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Vorwurf Volksverhetzung: Freispruch für Pastor Olaf Latzel

Das Bremer Landgericht hat den evangelischen Pastor Olaf Latzel vom Vorwurf der Volksverhetzung freigesprochen. Er habe nicht zum Hass aufgestachelt, heißt es in der Begründung, auch wenn seine Äußerungen in gesellschaftlicher Hinsicht „mehr als befremdlich“ seien.

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Nach drei Verhandlungstagen schloss sich die Kammer unter dem Vorsitz von Richter Hendrik Göhner am Freitag damit der Forderung der Verteidigung an und kippte das erstinstanzliche Urteil. Latzel habe nicht vorsätzlich gehandelt und habe mit seinen Worten gesellschaftliche Konzepte angegriffen, nicht konkrete Menschen, hieß es in der Urteilsbegründung. Zum Hass stachele er nicht auf. Der Theologe argumentiere von der Bibel her. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Bestätigung des Schuldspruchs verlangt. (AZ: 51 NS 225 JS 26577/20, 10/21)

Gericht: Latzel hat sich nicht volkverhetzend geäußert

Das Gericht sah es nicht als erwiesen an, dass sich der 54-Jährige streng konservative Pastor der Bremer St.-Martini-Gemeinde in einem auf YouTube veröffentlichten Eheseminar homosexuellenfeindlich und volksverhetzend geäußert hat. Das Amtsgericht der Hansestadt hatte Latzel für seine Worte im November 2020 noch zu einer Freiheitsstrafe von drei Monaten verurteilt, umgewandelt zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 90 Euro.

Im Oktober 2019 hatte Latzel in einer „biblischen Fahrschule zur Ehe“ vor 30 Paaren unter anderem gesagt, Homosexualität sei eine „Degenerationsform von Gesellschaft“. Der Theologe warnte vor einer „Homolobby“: „Überall laufen die Verbrecher rum vom Christopher Street Day. Der ganze Genderdreck ist ein Angriff auf Gottes Schöpfungsordnung, ist teuflisch und satanisch.“ Eine Tonaufnahme davon war im März des Folgejahres auf dem Youtube-Kanal des Pastors zu hören.

Latzel entschuldigt sich für Äußerungen

Latzel hatte zu Beginn der Berufung betont, er habe sich gegen Homosexualität und Gender-Mainstreaming gestellt, nicht aber gegen homosexuelle Menschen. Er sehe sich an das Wort Gottes gebunden, das Homosexualität verurteile. Mehrfach hatte er sich für missverständliche Äußerungen entschuldigt: „Ich wollte und werde niemanden als Menschen diskreditieren.“ Das passe nicht zu seinem christlichen Menschenbild. Er sage ein „absolutes Ja zu jedem Homosexuellen“.

Der Richter glaubte Latzel und sah die Entschuldigung nicht als Schutzbehauptung. In gesellschaftlicher Hinsicht allerdings, ergänzte Göhner am Ende seiner 25-minütigen Begründung, seien seine Äußerungen „mehr als befremdlich“. Sie leisteten keinen Beitrag für ein Klima, „in dem alle Menschen gut miteinander auskommen“.

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Unklar ist, wie ein Disziplinarverfahren ausgeht, das die Bremische Evangelische Kirche gegen Latzel angestrengt hat und das unabhängig vom Urteil läuft. Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung des Landgerichtes ruht das Verfahren. Bremens leitender evangelischer Theologe Bernd Kuschnerus sagte dazu: „Es ist unstrittig, dass nach dienstrechtlicher Einschätzung Ausgrenzung und Verunglimpfung von Personen durch einen Pfarrer nicht tragbar sind.“

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Quelleepd

62 Kommentare

  1. Die strittigen Sätze hat dieser Pastor doch wohl zuerst auf einem Eheseminar gesagt, – aber für welche Adressaten? Wo es doch wohl um Begleitung heterosexueller Paare ging? War das schlicht Themaverfehlung? Also nur unprofessionell? Oder war es etwa Gruppenfindung durch Abgrenzung von der bösen Welt? Und dann auch fließender Übergang in Hetze und Aufstachelung? War es so?
    – Und beim Gericht ging es nun um Religionsfreiheit? Oder sogar um Religionsfreiheit gegen Menschenwürde? Ist das nicht schräg? –
    Etwas für Sünde zu halten, steht ja jedem frei. Unser Staat ist tolerant, das ist gut, aber hier wird die Religionsfreiheit ganz klar als Deckmantel benutzt für Fanatismus.
    Wenn er denn nun seine Normen vertritt, bzw. dass was er meint als Gottes Gebote aus der Bibel herausgelesen zu haben, verliert er nicht schon dadurch vollständig jede Glaubwürdigkeit, dass er diese von ihm als christlichen angesehenen Inhalte auf so völlig unchristliche Weise transportiert? Darf und soll man wirklich jede christliche Vorgehensweise, jede christliche Tugend über Bord werfen, wenn man christliche Inhalte zur Geltung bringen will? Will er uns schimpfend die Liebe Christi glaubhaft machen? Braucht er nicht zuallererst selbst eine Umkehr?
    Es wird ihm dann zugute gehalten, dass sein Zorn ja hervorgerufen sei durch Anfeindungen und Sachbeschädigungen an der dortigen Kirche, dass er also nur reagiert habe auf vorangegangene Aggressionen, dass er sich nur im Ton vergriffen habe usw.
    Demnach sind also seine Reaktionen zunächst einfach menschlich: Reiz – Reaktion; Frustration – Aggression. D.h. in diesem gezeigten Verhalten kann noch keine christliche Tugend gefunden werden. Und ich setze noch mal voraus, dass er ja seine christlichen Inhalte glaubhaft transportieren möchte.
    Ich lese in der Bibel ganz andere Lösungsvorschläge: die Sonne nicht über seinen Zorn untergehen lassen, den Balken im eigenen Auge wahrnehmen, Böses durch Gutes überwinden (d.h. den Zorn in sich besiegen), diesen Zorn nicht aus-agieren sondern im Gebet zu Jesus bringen.
    Ist es seine Aufgabe zornig zu sein; Verachtung zu propagieren? Wie will er seinen Beruf überhaupt weiter ausüben? Er kann in solchem Zorn nicht an den Altar treten (Mt 5, 24)
    Oft wird an solchen Stellen die Perikope der Tempelreinigung benutzt. Jesus hatte ganz klar die Vollmacht dazu. Aber sollte er wirklich zu uns gesagt haben: „Seid zornig!“ – „Schimpft wie ich geschimpft habe!“ – „Und wenn jemand etwas tut, was du für falsch hältst, beleidige ihn!“ ? – So ist es nicht! Es wird solchen Predigern nicht gelingen, aus Jesus einen zornigen Mann zu machen. Seine harten Worte wie „Otterngezücht“ usw. hat Jesus gerade gegen diejenigen gerichtet, die hartherzig und rechthaberisch waren, also solche wie dieser Pastor hier. – Denn Jesu Auftrag an uns ist, so gesinnt zu sein wie er: „Seid demütig, seid sanftmütig!“
    Ein Kirchenvater des 5. Jhdts. hat gesagt: „ Es gibt nur einen einzigen legitimen Zorn, den über die eigene Sünde.“ Möchte jemand behaupten, dass dieser Satz falsch ist?
    Und nun hat dieser Pastor seine verbalen Aggressionen rechtlich durchgesetzt, als legitime Ausprägung seiner Religionsausübung anerkannt bekommen, als würde es dabei um den christlichen Glauben gehen. – Wie kann man denn noch ernsthaft annehmen, dass es dabei um die Botschaft Jesu Christi geht? – Sich vom Staat absegnen (!) lassen, dass seine Verkündigung aggressiv und menschenverachtend sein darf, weil ihm seine Kirche zu sanftmütig ist. Dass seine aggressive, verletzende, verachtende Redeweise höher stehen soll als die Menschenwürde derjenigen, die sich nicht als „degenerierte Gesellschaft“ usw. erniedrigen lassen möchten. (Wer zwingt ihn, etwas als „Genderdreck“ zu bezeichnen? Jesus ganz sicher nicht) Ist das wirklich eine christliche Vorgehensweise? Ist da noch irgendeine christliche Tugend übrig geblieben?
    Agiert er nicht wie einer, der sich in seiner eigenen Aggressivität gefällt und der die Bibel wie ein Gesetzbuch liest, in dem die Liebe nur am Rande vorkommt?

