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Auferstehung: Zu wem treibt sie mich?

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Out of the Box – Weil wir wunderbar gemacht sind

Die zweiwöchentliche Kolumne von Tom Laengner


Jesu Auferstehung ist unglaublich – aber nicht unglaubwürdig. Tom Laengner meint: Das zeigt sich an den ersten Christen, die taten, was Jesus gefordert hatte.

Alle Welt weiß: Nach Weihnachten ist vor Weihnachten. Auch die Umkehrung ist nicht verhandelbar. Deshalb habe ich mich auf dem Weg zum Bäcker sehr gewundert über Rentiere und Tannen auf Papiertüten, die im Stadteilbuchladen einer örtlichen Kirchengemeinde ausgestellt sind. Links unten stand der Titel „Frohe Weihnachten, kleiner Elch!“ Oder war es ein großer Elch? Jedenfalls dachte ich auf dem Weg zum Bäcker über diese merkwürdige Botschaft nach.

Jesu Tod am Kreuz ist unverzichtbar

Denn jetzt ist April. Da feiern in diesem Jahr Muslime Ramadan. Und die Christen, die es noch gibt, Ostern. Ich persönlich finde zu Ostern die Nougateier spitze. Auch Knickebein steht bei mir hoch im Kurs, auch wenn das schwer zu finden ist …

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Doch ehrlich gesagt könnte ich auf all diese Dinge verzichten. Nicht verzichten kann ich auf ein unglaubliches Ereignis, was vor etwa zwei Jahrtausenden stattgefunden haben soll. Das war es damals schon und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Jesus war tot

Als Jesus am Kreuz hingerichtet worden war, gab das der Bewegung um den Schreiner und Lehrer aus Nazareth den Todesstoß. Da geht ein Mann hin und kauft ein Grab. Schließlich soll Jesus zumindest würdevoll unter die Erde gebracht werden.

Die mutigen Frauen nehmen alles mit, um die Beerdigung abzuschließen. Aber, dass der Mann tot war, blieb ausgemachte Sache. Und die Jünger? Denen fiel ein, dass ihre Netze noch in Takt sein dürften.

Selbst für die engsten Begleiter von Jesus war seine Auferstehung also schlichtweg unglaublich. Und das ist sie auch für mich. Aber ist sie deshalb auch unglaubwürdig?

Entscheidender Schritt auf einem brandneuen Weg

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Ich könnte nicht nachvollziehen, dass eine Bewegung, in der die Wahrheit eine zentrale Rolle spielt, mit der flottesten Lüge aller Zeiten begonnen haben sollte. Letztlich hat die Auferstehung zu viel in Bewegung gesetzt, um nicht an sie zu glauben. War sie nicht der erste, aber entscheidende Schritt auf einem brandneuen Weg?

In den folgenden Jahrhunderten gab es Menschen, die getan haben, was Jesus gefordert hatte. Sie waren es, die die Gesellschaft ihrer Zeit mitformten. Zumindest in den ersten Jahren gehörten sie nicht zur Mehrheitsgesellschaft. Das fanden sie vielleicht nicht so toll. Aber es hielt sie nicht davon ab, zu tun, was sie für das Richtige hielten.

Was halte ich für das Richtige?

Wenn ich mich an Jesus orientieren will, kann ich die Frage zumindest nicht einfach vom Tisch wischen: Was halte ich für das Richtige? Was gilt es zu tun? Jesus überraschte, indem er Zöllner und Sünder in seiner Nähe hatte. Zu wem treibt mich seine Auferstehung?

Als ich später dann die Frühstückeier aufgesetzt habe, schaute ich auf den Strauß mit Osterglocken und habe einfach mal Ray Charles gehört. Er spielte „Rudolph the Red Nosed Reindeer“. Und das habe ich ganz laut gestellt.

Alle Kolumnen von Tom Laengner findet ihr hier.


Tom Laengner ist ein Kind des Ruhrgebiets. Nach 20 Jahren im Schuldienst arbeitet er journalistisch freiberuflich und bereist gerne unterschiedliche afrikanische Länder. Darüber hinaus arbeitet er als Sprecher für Lebensfragen und Globales Lernen. In seiner Kolumne „Out of the Box – Weil wir wunderbar gemacht sind“ schreibt er regelmäßig über Lebensfragen, die ihn bewegen.

