Wer in der Adventszeit oder an Weihnachten in den Gottesdienst geht, hört und singt wahrscheinlich viele der folgenden Lieder. Hier eine Auswahl von zehn der beliebtesten traditionellen christlichen Advents- und Weihnachtslieder.
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Das beliebteste Weihnachtslied überhaupt in Deutschland – nicht-christliche eingeschlossen – ist übrigens „Stille Nacht“. Bei einer aktuellen Umfrage von Statista und YouGov landete der Choral mit 37 prozent Nennungen deutlich vor dem Popsong „Last Christmas“ (28 Prozent) und „Leise rieselt der Schnee“ (23 Prozent).

  • Macht hoch die Tür (Evangelisches Gesangbuch EG 1): Es ist das Standard-Adventslied, das in evangelischen Kirchen am ersten Advent gesungen wird. Der Text ist voller Verheißungen über den Heiland, der sich ankündigt. Das Lied steht als einziges Adventslied auf der evangelischen Kernliederliste und gehört damit fest zum Repertoire. Die Kernliederliste funktioniert wie ein Kanon christlicher Lieder für die evangelische Kirche.
  • Maria durch ein Dornwald ging: Das Lied erzählt die Geschichte der schwangeren Maria, die durch einen tristen Dornenwald wandert. Als Maria an den Dornen vorbeigeht, fangen sie plötzlich an zu blühen. Es steht im katholischen «Gotteslob»; im Evangelischen Gesangbuch, das in allen Landeskirchen der EKD benutzt wird, ist es nicht enthalten.
  • Herbei O ihr Gläub’gen (EG 45): «Adeste fideles», «O come all ye faithful» – das Lied ist ein internationaler Weihnachtsklassiker. Und das Lied ist ökumenisch. Es ist bei Protestanten, Katholiken und Anglikanern beliebt. Es ist ein sehr feierliches Weihnachtslied und wird im Weihnachtsgottesdienst sowohl vom Posaunenchor als auch mit vielen Registern an der Orgel begleitet. Es erzählt davon, dass alle Gläubigen immer wieder neu Anteil haben an der Freude über die Geburt Jesu Christi.
  • «Tochter Zion, freue dich» (EG 13): Die Melodie stammt von Georg Friedrich Händel (1685-1759), sie kommt in seinen Oratorien vor. Und die Melodie macht das Lied auch zum Renner in der Advents- und Weihnachtszeit. Sie klingt beschwingt und feierlich. Der Text ist nicht so leicht zugänglich. Aber die Musik, die das Jauchzen über die Ankunft des Erlösers begleitet, macht klar: Die Freude ist groß! Das wirkt ansteckend.
  • Vom Himmel hoch, da komm ich her (EG 24): Wer den Titel hört, denkt als erstes an helle Kinderstimmen, die die schwingende Melodie singen. Der Text stammt von Martin Luther (1483-1546) und erzählt die Weihnachtsgeschichte. Es kommt oft im Krippenspiel vor, taucht aber auch in den Oratorien von Johann Sebastian Bach auf. Es ist eins von drei Weihnachtsliedern, das auf der evangelischen Kernliederliste steht und zählt damit fast überall zum evangelischen Standard-Repertoire.

    Orgelspieler
    Getty Images
  • Kommet, ihr Hirten (EG 48): Die sehr rhythmische Melodie, die oft auch beschwingt gesungen wird, kann einen schon mal ins Stolpern bringen. Das Lied beschreibt szenisch, wie die Hirten zum Stall in Bethlehem aufbrechen. Die Hirten eilen – fast ein bisschen atemlos – zur Krippe, um das Jesuskind zu sehen. Das Lied wird oft in Gottesdiensten mit Krippenspiel gesungen.
  • Ich steh an deiner Krippen hier (EG 37): Melodie und Text sind das Gegenteil des etwas aufgescheucht klingenden Hirtenliedes «Kommet ihr Hirten». Der Text stammt vom Theologen Paul Gerhardt (1607-1676), der für seine innigen und ergreifenden Liedtexte bekannt ist. Die Melodie ist von Johann Sebastian Bach. Das Lied ist nicht so bekannt bei Menschen, die nicht in die Kirche gehen, aber sehr rührend und voller Ehrerbietung für das Christuskind.
  • O du fröhliche (EG 44): Es ist meist das letzte Lied im Weihnachtsgottesdienst. Der Küster schaltet das Licht aus. Im Altarraum strahlt der Herrnhuter Stern, die Kerzen am Christbaum leuchten. Die Gemeinde erhebt sich zum Singen, und wenn das «O du fröhliche» dann anklingt, ist klar: Jetzt ist Weihnachten. Es ist ein echtes Jubellied und der evangelische Weihnachtsschlager. Es steht auch auf der Kernliederliste. Bemerkenswert ist, dass das Lied erst seit 1993 im Evangelischen Gesangbuch steht. Zu volkstümlich, zu emotional – das war lange im Gottesdienst nicht erwünscht.
  • Stille Nacht, heilige Nacht (EG 46): Dieses «christliche Volkslied» aus Österreich ist in der ganzen Welt beliebt, steht aber auch erst seit 1993 im allgemeinen Teil des Gesangbuchs. Es symbolisiert die deutsche Weihnacht mit Dunkelheit, Kerzenschein und Gemütlichkeit. Musikalisch betrachtet ist es ein Wiegelied. Es vermittelt stille Freude, Ruhe und Geborgenheit.
  • Es ist ein Ros‘ entsprungen (EG 31): Auch dieses Lied besingt das zarte Jesuskind und weckt Sehnsucht. Text und Melodie sind sehr alt und gehen auf das 16. Jahrhundert zurück. Thematisch bezieht sich das Lied auf eine Prophezeiung im Alten Testament beim Propheten Jesaja. Die Melodie klingt getragen, aber sehr innig.

Link: Was ihr garantiert noch nicht über die zwei beliebtesten Weihnachtslieder wusstet


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2 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Da durch den Artikel der Eindruck entsteht, das einzige ökumenische Weihnachtslied sei „Adeste fideles“ gebe ich hier noch einmal die Liednummern aus dem Katholischen Gotteslob für die restlichen Weihnachtslieder an.
    Macht hoch die Tür (Evangelisches Gesangbuch EG 1/Gotteslob 218)
    Herbei O ihr Gläub’gen (EG 45/Gotteslob 242)
    «Tochter Zion, freue dich» (EG 13/Gotteslob 228)
    Vom Himmel hoch, da komm ich her (EG 24/Gotteslob 237)
    Kommet, ihr Hirten (EG 48 / Gotteslob in einigen Diözesananhängen)
    Ich steh an deiner Krippen hier (EG 37/Gotteslob 256)
    O du fröhliche (EG 44/Gotteslob 238)
    Stille Nacht, heilige Nacht (EG 46/Gotteslob 249)
    Es ist ein Ros‘ entsprungen (EG 31/Gotteslob 243)

    Wenigstens Weihnachten sind wir also einer Meinung 😉

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