    • Wer ohne Sünde ist,werfe den ersten Stein,kann ich dazu nur sagen….Ein Pastor ist auch nur Mensch,wie wir.Dass er falsche Töne anschlägt,ohne die biblische Wahrheit zu verfälschen,sollte nicht von einem weltlichen Gericht beurteilt werden. Dekadenz ist schon vielen Völkern zum Verhängnis geworden und es gibt sie nicht mehr.Ich frage mich,warum gerade diejenigen,die nicht in der Schöpfungsordnung des Himmlischen Vaters leben,so dünnhäutig sind und jeden,der sich öffentlich dazu äußert,vor Gericht schleppen.Ich wünsche mir,dass unser Herr Jesus Christus bald wiederkommt,dass dieser Wahnsinn endlich aufhört.

    • Und die Aktivisten sind alle Unschuldslämmer, sanftmütig, und demütig? Bitte, mir kommen die Tränen. Und mir ist bisher auch nicht zur Ohren gekommen, dass die Bremische Landeskirche eine Feuersäule in ihrem Vorgarten stehen hat. Dagegen kann Olaf Latzel ganz gut erklären, was der Schatz im Acker ist. Olaf Latzel, ich wünsche immer gute Fahrt!

    • Sie wissen schon, welche Worte Jesus gegenüber den gottverachtenden Menschen geäußert hat, ja selbst die Menschen mit einer Geißel aus dem Tempel getrieben hat?
      Das sollten Sie in ihre überaus langatmige Analyse mit einfließen lassen.

    • Hallo Seltsam, ich habe zwei Zitate aus deinem Kommentar herausgestellt, die dich beschreiben: “ sind also seine Reaktionen zunächst einfach menschlich: Reiz – Reaktion; Frustration – Aggression.“
      „Seine harten Worte wie „Otterngezücht“ usw. hat Jesus gerade gegen diejenigen gerichtet, die hartherzig und rechthaberisch waren,“
      Jesus ist kein „lieber Gott“, der nach unserer Pfeife tanzt, Jesus ist heilig und gerecht und es gefällt ihm nicht, wenn wir seine Weisungen in den Dreck treten. Von einem Pastoren oder Prediger erwarte ich, dass er Gottes unverfälschtes Wort verkündet. Prediger die Gottes Wort verdrehen sind der Untergang eines Volkes.
      Ich bin froh und Gott dankbar, dass Pastor Latzel freigesprochen wurde. Jesus ist Sieger!!!

  2. Latzel ist nicht mein Guru, seine Ausdrucksweise ziemlich proletarisch, aber es ist gut, dass er freigesprochen wurde, man muss auch weiterhin sagen dürfen, dass ausgelebte Homosexualität, Sünde in Gottes Augen ist !
    Die „Verschwulung“ der Gesellschaft schreitet mächtig voran, das muss ein schreckliches Ende nehmen, den „Propheten Gottes“ sollte man nicht den Mund verbieten, sie haben zu biblischen Zeiten Widerstand erfahren waren und heute ist es nicht anders !

    • Die Predigten, die ich von ihm gehört habe, haben nichts proletarisches an sich.
      Ich sehe in Ihrer Aussage nur bewusste Abwertung, ganz neutral betrachtet.
      Was in dem besagten Seminar vorgefallen ist, weiß ich nicht, und wie es den Christopher Street Day Aktivisten zugetragen wurde, weiß ich auch nicht, aber dass er möglicherweise zu seinen Aussagen provoziert wurde, weil er ja für seine Sichtweise diesbezüglich bekannt ist, kann ich mir gut vorstellen.
      Ich persönlich halte wiederum nichts davon , dass man mit radikalem Aktivismus die Welt verändert, bzw. sie seinen Ansichten unterwirft, doch bedeutet das nicht, dass man im Gegenzug zahm und liberal werden sollte.

  3. Selsam,

    wie war das mit dem Splitter in des Nachbarn Auge und dem Balken ………
    Daß das, was in Bezug auf die Sexualität in unserer Gesellschaft läuft, nicht in Ordnung ist,
    steht für mich außer Zweifel. Das Abnormale wird normal und umgekehrt. Jeder von uns ist schon mal
    übers Ziel hinausgeschossen – und darf/ durfte auf Gnade hoffen.

    Gottes Segen jedem Leser

    Peter Mende

  4. Nun ist das Urteil gesprochen, und wir, diejenigen, die verurteilt haben, müssen nun damit umgehen. Nicht indem wir den Herrn verurteilen, sondern indem wir seinen Blick auf dieses Urteil einnehmen und es aushalten. Was uns bleibt, ist zu kommunizieren, was dieses Urteil in uns auslöst und damit antworten.

    Nur um auf die Geschichte zu diesem Urteil einzugehen: Wie haben sich die Teilnehmer vom Eheseminar in dieser Situation geäußert? Sind sie aus dem Seminar ausgetreten? Haben sie den Pfarrer mit seinen Äußerungen konfrontiert? Waren sie sich einig im Umgang mit diesen Äußerungen? Alles Fragen, die sich mir stellen, denn ich weiß nicht, wie ich in der gleichen Situation gehandelt hätte.

