Martin Junge, Generalsekretaer des Lutherischen Weltbundes (LWF, l.), und Chris Ferguson, Generalsekretaer der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen (WGRK) in der Wittenberger Stadtkirche (epd-bild / Jens Schlueter).
Lutheraner und Reformierte begehen 2017 das 200. Jubiläum der Nassauischen Union. Wilhelm I. von Nassau gilt als Auslöser der Vereinigung. Er bekannte sich zur Tradition Calvins und Zwinglis, seine Frau hingegen war eine Anhängerin Luthers. Die Abendmahlsfrage blieb in der Ehe unausweichlich.
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Im August 1817 rief Wilhelm I. eine Synode ein. Der Streitpunkt: Für Lutheraner sind Brot und Wein – ähnlich wie nach katholischem Verständnis – tatsächlich Leib und Blut Christi, für die Reformierten sind sie lediglich Symbole. Die Lutheraner feiern das Abendmahl mit Oblaten, die Reformierten mit Brot. Das Lösung des Problems: das „Unionsbrot“. Es besteht sowohl aus Oblaten, als auch aus Brot. Zudem einigte man sich auf das Augsburger Bekenntnis von 1530 und das Apostolische Glaubensbekenntnis.

Durch diese Einigung konnten Lutheraner und Reformierte in der Region und in Preußen miteinander Gottesdienste feiern und Abendmahl halten.

Die Idsteiner Unionskirche (Hessen) ist ein Symbol für diese Errungenschaft. Pünktlich zu dem Jubiläum ist die dreieinhalb Jahre andauernde Renovierung der Kirche abgeschlossen.

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Was hier als feiernswert beschrieben wird, geschah v.a. auf politischen Druck hin – Wilhelm I. berief die Leute ein…
    Und auch so:
    „Lösung des Problems: das „Unionsbrot“. Es besteht sowohl aus Oblaten, als auch aus Brot.“
    Es sollte jedem klar sein, dass das keine ernsthafte Lösung ist/war – sondern nur ein fauler Kompromiss. Eine Ökumene der Zeichen, nicht des Herzens. Denn statt zu klären, welche Bedeutung das Abendmahl theologisch tatsächlich hat, wurde eine Show abgezogen. So wie heute auch oft in Politik und Kirche. Ernsthaftes Ringen kann man dabei allerdings nicht entdecken, die Suche nach der Wahrheit auch nicht. Was daran nun aber zu feiern sein soll. dass eine politische Idee in der Kirche durchgesetzt wurde (die aufklärerische Idee des „Konfessionen sind doch egal, solange alles gut bürgerlich ist“), erschließt sich nicht. Echte Lutheraner, die nach dem biblischen Gotteswort fragen, haben hier nichts zu feiern.

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