Markus Weißer begibt sich für „Feinschwarz.net“ auf theologische Spurensuche im Finale der dritten „Star Wars“-Trilogie und wird an vielen Stellen fündig. Er sieht eine „religiös-spirituelle Tiefenstruktur“, beschreibt „Bekehrung, „Auferstehung“ und „Erlösung“ in der Science-Fiction-Saga. Ein Blogbeitrag für Fans und Interessierete.

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3 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Star Wars und der (größere !!!) Glaube

    Vieles was auf Feinschwarz.net dazu geschrieben wird, kann ich unterstützen; im Detail kann man naturgemäß auch unterschiedlicher Meinung sein. In vergangenen Jahrhunderten waren es die Märchen, die gesellschaftliche und religiöse Fragestellungen indirekt beinhalteten. Im Märchen wird am Ende – beim Finale – alles gut, aus dem Bauernmädchen wird eine Prinzession und vom Prinz im Königsschloss geheiratet. So wie wir auch glauben, an der himmlischen Tischgemeinschaft bei Gott teilzunehmen. Die Liebe der sieben Zwerge hinter den sieben Bergen und vorallem des Prinzen ist das beste Mittel gegen den Tod, denn Schneewittchen erlebt im gläsernen Sarg seine Auferstehung. In der Scienece Fiction-Serie ist es die dunkle Seite der Macht als eine Beschreibung des Bösen und Destructiven: Als Teil der Schöpfung, die Rückseite der (wohl hellen) Macht und zugleich funktionierend durch menschliche Machtstrukturen. Auch da gibt es einen kosmischen Antichristen, obwohl schon der real existierende Adolf des Tausendjährigen Reiches eine irdisch glaubhafte Verkörperung des Mannes mit dem Pferdefuß ist. Schade, daß die Theologen, Pfarrer und Priester die Verkündigung der besten Botschaft des Weltalles nicht einfließen lassen in unser heutiges kosmisches Weltbild. Christus ist der Kosmokrator, der Herrscher der Liebe in der Unendlichkeit. Vielleicht wird unser Glaube noch konkreter, wenn wir Gott größer formulieren. Es sind schon 40 oder 50 Jahre ins Land gegangen, da habe ich als junger Mensch bereits irgendwo gelesen, daß viele moderne Menschen zwei Weltbilder im Kopf haben ( jeweils in getrennten Gehirnarealen): Das kosmische Weltbild eines sehr großen oder gar unendlichen Universums einerseits, und das biblische Weltbild. Letzteres generiert sich meist unbewusst, wenn wir die Bibel lesen. Manche Christen haben eine Ahnung von ihrer innerlichen Zwiespältigkeit, die ihnen aber nicht wirklich bewusst ist. Sie wachsen und werden Erwachsene, aber ihr Glaube ist nicht mitgewachsen. Vielleicht müssen wir – ohne auch nur ein Komma an der christlichen Lehre ändern zu müssen – sie ganz anders und neu übersetzen. Es hat noch niemand einen Bestseller geschrieben und darin seine Phantasie austoben lassen, was geschehen würde, wenn uns morgen oder übermorgen die Schwestern oder Brüder aus unserer Galaxis besuchen würden. Das Thema scheint ein richtiges Tabu zu sein, obwohl ich mit dem Auftauchen der Aliens kein realistisch-mögliches Geschehen beschreibe. Aber denkmöglich wäre es, da es in unserer Milchstraße 200 bis 400 Milliarden Sonnen und viele erdähnliche Planeten gibt, selbst wenn intelligentes Leben aussergewöhnlich selten ist. Es wird heute nicht mehr als lächerlich empfunden, daß – selbst sehr pessimistische – Schätzungen von 10.000 Superzivilisationen in unserer Galaxis ausgehen. Angeblich hat der Vatikan dazu bereits seine
    (vorsorglich) Überlegungen getroffen – und zwar schon lange. Damals meinte der Astronom des Vatikans, Katholiken könnten auch Ausserirdische werden. Spaß beiseite: Machen wir Gott nicht zu klein. Er ist größer als wir denken und die Liebe. Jedenfalls wird kein Astro- oder Atomphysiker Gott einbauen könnnen in eine Formel für alles“. Aus ihm – Gott – ist alles geworden: Das Universum, die Erde, unser Denken und auch unsere Formeln. Und das wir heute darüber diskutieren.

  2. Wer sich als Christ mit Star Wars beschäftigt, sollte weder die Saga theologisch für sich reklamieren noch seine Theologie davon bestimmen lassen.

    Es gibt Anknüpfungspunkte, und es gibt Punkte, die zum Widerspruch herausfordern. Der Artikel ist eine Anregung, Beides zu finden.

    • Unser neues Westbild ist oft unberücksichtigt

      Natürlich sollte niemand seine Theologie – seinen Glaube – von der Star Wars-Saga gestimmen lassen. Zumindest was
      meinen bescheidenden Beitrag betrifft, geht es nicht darauf, irgend etwas umzudeuten oder am Glauben zu ändern. Ich verteidige weder die Ehre der Saga-Autoren noch die Zunft der Theologen oder Wissenschaftler und gehöre keiner Gruppe an. Wenn ich mir aber den Dialog zwischen einem Christen und einem Astrophysiker vorstelle, dann könnte der Christ vielleicht sagen:“ Ich glaube an einen Gott als den Schöpfer des Himmels und der Erde und an Jesus Christus als das liebende Angesicht Gottes“. Vielleicht würde der Astrophysiker dann antworten – und den Theologen in Erstaunen versetzen: „Ich glaube das auch“. Er würde dann aber noch fragen, ob der Theologe in seinem tiefsten Innern, und damit auch in vielen seiner Sätze, dann auch von einem Gott spricht, der ein riesiges Universum schuf und woraus sich für die Theologie mit Sicherheit Anfragen ergeben, die irgendwie noch nie in ihren Gesichtskreis kamen. Vor diesem Hintergrund ist mein Kommentar zu verstehen. Gerade der Schöpfer eines fast unendlichen Universums wird Mensch, womit er auch seine Souveränität und vorallem seine Liebe beweist. Ich finde, dies ist ein Aspekt, den ich noch nie irgendwo gelesen habe. Seltsam oder nicht ? Vielleicht würde eine solche Offenheit und der Mut es zu versprachlichen, den vielen Menschen helfen, die in einem Kinderglauben stecken geblieben sind und denen niemand auch in ganz herkömmlicher Weise unseren Glauben erklären konnte. Es soll dann ja sogar Menschen geben, die sich Antworten und Sinnerfüllung bei Sekten oder Esoterikern abholen.

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