    Ich denke, jetzt gilt es, dieses Urteil in die zukünftige Kommunikation einfließen zu lassen. In Anbetracht dessen, dass das gesprochene Wort des Pfarrers aus der Bibel kommt, geht es heute darum, was ist die Heilige Schrift für uns, Urteil oder gegebene Autorität im Umgang mit ihrem Wort? Was sollte die Bibel in Anbetracht unseres Herrn sein, denn immerhin können wir auch seine Liebe in ihr vernehmen? Ganz leise zwar, doch sie ist bereits angelegt und offenbart sich durch ihn in uns aus der Einheit des Glaubens, den wir jedes Kirchenjahr feiern und so praktizieren, dass diese Feiern auch nachhaltig in uns wirken können. Dieses Können beinhalten ein Lassen, das wir mit Gebet erreichen, das sich am Herrn ausrichtet und durch ihn in Gedanken führt, die durch Worte offenbar und im Handeln immer besser nachvollziehbar werden.

  5. Dem HERRN sei Dank, das Latzel jetzt freigesprochen wurde von diesem Wahnsinn das gegen ihn veranstaltet wurde!
    Jetzt hat es auch das Gericht erkannt das Latzel weder gehetzt noch zu Hass aufgerufen hat. Was viele, leider auch einige der Leser nicht begreifen wollen ist das Hass gegen Sünde; nicht gleich Hass gegen irgendeine Person ist!
    Wo kämen wir hin, wenn man jetzt das Böse nicht mehr benennen dürfte. Das ich nicht mehr sagen darf, was Böse und falsch ist.
    Wenn der Sohn eines Vaters, seinen Vater anlügt, wird der Vater die Lüge hassen, aber nicht seinen Sohn. Das gleiche ist beim Thema Homosexualität der Fall, in dem ich sie klar Verurteile, Hasse ich doch nicht die Person, die dies verübt! -> Leider begreifen dies viele nicht! Warum auch immer, vermutlich wollen sie es gar nicht begreifen!
    Die Frage ist, wie lange werden wir unsere Meinungen noch äußern dürfen? Leider geht es mit unserem Land immer weiter abwärts!

  6. Die Antworten auf meinen Kommentar gehen auf meine Inhalte praktisch nicht ein, d.h. sie geben mir im Grunde recht, haben substanziell nichts entgegenzusetzen. – Warum sollte ich ablassen von meinem christlichen Anspruch an einen christlichen Pastor? Ich messe ihn an unserem gemeinsamen Vorbild, Lehrer und Erlöser: Jesus Christus. Warum sollte ich das nicht tun? Vielleicht mehr noch als andere, da er doch eben als Pastor agiert. Dass wir alle hinter diesem Vorbild zurückbleiben und schuldig werden, darf nicht als Freibrief umgedeutet werden für solche Aggressivität dieses Pastors. Oder soll das Mode machen? Rechtlich ausreizen, was gerade noch geht, was man ungestraft sagen kann? Ist das nicht ein falscher Ehrgeiz?

    • Seltsam, dass Sie auf die Reaktionen zu Ihrem Kommentar nicht eingehen und ihnen damit ebenso stillschweigend Recht geben.

      Also noch einmal, im Lichte Ihres Kommentars, wo ordnen Sie Jesus harte Worte an die Rechtsverdreher und die hartherzigen Gottesleugner ein, und wie passt sein Verhalten bei der Tempelsäuberung zum “lieben Gott“?

      • An Marcus: Ich habe nicht immer Zeit, deshalb erst jetzt die Antwort. Ein „lieber Gott“ ist Ihre Kategorie oder Denkweise, aber nicht meine. Ich denke Sie unterscheiden nicht genug: Jesus hatte ganz klar die Vollmacht zur Tempelreinigung und alle seine Worte sind Wahrheit. —Dieser Pastor ist aber nicht Jesus! Die Tempelreinigung wollen Sie zum Vorbild nehmen und die Demut nicht? Ist das nicht mit zweierlei Maß gemessen?—– Habe ich Sie richtig verstanden, dass sie Homosexuelle als „hartherzige Gottesleugner“ einordnen??

  7. @Seltsam,
    “ Etwas für Sünde zu halten, steht ja jedem frei. Unser Staat ist tolerant, das ist gut, aber hier wird die Religionsfreiheit ganz klar als Deckmantel benutzt für Fanatismus.“
    Sie selbst neigen zum Fanatismus, das zeigen Ihre Worte deutlich.
    Sie sagen, dass es jedem frei stehe , etwas für Sünde zu halten. So ist es aber nicht, denn was Sünde ist, wird in der Bibel klar definiert. Für den Staat gilt Toleranz für die Meinung, nicht aber für die „Sünde“, also für das, was als Sünde verstanden wird.
    Moral hat mit Sünde zu tun, Ehebruch , Diebstahl, sexueller Missbrauch , Mord. Die Tat wird nicht vom Staat toleriert . Sie denken rein populistisch und checken die Realität nicht.
    Fanatismus ist ein psychisches Phänomen, damit muss man sich auseinandersetzen. Es nützt nicht, wenn man einfach nur schweigt, um Probleme zu vermeiden.

    “ – Und beim Gericht ging es nun um Religionsfreiheit? Oder sogar um Religionsfreiheit gegen Menschenwürde? Ist das nicht schräg? –“
    Das ist nicht „schräg“, Sie sind vor allem verärgert, weil es ihrem Denken eher entsprechen würde, wenn es einen Schuldigen gäbe, nämlich den homophoben Priester, davon sind Sie überzeugt. Und die Religion.
    Was auch immer Ihre persönlichen Gründe sein mögen, manchmal muss man erkenenn, dass der Weg zur eigenen Wahrheit, nicht ganz einfach ist.
    Das ist es auch, was Jesus sagt.
    Für die “ unchristlich transportierte Weise“, wurde Latzel vom Richter auch deutlich zurechtgewiesen. Was Ihnen aber offenbar nicht genug scheint, denn Sie möchten wohl, dass man am besten schon für ein unfreundliches Wort mit Strafandrohung vors Gericht zitiert wird ?

    “ Darf und soll man wirklich jede christliche Vorgehensweise, jede christliche Tugend über Bord werfen, wenn man christliche Inhalte zur Geltung bringen will? Will er uns schimpfend die Liebe Christi glaubhaft machen?“
    Völlig übertriebene Reaktion, Sie verallgemeinern, dabei handelt es sich hier um ein konkretes Geschehen. Und “ schimpfend “ ?
    Wollen Sie erntshaft “ schimpfende “ Menschen verurteilen ?
    Wie steht es denn um Ihre eigene Toleranz ? Erwarten Sie diese immer nur von anderen, und selbstverständlich, vom Staat ? Und nie von sich selbst ?

    “ Braucht er nicht zuallererst selbst eine Umkehr?“
    Nein, denn es handelt sich doch dabei um ein Weltgericht.

    „Demnach sind also seine Reaktionen zunächst einfach menschlich: Reiz – Reaktion; Frustration – Aggression. D.h. in diesem gezeigten Verhalten kann noch keine christliche Tugend gefunden werden. “
    So viel ich das beurteilen kann, ging es dabei nicht um die Heiligkeit des Pastors, sondern um seine Aussagen, und inwieweit diese durch die Religion
    begründet sein könnten. Und man ging in der Tat davon aus, dass ein Pastor ein Mensch ist.

