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Weg mit den „Feuerwehrgebeten“, her mit dem Segen

Oft beschränkt sich Gebet in Hauskreisen auf „Feuerwehrgebete“, meint Rainer Harter. Er plädiert dafür, nicht nur auf Nöte zu reagieren, sondern aktiv Positives über andere auszusprechen.

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Teil 3 der Serie „Wir beten, weil wir lieben“. Hier geht es zum ersten Teil.

Ich kenne kaum Hauskreise, in denen das Segensgebet fester Bestandteil des gemeinsamen Gebets ist – schade! Oft beschränkt sich das gesprochene Gebet hingegen auf eine ganz bestimmte Art des Gebets, die ich einmal etwas plakativ, aber nicht negativ gemeint, „Feuerwehrgebet“ nennen möchte: Wenn es im Leben eines oder mehrerer Teilnehmer heftig brennt (und wann tut es das einmal nicht?), bittet er seine Hauskreisfreunde um Gebet.

Durch Segen Gottes Güte vermitteln

Das ist genau richtig, denn in der gegenseitigen Fürbitte tragen und unterstützen wir uns gegenseitig. Aber gerade im Kontext eines Hauskreises ist es schön, wenn wir uns auch Zeit für andere Gebetsformen nehmen – beispielsweise eben das Segensgebet, durch das wir anderen Menschen Gottes Güte vermitteln.

Mit einem Segensgebet reagieren wir nicht nur auf Nöte, sondern werden kreativ und agieren. Gemeinsam mit Gott, dem eigentlichen Segensspender, wirken wir durch den Segen positiv auf die Empfangenden und ihr Leben ein. Wir sprechen betend Worte über ihm oder ihr aus, die positiv, freisetzend, unterstützend und tröstend sind.

Nicht einfach etwas Nettes sagen

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Allerdings meine ich damit nicht, dass wir einfach irgendetwas Nettes sagen. Es geht vielmehr darum, dass wir uns bewusst machen, mit welchen Worten Gott Menschen segnet und diese Worte dann – vielleicht etwas anders formuliert – über dem anderen aussprechen. Ein Beispiel: Du kennst wahrscheinlich den sogenannten Aaronitischen Segen aus 4. Mose 6 ab Vers 24:

„Der HERR segne dich und behüte dich! Der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig! Der HERR erhebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden!“

Dürfen wir Segensgebete aus der Bibel übernehmen?

Jetzt könnten wir fragen, ob wir dieses Segensgebet aus der Bibel nehmen und über einem Hauskreismitglied beten können, das ursprünglich über einen ganz anderen Menschen oder eine Gruppe ausgesprochen wurde. Lasst uns mal genauer hinschauen: Interessant ist, dass Gott ausdrücklich vor die Segensworte eine Anweisung zum Segnen stellt und abschließend betont, dass er selbst die Empfänger segnen wird (4. Mose 6,23+27):

„So sollt ihr die Söhne Israel segnen! Sprecht zu ihnen: […] ‚Und so sollen sie meinen Namen auf die Söhne Israel legen, und ich werde sie segnen.'“ Um den kleinen theologischen Exkurs abzuschließen: Ich glaube, wir dürfen diesen Segen, der explizit Aaron und seinen Nachkommen als Priester gegeben wurde und den Israeliten galt, ebenfalls übereinander aussprechen.

Ein Segen ist keine magische Handlung

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Das Neue Testament spricht deutlich davon, dass wir als Gläubige durch Jesus „zu einem Königtum, zu Priestern seinem Gott und Vater“ gemacht wurden und dass wir in den „Ölbaum Israel“ eingepfropft sind (Römer 11). Auch auf andere Segensgebete der Bibel trifft zu, dass sie nicht nur dem damaligen Empfänger gelten, sondern auch uns Christen der Gegenwart – einige davon habe ich unten aufgeführt.

Natürlich kann ein Segen auch frei formuliert werden. Allerdings: Ein Segen ist kein Wunschkonzert und auch keine magische Handlung, sondern ein vermittelnder Akt der Zuneigung Gottes, dessen Inhalt auf Gottes Wesen und Wort basiert. Zu segnen heißt, für den anderen zum fassbaren Vermittler der Güte Gottes zu werden.

Ab und zu eine Segensrunde im Hauskreis zu haben, ist nicht nur für das Leben des Einzelnen ein Gewinn, es stärkt zudem die Beziehungen untereinander.

Einige Beispiele für Segensgebete zum Nachlesen und Anwenden:
5. Mose 31,6; Psalm 20,2–6; 1.Könige 8,57; Jeremia 17,7-8; 2.Thessalonicher 2,16-17; 2.Korinther 13,13; Römer 15,13; Epheser 6,23-24; 1.Thessalonicher 5,23-24 

Tipp: Man kann einander in Zweiergruppen segnen oder aber in der Runde, sodass jede/r Empfangende/r und Segnende/r zugleich ist und alle die Segensworte hören, die jeweils gesprochen werden. Die Hauskreisleitung kann auch konkret eine Segensrunde ankündigen und so den Teilnehmenden die Möglichkeit geben, sich darauf vorzubereiten.

Viel Freude beim Ausprobieren!

Rainer Harter ist Gründer des Gebetshauses in Freiburg. Er ist Autor der Bücher „Intimität mit Gott“, „Brannte nicht unser Herz?“, „Majestät“, „Die Gebetshausbewegung“ (alle SCM) und „Radical Love“ (Herder).

Serie „Wir beten, weil wir lieben“:

Weiterlesen:

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Dieser Artikel ist im Hauskreismagazin erschienen. Das Hauskreismagazin ist Teil des SCM Bundes-Verlags, zu dem auch Jesus.de gehört.

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1 Kommentar

  1. Auch Stoßgebete können helfen

    Natürlich ist es richtiger, vor Gott nicht nur das Negative zu bringen, sondern auch den Dank. Selbstverständlich ist der Segen keine magische Handlung. Aber Feuerwehrgebete, die ich hier mehr als Stoßgebete bezeichnen möchte, wurden mir – wenn es ganz ehrliche Bitten waren – schon öfters erfüllt. Ich war dann darüber wie über ein allergrößtes Wunder total erstaunt und begeistert. Ich glaube, es kommt einfach auf unsere Ehrlichkeit an. Leider bin ich nicht immer so mit lupenreinen Absichten unterwegs, auch nicht über die himmlische Internetverbindung. Und möglicherweise sollte das Gebet auch meine und unsere Überzeugung transportieren, dass es ankommt und Gott es hört. Wenn ich so in meinen Leben zurückschaue, dann ist der Lebensweg fast mit Gebetserhörungen gepflastert gewesen, obwohl ich dies erst nach geraumer Zeit, sogar manchmal erst nach Jahrzehnten, wirklich erst erkenne. (Der Blick in den Rückspiegel des Lebens fördert man manch negatives zutage). Dies hat nichts zu tun mit Vorstellungen eines Wunscherfüllungsgottes, oder mit der angemaßten Bitte „her mit dem Segen“. Viele meine Bitten und Gebete wurden allerdings nie erfüllt, aber sicherlich erhört. Manches werde ich erst im Himmel erfahren. Nur der Esoteriker bestellt seine Wünsche direkt beim Universum. Damit meine ich aber nicht, dass Esoteriker schlechtere Menschen sein müssen. Sie haben sich nur verwählt.

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