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1 Kommentar

  1. Jesusnachfolge und unsere irdische Auferstehung

    „In den folgenden Jahrhunderten gab es Menschen, die getan haben, was Jesus gefordert hatte. Sie waren es, die die Gesellschaft ihrer Zeit mit formten“! Dies ist der wichtigste Satz in dieser Kolumne zur Auferstehung. Als junger Mensch war mir das Erleben der Gemeinschaft wichtig. Ich blüte auf in unseren Wochenendtreffen. Oder an Sylvester, wenn wir mit Fackeln den Berg hinaufstiegen. Gefühl war wichtig und Gott zu erleben. Auch die Gebetserhörungen. Ich kann mich nicht mehr an den Zusammenhang erinnern, in der ein älterer Seelsorger (gefühlt recht unfreundlich) folgenden schockierenden Satz aussprach: „Christen müssen auch bereit sein den Willen Gottes zu tun“! Ich habe mich dann gefragt wie es sein kann dass Gott alle Menschen liebt. Liebt er mich nicht mehr wenn ich seinen Willen nicht tue ? Wie ist dies zusammen zu bringen mit Luthers Erkenntnis, dass Gottes Liebe und Vergebung immer unverdient bleibt ? Ich war schockiert. Muss ich nun doch für mein Heil arbeiten, vergibt Gott mir nur dann. Oder was ist überhaupt der Wille Gottes ? Gibt es spezielle Anforderungen an mich selbst, oder gelten himmlische Regeln für alle ? Und was hat das mit der Auferstehung zu tun ? Ich denke, den Willen Gottes zu tun ist die Voraussetzung für meine Auferstehung im Hier und Heute. (Damit meinen manche Christen die irdische Wiedergeburt, als wiedergeborene Christen, was man dann aber nicht perfektionistisch verstehen darf). Denn man stelle sich vor, die zweifelnden Frauen am Grab, der ungläubige Petrus der in das leere Grab schaute, oder später sogar der Beweise fordernde Thomas: Sie haben doch alle ihren Unglauben überwunden, letztendlich der Botschaft der Frauen vom Grab doch Glauben geschenkt und sie haben sich unglaublich in Bewegung gesetzt. Das Evangelium – die frohe Botschaft von der Liebe – setzte sich nach und nach in alle Welt in Bewegung. Es waren die Apostel, die diese größte Nachricht im Universum weitersagten, aber auch die Gemeinden in aller Welt und Millionen Einzelpersonen. Es wurde erzählt, was Jesus für Menschen getan hat, wie er der Sünderin vergab, was er in der Bergpredigt über die Friedfertigen sagte und dass man 77×7 mal und damit praktisch unbegrenzt vergeben soll. Die Menschen der Urgemeinde teilten deshalb ihr Leben und auch ihren Besitz: Sie folgten Jesus nach und sie taten den Willen Gottes, jedem Menschen möglichst mit Liebe zu begegnen. Dadurch wurden sie ein Licht der Welt, Salz der Erde und der Sauerteig, der für unser aller menschliches Zusammenleben wichtig ist. Auferstehung beginnt mit dem Aufstehen. Den Willen Gottes zu tun ist an der Auferstehung teil zu nehmen. So wie man in seine eigene Taufe eintreten muss oder in die eigene Auferstehung. Unzweifelhaft sind es aber nicht wir allein als Menschen, denn Jesus ist vorher auferstanden und seinen Jüngern begegnet. Allerdings braucht es den göttlichen Funken der überspringt, etwa bei den Emmaus-Jüngern, die zunächst nicht erkennen dass sie mit Jesus unterwegs sind. Mit den Augen des Glaubens wird man vom Blinden zum Sehenden. Wenn dieser Funke Gottes bei uns überspringen will, und wir alle den Heiligen Geist in unserem Leben zulassen, geschieht schon auf Erden unsere eigene wirkliche Auferstehung. Selbstverständlich liebt Gott jeden Menschen. Aber mit unserer Dankbarkeit, dass das Kreuz Jesu uns ohne unsere Zutun mit Gott versöhnt, sind wir Auferstandene. Dann lieben wir Gott und halten gerne das Doppelgebot der Gottes- und Nächstenliebe. Allerdings ist die Vergebung auf Golgatha nur zweitgrößtes Wunder. Das mächtigste Wunder ist Gottes Liebe für alle Menschen und daher völlig unverdient. Gott ist immer größer als wir denken. Und daher glaube ich, dass Gott niemand aufgibt. Die Ewigkeit ist lang. Aber an der Tafel in Gottes Neuer Welt sitzen nur diejenigen, die sich dort vorher miteinander versöhnen. Allerdings geht es auch viel früher. Etwa sofort, heute, morgen oder beim Abendmahlsgottesdienst. Vor dem Frühstück.

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