    “ Und nun hat dieser Pastor seine verbalen Aggressionen rechtlich durchgesetzt, als legitime Ausprägung seiner Religionsausübung anerkannt bekommen, als würde es dabei um den christlichen Glauben gehen.“
    Das missverstehen Sie, und nehmen es zu persönlich. Für seine “ verbalen Aggressionen “ wurde er deutlich angemahnt, das habe ich schon oben ausgeführt. Was Ihnen aber schwer fällt zu akzeptieren, ist der religiöse Hintergrund, der den Pastor zu seinen Worten bewogen hat..

    “ Wie kann man denn noch ernsthaft annehmen, dass es dabei um die Botschaft Jesu Christi geht? “
    Hier wiederum handelt es sich um die Ansichten des Pastors , und seinen Glauben. Dieser Glaube mag anders sein als es andere liberale Theologen sehen, aber es ist denoch seine Befugnis, dies so zu glauben.
    Um die absolute Botschaft Christi handelt es sich hierbei auch nicht, sondern allein und hauptsächlich um die Auslegung des Pastors Olaf Latzel. Wohlgemerkt, handelt es sich hier um ein weltliches Gericht.

    “ Dass seine aggressive, verletzende, verachtende Redeweise höher stehen soll als die Menschenwürde derjenigen, die sich nicht als „degenerierte Gesellschaft“ usw. erniedrigen lassen möchten. “
    Genau das ist der Punkt, um den es geht, d.h. diese Redeweise, für die er ausdrücklich vom Richter ermahnt wurde, besagt nichts über die Würde des Menschen. Die Würde des Menschen ist unantastbar, so heißt es im Grundgesetz, und diese Würde kann nicht verletzt werden.
    Was in der Bibel steht, hat einen religiösen Hintergrund, der auf die Realität nicht direkt übertragbar ist.

    “ Ist das wirklich eine christliche Vorgehensweise? Ist da noch irgendeine christliche Tugend übrig geblieben? “
    Auch hier kann ich nur sagen, reine Rhetorik.

    “ Agiert er nicht wie einer, der sich in seiner eigenen Aggressivität gefällt und der die Bibel wie ein Gesetzbuch liest, in dem die Liebe nur am Rande vorkommt?“
    Nein, aber Sie tun es, weil Sie aus der Rhetorik der Arroganz agieren.
    Oder ist es Ignoranz ? Oder vielleicht beides zugleich ?

    “ Oder soll das Mode machen? Rechtlich ausreizen, was gerade noch geht, was man ungestraft sagen kann? Ist das nicht ein falscher Ehrgeiz? “
    Sie haben Ihre Frage schon beantwortet.
    Ihre Rhetorik geht auf einen Mangel an Toleranz für andere Meinungen zurück, darüber dürfen Sie nachdenken. Es ist grundsätzlich nicht hilfreich über Themen zu streiten, die zu komplex sind, als dass es dafür einfache Lösungen geben könnte.

    Sie baten um eine Antwort, hier ist sie. ich denke, dass darin genügend Substanz vorhanden ist.

    • Oh ja, sogar für mich, die ich der Heiligen Schrift nicht unbedingt verbunden bin, jedoch an der Geburt festmache, was sie zu bieten hat. Danke auch dafür, dass der Pastor nicht heilig ist, indem er glaubt, heilig zu sein. Jesus ist unser aller Heiligtum, an dem wir uns abarbeiten können, solange wir leben, denn durch ihn sind wir gefordert, das Herz zu erobern, das zu seinem Gedächtnis heranwächst. Dieses Herz teilen wir miteinander als Glaubensgemeinschaft in der Eucharistie, sodass jede*r Teil daran haben kann, sofern er dies auch wirklich will. Die Substanz ist in Ihren Worten nicht nur enthalten, sie setzt sich mit Ihnen, die sie von ihr ergriffen sind, fort. Also vielen Dank auch von mir, dass Sie noch einmal näher auf die Bitte um Antwort von @Seltsam eingegangen sind.

    • An Gabrielle: Danke für die Fleißarbeit. Ich habe nicht immer Zeit, deshalb erst jetzt die Antwort. Es gilt die verschiedenen Ebenen zu beachten, die weltliche und die christliche (Dadurch erübrigen sich schon manche Einwände ihrerseits) Das weltliche Gericht beurteilt nur die Frage der Religionsfreiheit (deswegen schrieb ich: es steht jedem frei, was er für Sünde hält, aus Sicht des Staates) Aber die Vorgehensweise des Pastors ist eine christliche, oder will es sein. Mein Fokus liegt nicht auf den rechtlichen Fragen sondern auf der Agitation dieses Pastors. Er will christliche Normen zur Geltung bringen. Und hier wird behauptet, er habe das erfolgreich getan. Aber ich trenne nicht zwischen dem was er gesagt hat und wie er es gesagt hat. Hier wird behauptet, es komme nur auf den Inhalt an, die Worte seien quasi nur die Verpackung, meine Kritik wird übertrieben gefunden. Auch Sie schreiben: es nur ein unfreundliches Wort“, und die Würde könne ja sowieso nicht verletzt werden
      Also in der Bilanz nehme ich mit, solange man einzelne Bibelsätze im Wortlaut (unabhängig davon, ob man sie überhaupt richtig einordnet) korrekt zitiert, ist alles erlaubt, ist man freigestellt, in welcher Art und Weise man das macht. Das lässt sich keinesfalls christlich rechtfertigen. Zorn ist kein Kavaliersdelikt und Demut ist nicht das I-Tüpfelchen, dass man auch weglassen kann. Ebenso wie uns aufgetragen ist, Jesu Botschaft zu sagen, ist uns auch aufgetragen sanftmütig zu sein. Letztlich kann man das beides nicht voneinander trennen.

  8. Ein versöhnlicher Latzel wäre ein Quantensprung

    Ich wünsche mir nicht, dass die Staatsanwaltschaft Revision gegen den Freispruch einlegt. Aber es würde an ein Wunder grenzen und ich wäre dafür dankbar: Wenn Herr Latzel zumindest seine Sprache ändert. Dass er, obwohl er studierter Theologe ist, auch sein Schriftverständnis ändert, kann ich mir gar nicht vorstellen. Allerdings müsste es eine Bibelkenntnis doch zwingend machen, auch jenen Menschen mit einer Spur Toleranz und Nächstenliebe zu begegnen, die so völlig anders ticken wie er. Jesus selbst ist doch in die Welt gekommen, weil wir irgendwie alle falsch ticken. Aber diese weit verbreitete Fehlhaltung besteht in mangelnder Liebe zu Gott und den Menschen gleichermaßen. Ein versöhnlicher Latzel wäre ein Quantensprung. Aber das würde ich auch erwarten, wenigstens in Form guten Willens. Denn sonst arbeitet der Spaltpilz nach Kräften weiter, auf dem auch andere Leute ihr Süppchen kochen. Ein echter Pfälzer fasste das mundartlich und bösartig in den Satz: „Die von der Kerch sind alle nicht hinten wie forne“!

