Der rheinische Präses Manfred Rekowski, Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck (Essen) und Vizepräsident Albert Henz (Bielefeld) (von links nach rechts) unterzeichnen den Aufruf "Ökumenisch Kirche sein"(Bild: Nicole Cronauge | Bistum Essen).
Die Evangelische Kirche im Rheinland, die Evangelische Kirche von Westfalen und das katholische Bistum Essen vertiefen ihre Zusammenarbeit. Dazu unterzeichneten der rheinische Präses Manfred Rekowski, Vizepräsident Albert Henz (Bielefeld) sowie Bischof Franz-Josef Overbeck (Essen) den Aufruf „Ökumenisch Kirche sein“. Zuvor feierten sie gemeinsam einen Versöhnungsgottesdienst im Essener Dom.

An der Feier zum „Christusfest 2017“ nahmen am Sonntag zahlreiche Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche teil, ebenso der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) und der orthodoxen Kirche. In einem gemeinsamen Sündenbekenntnis erinnerten die Kirchen an gegenseitigen Machtmissbrauch, Vorurteile und die Selbstbeschränkung auf die eigene Konfession. Gleichzeitig wurde im Mittelgang des Essener Doms eine Mauer abgetragen. Auf ihren Steinen prangten Schlagworte wie „Gescheiterte Beziehungen“ oder „Populismus“. Das sollte ein ein Zeichen dafür sein, die Kirchenspaltung überwinden zu wollen und den Blick auf die drängenden gemeinsamen Aufgaben der Zukunft zu richten.

In seiner Predigt zeigte Präses Rekowski sich überzeugt davon, dass heute schon viel Gemeinsames möglich sei, auch ohne in allen wichtigen theologischen und kirchenrechtlichen Fragen Übereinstimmung erzielt zu haben: „Gemeindeleben unter einem Dach riskieren, gemeinsame Gottesdienste so oft wie möglich feiern, gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit haben, verstärkte Kooperation von Diakonie und Caritas und Partnerschaften auf der Ebene der Gemeinden ebenso wie auf Bistums- und Landeskirchenebene wagen.“

„Ökumene: „Viel ist möglich – mehr, als wir in der Regel bereits tun“

Besonders drängend seien dem Aufruf zufolge die gemeinsamen christlichen Positionen „für eine solidarische, friedliche, tolerante und umweltbewusste Gesellschaft“ und das Bestreben darin den Austausch mit dem Judentum und dem Islam zu suchen. „Viel ist möglich – mehr, als wir in der Regel bereits tun“, sagte Albert Henz, Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen: „Dankbar für die gewachsene Gemeinsamkeit wagen wir einen ökumenischen Perspektivwechsel auf allen Ebenen.“

Das Bistum Münster wird zu Pfingsten eine ähnliche Vereinbarung mit den beiden Landeskirchen unterzeichnen. Damit sei ein großräumiger gemeinsamer Auftritt der Kirchen „angesichts großer gesellschaftlicher und kirchlicher Umbrüche“ möglich, wie es in dem Essener Aufruf heißt.

1 DIREKT-KOMMENTAR

Comments are closed.