die du anknüpfen kannst.

      10. Mach andere zu Segnenden.

        In manchen Fällen ist es schön, einen Menschen zu zweit zu segnen und für ihn zu beten. Halte die Augen offen nach Personen, die sich für diese Aufgabe eignen, und lerne sie an. Eine Jugendmitarbeiterin entwickelte so viel Freude dabei, die Teilnehmenden einer Freizeit zu segnen, dass sie die nächste Gelegenheit nutzte, es gleich wieder zu tun. So kann sich die Praxis des Segnens ausbreiten und mehr Menschen können in den Genuss des persönlichen Segens Gottes kommen.

    Zum Weiterlesen:

  • Die 15 schönsten irischen Segenswünsche
  • Aaronitischer Segen: Der älteste Segen in der Bibel
  • Der Segen des Sabbats: Viel mehr, als Chillen

  • Dieser Artikel ist zuerst im Kirchenmagazin 3E erschienen, das wie Jesus.de zum SCM Bundes-Verlag gehört.

 

 

 

 

 

Jesus.de unterstützt ausdrücklich die vom Robert-Koch-Institut empfohlenen Hygienemaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Bleibt gesund! Schützt euch und andere.

7 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Bitte NICHT jedem beim Segnen die Hände auf den Kopf legen – jedenfalls nicht, ohne die EmpfängerInnen des Segens vorher zu fragen!
    Es gibt Menschen, die Berührungen absolut nicht mögen, dadurch in Panik geraten und/oder durch Berührungen schlimm getriggert werden.

    • Ich möchte das gerne dick unterstreichen, was K.M. hier vor zwei Jahren (!) geschrieben hat, und verstehe nicht so ganz, wieso ihr diesen Artikel nicht entsprechend überarbeitet habt. Gerade jetzt zu Corona-Zeiten muss das Segnen sowieso unbedingt in körperferneren Formen geschehen.
      Und eine Frage zu Punkt 9: Was ist, wenn ein Mensch sagt, dass er nichts von Gottes Hilfe, Trost etc. gespürt hat? Gibt es HInweise dazu, wie damit dann umzugehen ist (oder ist das etwa gar nicht vorgesehen…?) Man kann mit so einem Ritual auch kräftig Druck auf einen Menschen aufbauen. Ein wichtiger Grundsatz fehlt mir deswegen in dieser ganzen Liste: Die zu segnende Person muss unbedingt vorher gefragt werden, ob sie das alles wirklich möchte. Das wird ja gerne mal ignoriert, wenn wir allzu beflissen sind, einem Menschen „Gutes“ zu tun …

      • Hallo Jutta, der Text ist älter, aber zeitlos gut. Wir hatten festgestellt, dass verstärkt nach Segenstexten gesucht wurde, deshalb haben wir ihn noch einmal neu veröffentlicht. Zu deinem kritischen Einwand: Einen Hinweis auf Corona hatten wir unter Punkt sechs in den Text integriert. Das haben wir nun geändert. er steht nun am Anfang des Artikels. Herzliche Grüße, das Jesus.de-Team

        • Hallo Jesus.de-Team, danke! Ich finde das Segnen ja durchaus auch ein schönes und derzeit hilfreiches Ritual, das insgesamt zuwenig Aufmerksamkeit bekommt. Insofern finde ich es auch gut, dass das thematisiert wird. Möge es eine konstruktive Anwendung finden! LG!

        • Es ist gut zu segnen, jedoch sollten wir aufpassen wem wir die Hände auflegen, da es vielleicht bei manchen noch vieles nicht aufgedeckt würde. Man kann auch segnen mit einer Distanz zum anderen, das ist auch bei Heilung dasselbe.. Und möglich, denn der Hl. GEIST uebertraegt es ja auf jeden Fall

          • Ich finde den ersten Satz anmaßend , ich bin von Gott nicht befugt nach Sünden des andern zu suchen . Der Wunsch gesegnet zu werden sagt etwas über Befreiung aus .

  2. Hallo ihr Lieben!
    Zum Thema Segen.
    Ihr könnt gerne kostenlos meine Segenslieder verwenden. 2 der Lieder sind auch in den Liederbüchern „Feiert Jesus“ und „Du bist Herr “ und sind in vielen Gemeinden beim Singen zum Segen geworden. http://www.segenslieder.de
    Die Lieder können kostenlos runtergeladen werden. Zum Thema Segen gibt es auch nützliches zu Lesen.
    Am besten mal meine Geschichte dort lesen.
    Have a good rock! stephan Karnath

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