  9. Latzels Worte des Hasses sind also nach Meinung dieses Gerichts nicht strafbar, weil sie biblisch begründbar sind.

    Eigentlich sind es ja nicht die Worte Latzels, die so erschreckend sind. Erschreckend ist, wie hoch die Zustimmung in manchen christlichen konservativen Kreisen ist.

    Ist diesen nicht bewusst, dass hier gerade entschieden und gerechtfertigt ist, dass die christliche Botschaft eine des Hasses ist? Und das sie das immer wieder mit jeder Äußerung bestätigen?

    Geschichtlich sogar folgerichtig, denn die Geschichte des Christentums ist eine der Gewalt, des Hasses und des Mordens, gerade gegen Gruppen, die Minderheiten sind. Und das ist hochaktuell, denn die Glaubensgeschwister der russisch-orthodoxen Kirche rechtfertigen u.a. mit homophoben Scheinargumenten die wahllose Ermordung von Männern, Frauen und Kindern in der Ukraine und die Kriminalisierung von homosexuellen Menschen in Russland..

    Wie man schon oft erfahren konnte, ist die Schwelle von verbaler Gewalt zu tatsächlicher Gewalt klein.

    Auch wenn ich hoffe, dass die Revision dieses Urteil einkassiert, weil es vieles an Hasspredigten verschiedener Religionen zulassen würde, so muss die Gesellschaft jetzt klären, wie sie mit so etwas umgehen will. Die Mehrheit in Deutschland ist inzwischen nicht mehr christlich. Und die Mehrheit der Christen teilen diesen Hass nicht mehr. Ich denke, es ist jetzt Aufgabe dieser Mehrheit und damit auch des Gesetzgebers, so etwas zukünftig zu verhindern, dass religiös begründet Menschen ohne Grund angegriffen und als Dreck und Verbrecher diffamiert werden.

    Das Urteil war kein guter Tag für Deutschland. Aber für den christlichen Glauben war er fatal. Das Christentum zeigte mal wieder sein hässliches Gesicht. Eines, das manche wohl schon vergessen hatten.

    • „… Aufgabe dieser Mehrheit und damit auch des Gesetzgebers, so etwas künftig zu verhindern, ….“ Ich bin überzeugt, es liegt weder in meiner Macht, noch ist es meine Aufgabe, etwas zu verhindern, das ist Gottes Auftrag. Jede*r ist jedoch in der Lage, als Mensch eine Haltung einzunehmen, die sich mit ihren Mitmenschen auseinandersetzt, ohne sie vorzuverurteilen. Wir sind aus Jesus heraus begründet als liebevolles Wesen im Umgang mit seiner Würde. Geht jede*r damit wirklich so um, dass es dem anderen nicht zum Nachteil wird? Sind wir uns wirklich einander so verbunden, wie es dieses Gesetz fordert? Pochen wir nicht eher auf das Recht, so zu sein, wie wir sind und damit die Würde, die das Gesetz unseres Herrn mit sich bringt, in den Wind zu schlagen? Kein Mensch ist perfekt, doch er kann lernen, damit so umzugehen, dass es niemand anderem schadet. Ich denke, unsere Herausforderung liegt darin, zu lernen, den Menschen an sich so zu kommunizieren, dass er uns nicht verletzt, sondern in seiner Annahme durch Jesus bereits geliebt und damit dem steten Wandel des Lebens unterworfen ist.

    • Fundamentalistisch kann Wesensmerkmal sein

      Da gebe ich dir Jörg weitgehend recht. Aber in der nächsten Instanz ein Strafurteil würde das zerschlagene Porzellan auch nicht mehr kitten. Auch wenn es an ein Wunder grenzt: Wenn Herr Latzel nun schon freigesprochen wurde, sollte er wenigstens das als Chance nutzen, versöhnlicher mit sich und mit jenen umzugehen, mit denen er unerträglich fremdelt. Roswitha Steffens schreibt oben: Jede*r ist jedoch in der Lage, als Mensch eine Haltung einzunehmen, die sich mit ihren Mitmenschen auseinandersetzt, ohne sie vorzuverurteilen“! Das wäre wunderbar, wenn dies so stimmen würde. Leider ist es außerordentlich schwierig, gewissermaßen friedlich und konstruktiv, über andere Normen und Werte zu streiten. Aber da wo wir dies als Christinnen und Christen es nicht trotzdem versuchen, haben wir eigentlich versagt. Leider liegt es auch nicht nur und sogar manchmal garnicht, an wesentlichen Inhalten, über die gestritten wird, wenn daraus Krieg wird. Manchmal liegt es an der Art der Persönlichkeit eines Menschen. Etwa wenn da ein Dutzend Leute über ganz harmlose Dinge diskutiert. Dann gelingt es einem Menschen der polarisiert, aus dem friedlichen Diskurs über harmlose Angelegenheiten zwei bissig streitende Gruppen zu machen. Fataler ist es allerdings, wenn religiöse bzw. biblische Inhalte, oder Themen der Moral, bisweilen als Vorwand dienen sich zu streiten. Ich kannte einen Seelsorger, der seinen Pfarrhof für Unsummen ohne Beschluss mit Kirchenmitteln asphaltierte. Mit seinem theologischen Fundamentalismus war ein einigermaßen toleranterer Umgang möglich, auch wenn er von der Kanzel bisweilen militant wirkte. Allerdings seine Irrtumslosigkeit und angebliche Allwissenheit, auch in organisatorischen Angelegenheiten, war schlicht unerträglich. Er hatte die Wahrheit in allen Lebensbereichen gepachtet.

  10. Die Sache hat viel zu viel Staub aufgewirbelt. Der Typ ist halt unheimlich von sich selbst begeistert und hat seinen Fanclub – aber im
    Grunde ist er unwichtig.

    • Zu diesem Schluss bin ich jetzt auch gekommen.

      Soll ich mich wirklich noch weiter mit dem Hass dieses Menschen und seiner christlichen Fans belasten?

      Einerseits muss ich und andere das wohl, weil dieser Hass ja andere Menschen direkt angreift.

      Aber verglichen mit dem, was im Augenblick an schlimmsten Auswüchsen durch das Christentum jagt, ist das wirklich nur eine Kleinigkeit.

      Aktuell von gestern: https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/missbrauch-usa-bericht-protestantische-kirche-101.html

      Ich denke, es hat schon seine Berechtigung, dass sich so viele Menschen vom Christentum abwenden.

    • @Jörg welcher Hass? den gibt es nicht! Was ich aber in unserer Gesellschaft immer mehr beobachten kann ist der Meinungsfaschismus. Es wird nur noch eine Meinung akzeptiert. Alle anderen Ansichten werden niedergemacht -> Das ist Hetze und Hass was hier passiert. wachen sie endlich auf!

      • wenn man unschuldige Menschen Dreck und Verbrecher nennt und auch noch andere Beschimpfungen, die ja nun reichlich bei den Artikeln von jesus.de nachzulesen waren, was ist denn das für Dich? Normaler (christlicher) Umgangston?

        Nein, es ist Hass. Und den unterstützt Du hier mit Deiner Verharmlosung oder gar Rechtfertigung.

        Und das muss keiner hinnehmen. Das Recht gibt Dir auch kein Glaube.

        Es geht eben nicht darum, ob Homosexualität Sünde ist. So eine Behauptung wäre nie zu einer Anklage gekommen. Es geht um die daraus resultierende Hassbotschaft, die sich in diesen genannten Worten zeigt.

        • Willst du ein Ja und Amen ?
          Es gibt Dinge, die kann man nicht so ad hock beseitigen,, oder verändern, oder indem man den Gegner mit faulen Eiern bewirft.
          Der erste Schritt ist, dass man das Urteil akzeptiert.

          Und zur Verharmlosung, oder Rechtfertigung :
          Ich muss dir nicht nach dem Mund reden. Für mich ist die Sache klar, und meine Empfindungen muss ich vor dir nicht rechtfertigen. Die Schlüsse, die du daraus ziehst entsprechen deinem Trotz, der als Diskussionsbasis nicht taugt.
          Leute wie dich habe ich zu hauf kennengelernt. Ich stehe meistens auf der scheinbar falschen Seite, aber wenn man erkennt, dass Frieden nicht notwendiger Weise Versöhnung mit dem Feind bedeuet, sondern mit sich selbst, dann ändert sich allmählich auch die Perspektive.
          Fahr nach München, wo der diesjährige Christopher Streer Day, in den Tagen vom 2.- 17. Juni, ganze zwei Wochen , mit vielen fröhlichen Events , Pride Week feiert. selbst das Rathaus wird beflaggt.
          Ich finde, der Hass hat nur noch einen rein instrumentell aktivistischen Wert, keinen realen.
          Doch Bauernopfer sind natürlich immer willkommen.
          Bleib also gerne unverändert.

          “ Es geht eben nicht darum, ob Homosexualität Sünde ist. “
          Genau darum geht es für die Religion. Die da Draußen interessiert Religion eh nicht. Sie wollen nur Recht behalten. Und die Religion unterwerfen. Das ist alles.
          Deshalb zählt für mich der Glaube und gibt mir das Recht, zu denken, was ich denke.

          “ Es geht um die daraus resultierende Hassbotschaft, die sich in diesen genannten Worten zeigt.“
          Und ewig grüßt das Murmeltier…
          Gemeinsam schaffen wir das…

          • > Der erste Schritt ist, dass man das Urteil akzeptiert.

            Warten wir die Revision ab und ob Du dann ggf. Deinen eigenen Satz folgst.

            Und das Du mich als Feind siehst, passt auch zum Bild.

            In der Tat musst Du Deine Empfindungen nicht rechtfertigen. Öffentliche Hassworte gegenüber anderen aber müssen in unserem Rechtsstaat durchaus gerechtfertigt werden. Ebene deshab steht Latzel vor Gericht. Die 1. Instanz sprach ihn schuldig, die 2. Instanz sprach ihn frei (machte aber auch deutlich im Urteil, dass sie seine Äußerungen nicht billigen).

            Warten wir also die Revision ab. Einer von uns beiden wird auch dann nicht zufrieden sein. Ich finde es aber schon mal gut, dass derartige Äußerungen überhaupt vor Gericht landen. Es ist schließlich noch gar nicht mal so lange her, da war Homosexualität in unserem Land kriminell. Derartiges Unrecht haben wir hinter uns gelassen. Der Rest kommt auch noch.

            Den CSD kennen wir übrigens auch bei uns in Hamburg. Ist nicht mein Ding. Aber es ist eine friedliche fröhliche Veranstaltung. Daran können sich die Latzels eine Scheibe von abschneiden.

  11. Die Entscheidung des Gerichts ist ein Einfallstor für religiöse Fanatiker jedweder Richtung, ihre Dogmen über bürgerliche Gesetze und gesellschaftliche Diskurse zu stellen. Dass die Gerichte sich zum Handlanger dieser verklemmten Weltanschauung machen lassen ist ein Alarmsignal jedweder Demokratie.

    • Da stimme ich Dir mal zu.

      Aber Hoffnung gibt, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht. Homosexualität (genauer: Schwulsein; lesbische Frauen waren nicht betroffen) war in der BRD lange Zeit strafbar. Das ist überwunden, der Staat hat sich dafür sogar entschuldigt.

      Letztlich sind solche Urteile nur letzte Zuckungen. Selbst in der CDU, lange Zeit Siegelbewahrer der Ausgrenzung Homosexueller, sind offen homosexuell Lebende inzwischen normal und in Führungspositionen. Ein CDU-Minister Jens Spahn hat -bei aller Kritik an seiner Amtsführung- mit Unterstützung der CDU-Fraktion z.B. auch diesen Umerziehungsterror christlicher Gruppen an Homosexuellen (den übrigens Latzel auch beworben hat) nahezu ein rechtliches Ende bereitet.

  12. Joerg und Dieter, sind Sie schwul ? Einfach nur des besseren Verständnisses wegen.

    • Wieso soll das wichtig sein?
      Oder sollen sich z.B. auch nur Juden gegen Antisemitismus wehren?

      • Ich denke, Juden sind der lebende Beweis aus dem Umgang mit Antisemitismus und daher sicher die besseren Gesprächspartner für die Auseinandersetzung damit.

        • Dann sind auch Homosexuelle der lebende Beweis zum Umgang mit homophoben Hass und Ausgrenzung.

          Das stimmt auch sicherlich, dass Betroffene dazu sehr viel persönlicheres sagen können.

          Dennoch kann und sollte jeder Mensch gegen Homsexuellenhass- und -ausgrenzung und auch Antisemitismus Stellung beziehen.

          • Eine Stellung zu einem Thema zu beziehen, das ist nicht zwangsweise damit verbunden, dies lautstark und in der Öffentlichkeit zu verkünden. Sein persönliches Urteil als eigenen Standpunkt, in einer konkreten Situation, angemessen zu kommunizieren, kann dahingegen der Aufklärung dienen. Damit kann eine Lagerbildung ohne konkrete Lebenssituation vermieden werden, die einzig auf Prognosen gebaut, vielleicht zutreffen kann, oder aber auch nicht.

  13. Wenn ich so manche Kommentare lese, frage ich mich, mit welchem Recht zieht ihr mit menschenverachtender hasserfüllter Stimme über Pastor Latzel her. Wenn ihr doch nicht an Gott glaubt, so wartet doch ab bis ihr vor IHM steht. Jeder (auch Pastor Latzel, auch ich) wird sich einmal vor Gott verantworten müssen, für alles was er getan und gesagt (geschrieben), oder unterlassen hat. Wenn es euer schlechtes Gewissen ist, so kehrt um. Oder wenn ihr von Gott nichts wissen wollt, so haltet euern Mund: alles was ihr Pastor Latzel vorwerft tut ihr selbst.
    Zum Thema Sünde gibt die Bibel unmissverständliche Aussagen, diese ändern sich auch nicht indem man die Bibel vergewaltigt. Sünde bleibt Sünde: doch sie zeigt uns auch einen Ausweg: Jesus Christus.
    Diesen Ausweg predigt auch Pastor Latzel. Und dies ist der tiefere Grund weswegen er angefeindet wird.
    Pastoren (Prediger) die die Wahrheit (Jesus Christus) verkünden versucht man mundtod zu machen, Pastoren (Prediger) die den Zeitgeist predigen werden bejubelt.
    Ich persönlich glaube an den gekreuzigten und auferstandenen Herrn und Heiland Jesus Christus. Diesen lasse ich mir nicht nehmen.

    • Ich würde gern wissen, was in der Todesstunde eines religiösen Hitzköpfig – ob nun jüdisch, christlich oder muslimisch – passiert. Erkennt er, für den Bruchteil einer Sekunde, dass er seine Jahre vertan hat für einen närrischen Hokuspokus? Dass kein Erlöser ihn erlöst? Keine Paradiespforten sich auftun? Keine Jungfrauen Parade stehen? Erst recht nicht für zähe Hasser, die andere hassten, weil sie an einen anderen Hokuspokus glaubten?
      Missmut steigt in mir hoch. Wie immer, wenn ich sehe, wie Religion das Leben in Verruf bringt. Ich würde gern einen Glauben entdecken, der sich nicht nach der „Wiederkunft des Messias“ (oder eines anderen göttlichen Rächers) sehnt, nicht nach dem Tod, nicht nach dem – gewiss sterbensfaden – Himmel. Eine Religion,bitte, die das Diesseits verherrlicht und die Liebe zur Welt.

      • Lieber Dieter, der Glaube an Jesus Christus ist keine Religion. Der Glaube an Jesus ist eine persönliche Beziehung. Jesus gibt ewiges Leben schon jetzt, nicht erst und eventuel nach dem Tod. Es ist kein Hokuspokus, ein Leben mit Jesus bringt inneren Frieden und nimt einem die Angst.
        Missmut steigt in mir auf, wenn man den Glauben an Jesus Christus mit einer Religion vergleicht. Das was Jesus uns zusagt gilt schon heute, nicht erst irgendwann oder nach dem Tod. Jesus möchte, dass wir unser Leben genießen, angstfrei ohne Hass gefüllt mit seinem Frieden. Das wünsche ich dir und allen anderen Kommentatoren. Gott segne euch.

        • Glaube ist etwas persönliches und Religion eine Organisationsform, eine Gruppenbezeichnung (Ausnahme Judentum, da ist es etwas komplizierter). Das gilt aber für alle Religionen, nicht nur das Christentum. Und Jesus hat über das Christentum hinaus keine besondere Bedeutung sondern eben nur für Christen wie dich.

          • Vielleicht geht es besser, wenn du Jesus als personifizierten Glauben betrachtest und damit deine Lebensgrundlage aus seiner Auferstehung in dir gewinnst? Es funktioniert auch anders, ist aber ungleich schwerer, die Josephsehe heranzuziehen und damit das Recht auf den Glauben an Gott zu erwirken, der die Katholische Kirche auf ihrem Glaubensweg an seinen Sohn gebunden hat. Alles in allem ist, bleibt und war schon immer unser Ziel, Jesus. In ihm wird uns bewusst, was zu seinem Gedächtnis gehört, an dem wir uns abarbeiten können und auf das wir jederzeit zurückgreifen können, durch Gott. Sein geistiges Vermögen zeugt von der Substanz, die in der Menschheit schlummert und nur darauf wartet, zum Leben erweckt zu werden. Es ist schwer, den Glauben zu beschreiben, denn er scheint irgendwie unnahbar und doch so greifbar und präsent. In seiner Einheit gibt Gott das Herz zu seinem Gedächtnis preis und erzeugt daraus das Bewusstsein für Jesus. Ich hoffe, ich habe jetzt nicht mehr Verwirrung gestiftet, denn für mich klingt das ganz plausibel, als Mutter, die von der Katholischen Kirche ausgetreten ist und ihre eigenen Kinder nicht mehr taufen ließ. Es schien mir so verlogen, eine Taufe für meine Kinder zu wollen, ohne die Erfahrung gemacht zu haben, wozu meine eigene Taufe gut ist. Heute glaube ich an Jesus, das hat mir meine Taufe gebracht und damit auch meinen Kindern.

          • Ich denke, der Glaube ist auch nicht dazu da, ihn zu teilen, sondern eher dazu, sich selbst mitteilen zu können, als Mensch von Gottes Gnade. Der Katholikentag in Stuttgart wird unter dem Motto Leben teilen abgehalten. Das lässt viel Potenzial offen, insbesondere durch den Glauben an Jesus, der seine Auferstehung durch den Vater mithilfe des Sohnes aus der Heiligkeit eines Geistes feiert. Besteht das Leben bereits in seiner Ewigkeit durch Gott? Ist das Leben vor Gott ein anderes als das nach Jesus? Wodurch können wir im Leben unterscheiden zwischen Ich und Du, wo es doch ein und derselbe Mensch ist? All das als Reichtum zu betrachten, macht es überflüssig für ein Zahlungsmittel zu arbeiten, dass ohne den Glauben an seinen einheitlichen Wert, zumindest mir, vollkommen wertlos erscheint. Geld gewinnt seinen Wert durch die Würde der Arbeit, die sich für den Menschen einsetzt. Jedes Land hat seine eigene Idee, was es mit seinen Geldscheinen zum Ausdruck bringen will, doch das ändert den Wert der Arbeit für die einzelne Person niemals, sie gibt ihr die Würde der Einheit zurück, für die sie arbeitet.

            Jetzt habe ich schon wieder weiter ausgeholt, doch es gibt so viel zu tun und so viel ist bisher unterlassen worden.

          • Ich sehe Glauben (sofern er friedlich ist) als Bereicherung, sowohl für mich wie auch für die Gesellschaft insgesamt. Das ist auch der Grund, warum ich hier mit schreibe. Mir hat der Diskurs über Glauben mit anderen schon oft bei meinem eigenen Glauben geholfen, mich weitergebracht. Nicht immer in die Richtung, die mein Gegenüber wohl im Sinn hatten, aber immer so, dass ich es als positiv gesehen habe.

            Ich sehe Glauben als einen individuellen Wert (und Weg) an. Wenn ich Deinen Text lese, so scheint es mir, dass wir da gar nicht so weit auseinander liegen.

          • Ich würde den Glauben lieber als induktiven Wert bezeichnen, der sich immer angemessen seiner Einheit verbindet. Mir hilft etwas Unbekanntes dabei, mit Gott über den Glauben zu kommunizieren, was letztendlich aber eigentlich bloß eine Selbstreflexion ist. Immerhin gibt es ein Leben ohne mich, dessen ich dennoch habhaft werden kann, solange ich es Gott zuschreibe und im Namen unseres Herrn Jesus Christus annehme!

        • Lieber Reinhold, die Unterscheidung zwischen „Glaube“ und „Religion“ ist nicht hilfreich. Von außen nicht nachvollziehbar. Es ist eine klassische Behauptung innerhalb unserer christlichen Kreise, dass wir den „Glauben“ hätten, die anderen aber „nur Religion“. Wie oft habe ich das selbst gehört. Ist das für eine Diskussion nützlich? Nein. Das Christentum ist von außen betrachtet natürlich nur eine unter verschiedenen Weltreligionen (… die fast alle den Anspruch erheben, die einzig wahre zu sein). Auch andere Religionen postulieren eine Beziehung zu einer Gottheit, einem Guru etc. – auch wenn diese Beziehung völlig anders aussehen mag. Ein Gläubiger einer anderen Religion würde unseren Glauben ebenso als „nur“ Religion bezeichnen. Ja, Jesus schenkt ewiges Leben und wir vertrauen ihm. Aber diese Unterscheidung ist nicht wirklich hilfreich – weil subjektiv und nur von „innen“ verständlich. VG, Daniel vom jesus.de-Team

          • Liebes Jesus.de-Team. Ich denke es ist ein elementarer Unterschied zwischen einem persönlichen Glauben an Jesus Christus und einer Religion. Das bezeichnende einer Religion, ist der Versuch des Menschen, durch eigene Anstrengungen seinem Gott gefällig zu werden. Der christliche Glaube ist genau der umgekehrte Weg: Gott kommt zu uns, ER macht den Weg frei. Nicht ich muß mich abmühen und abquälen, um Gott gefällig zu werden. Ich brauche nur sein Angebot anzunehmen. Auch Luther hat zunächst mit religiöser Kraft versucht einen gnädigen Gott zu bekommen, bis er es in der Bibel entdeckte, das der Weg andersherum verläuft. Jesus schenkt uns Gnade ohne unser Verdienst. Ich weigere mich zu sagen, dass ich ein religiöser Mensch bin, nur weil andere diese Vokabel verstehen. Es trifft auf mich.
            aber nicht zu.
            Zum Wahrheitsanspruch: Diesen stellt nur Jesus Christus für sich. Als Christ verweise ich auf Jeus nicht auf mich. Mir ist keine Religion bekannt, die wie Jesus auf sich als absolute Wahrheit verweist.
            Euch ein gesegnetes WE Reinhold.

          • Lieber Reinhold, offenbar haben wir uns missverständlich ausgedrückt. Nach innen ist deine Argumentation nachvollziehbar, aber nach außen nicht. In vielen Religionen betrachten die Gläubigen ihren Glauben als den einzig richtigen, würden also das Christentum vermutlich als „nur“ Religion bezeichnen. Es ist zwar tatsächlich eine Besonderheit unseres Glaubens, dass nicht wir Gott gefällig sein müssen, sondern er den Weg frei macht. Aber dass das nun den unterschied zwischen Glauben und Religion ausmachen soll, ist sachlich nicht nachvollziehbar – nur aus der Innensicht. Herzliche Grüße, Danie vom JDE-Team

    • Meines Wissens hat auch Jesus gesagt, dass man bei Unrecht nicht wegschauen soll.

      Und menschenverachtend ist deine und Latzels Ansicht.

      Vor eurem Hass muss man den Menschen beistehen, gegen die ihr ihn richtet.

      Du versuchst, aus Tätern Opfer zu machen.

  14. ich habe Bedenken gegen seine Art andere Menschen mit anderen Sicht und Handlungsweisen anzugreifen.
    Finde es jedoch richtig, dass er freigesprochen wurde. Hinsichtlich seiner Reden gegen Homosexualität ansich , hat er sich im Eifer des Gefechts im Ton vergriffen, aber keinen betroffenen direkt diffamiert.
    Mein Rat..er sollte keinem Homosexuellen Seelsorge anbieten.Man wird es ihm nicht abnehmen, dass vielleicht doch dahinter noch ein bischen innere Ablehnung zu finden ist.

    • Aber ich habe nirgendwo herausfinden können, warum er sich zu solchen Aussagen, in einem Eheseminar hat hinreissen lassen, und wie es aus dem Seminar nach Außen zu den Klägern kam.
      Das hat schon eine kleine kriminelle Komponente.

      Wie auch immer, mich interessiert mehr , warum darüber nicht intern diskutiert wurde, statt es sofort an die große Glocke zu hängen.
      Das Verhältnis zwischen Gemeinde und Pastor lässt auch zu wünschen übrig. Man muss lernen miteinander zu reden.

      Und ja, man MUSS, nicht im Sinne von Zwang, sondern als eine notwendige Friedensmassnahme.

      • Zur Info: Die Aussagen waren damals bei YouTube öffentlich sichtbar. MfG, das Jesus.de-Team

        • kleine Ergänzung: Und zwar auf seinen eigenen (!) YouTube-Kanal. Er hat das also in seiner eigenen Verantwortung der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

          Ohne das wäre es wohl nicht zu einer Anklage gekommen. Denn eine kleine geschlossene Gruppe, die sich persönlich kennt, gilt nicht als Öffentlichkeit.

          • Danke für den Hinweis, ich habe natürlich davon Kenntnis, allerdings nicht sehr ausführlich.
            Außerdem ist diese Anklage aus dem Zusammenhang gerisssen.
            Ich schrieb in einem Kommentar von Provokation, und so war es auch gewesen. Vieles geschah im Vorfeld, was im Nachhinein seine Worte und seinen Ärger erklärt. Es gab Morddrohungen, Kirchenschmierereien und Beleidigungen.
            Ich finde, er hatte allen Grund, sich so auszudrücken, wie er es getan hat.

  15. An Hr. Geppert: gerade als Christ kann ich hier nicht immer zu den fundamentalistischen Irrtümern schweigen. Es ist schon traurig, wie hartherzig Fundamentalisten oft sind! Es geht nicht einfach um die richtige Rezitation von Bibelstellen. Gerade wegen der harten Herzen werden diese Menschen sich verantworten müssen vor Gott. Hier wird immer einseitig auf Homosexualität als Sünde abgehoben, weil das so bequem ist, denn es betrifft einen ja nicht selbst. Aber der Zorn, die Missachtung anderer, die fehlende Demut sind ebenso Sünden. Ich würde Fundamentalisten viel ernster nehmen, wenn sie nicht immer so versessen darauf wären, andere zu verurteilen, sondern zumindest minimale Selbsterkenntnis zeigen würden. Damit meine ich nicht den stereotyp vorgebrachten Satz, dass wir ja alle Sünder sind. Aber ehrlich zu sich sein löst auch Angst aus. Und die Wahrheit tut schon mal weh.

    • Fundamentalisten können auch sehr nachsichtig sein, zum Beispiel bei Missbrauchstätern in ihren eigenen Reihen. Siehe ganz aktuell in den USA.

    • “ Gerade wegen der harten Herzen werden diese Menschen sich verantworten müssen vor Gott. “
      Solche Sätze klingen in meinen Ohren wie Heuchelei.
      Den Rest zu lesen erübrigt sich.

      • Ich korrigiere :
        Ich beziehe mich ausdrücklich auf `Seltsam `, nicht auf das Zitat an sich.

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