Die Petition für die von der Abschiebung bedrohten iranischen Christin Mahsa soll jetzt dem Petitionsausschuss des hessischen Landtags übergeben werden. Wenn das nicht hilft, haben die Unterstützer noch einen Plan B.

Von Nathanael Ullmann

Das Bangen um die Iranerin mit dem Decknamen Mahsa geht weiter: In ihrer Heimat droht ihr wegen ihres christlichen Glaubens nach eigenen Angaben die Haft. Doch die deutschen Behörden glauben ihr nicht: Bis zum Bundesverfassungsgericht ging ihr Antrag auf Asyl – ohne Erfolg. Mit einer Unterschriftenaktion wollte die „Christliche Initiative Herborn“ in der Politik für Aufmerksamkeit sorgen. Die ist gestern zu Ende gegangen – mit 7.841 Unterzeichnungen.

„Mit dem Ergebnis bin ich in keiner Weise zufrieden“, sagte Initiativensprecher Georg Müller auf Anfrage von Jesus.de. Eine Petition gegen Plastikbecher in Dortmund habe jüngst 99.000 Unterschriften gebracht. „Und wie viele Christen gibt es?“, fragt er. Viele hätten ihm gesagt, sie beteten für die Iranerin. Doch Gebet allein nütze nichts. Den Zustand der Konvertitin beschreibt Müller als „schlecht“. Eigentlich hätte sie sich bis zum ersten August in der iranischen Botschaft einen Pass ausstellen lassen sollen. Dieser Mitwirkungspflicht ist sie nicht nachgekommen – um ihre Identität nicht preiszugeben und damit sich und ihre Mutter zu gefährden. Letztere ist die einzige im Iran, die weiß, dass sie nicht tot ist. Nun kommen auf Mahsa ein Arbeitsverbot und Kürzungen der Sozialhilfe zu.

Fall erregt deutschlandweit Aufmerksamkeit

Lichtblicke sieht der Arzt dank der knapp 8.000 Unterschriften trotzdem. Gerade in den vergangenen Wochen hatte der Fall mediale Aufmerksamkeit erlangt. Der CDU-Politiker Volker Kauder hatte sich erneut gegen die Abschiebung konvertierter Iranerinnen und Iraner ausgesprochen. Der Fall Mahsa wurde schließlich sogar auf der Jahreskonferenz der Evangelischen Allianz diskutiert. Respektable Ergebnisse, findet Müller, „vor allem, da wir ja nur vier Leute sind, die sich täglich dafür engagieren“.

Nun soll die Petition an den Petitionsausschuss des hessischen Landtags gehen. Wann genau der Fall Mahsa dort besprochen wird, ist unklar. Um den Unterschriften zusätzliches Gewicht zu geben, setzt die Christliche Initiative jetzt auf ein weiteres Pferd: Derzeit bittet sie Bürgerinnen und Bürger, Briefe an die Parteien zu senden, um weiter für den Fall zu sensibilisieren.

Folgeantrag ist in den Startlöchern

Sollte die Situation der Iranerin auch im Landtag auf taube Ohren stoßen, haben die Unterstützer noch Alternativpläne: Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) soll nun beispielsweise ein Folgeantrag gestellt werden. Mit diesem würde der Fall neu aufgerollt. Der Antrag ist unter anderem deshalb möglich, weil mittlerweile Taufen als Glaubensnachweis akzeptiert werden sollen. Bei Mahsa war die Taufurkunde als Nachweis für den Glauben beim ersten Anlauf angezweifelt worden. „Auch das Kirchenasyl kommt noch infrage“, sagt Müller.

Als letzten Schritt sieht Georg Müller die Flucht in andere Länder. Mehrere Staaten kämen laut dem Unterstützer dafür infrage, unter anderem die USA und Polen. Für Müller wäre die Flucht ins Ausland jedoch ein Armutszeugnis: „Für mich wäre das der erste Fall von Christenverfolgung in Deutschland, der mir bekannt ist.“

7 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Wer sich je damit auseinandergesetzt hat, wie es Christen im Iran geht, weiß, auf welch schreckliche Weise sie verfolgt werden!! Ich schäme mich für unsere deutschen Behörden, die statt wirklich verfolgter Menschen so oft extrem straffällig werdenden Menschen bei uns Unterschlupf gewähren!! Sollten die deutschen Behörden weiter auf stur stellen, bleibt nichts anderes, als diese Iranerin irgendwie nach USA zu schleusen.

    • USA, Polen,Ungarn, Kanada, Staaten in Südamerika sowie Togo und Kenia würden möglicherweise Mahsa aufnehmen! Ist das nicht ein Armutszeugnis für die Deutschen Kirchen. Wo bleibt der Aufschrei der EKD und anderer Kirchen, dass das Sakrament der Taufe von Bamf bis zum Verfassungsgericht nicht akzeptiert wird?! Wann gehen Pastoren auf die Straße? Letztendlich wird Jesus Christus angegriffen, der allein allen Sünden vergeben kann. Pastor und Täufling dokumentieren durch die Taufe, dass ein Mensch vom Tod zum Leben gekommen ist durch den Glauben an die Erlösung durch Jesus Christus!
      Kein Mensch hat das Recht dieses Sakrament in Frage zu stellen!
      Georg Müller
      Sprecher der Christlichen Initiative Herborn

  2. Ich bin u.a. ehrenamtlich aktiv in der Flüchtlingshilfe und habe persische Wurzeln, daher habe ich wahrscheinlich mehr Einblick in das Thema.

    Man kann in Iran Christ sein und unbehelligt dort leben, nur missionieren sollte man eben nicht. Aber selbst wenn man polizeilich auffällig wird, droht einem nicht die Todesstrafe.

    Das Leben in einer Theokratie ist anders als in einer Demokratie, aber wer sich an die Regeln hält, kommt zurecht.
    Da darf man sich nichts vormachen.
    Außerdem ist Deutschland nicht unbedingt das nächste christliche Land, kaum ein Iraner sucht Zuflucht in Armenien oder Georgien.

    Da spielen mit großer Wahrscheinlichkeit auch finanzielle Vorteile in Deutschland eine Rolle.

    Ich weiß, dass diese Meinung unpopulär ist, aber ich habe meine Erfahrungen gesammelt und kann leider nur davon berichten.

    • Geehrte Maryam, Ehrenamtliche Mitarbeit – wunderbar! Sie haben sicher viele Jahre im Iran gelebt…..als aus dem Islam konvertierte Christin? Sie sind bekehrte Christin und kennen das Wort des Evangeliums: „Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über“? Und: „Wer mich bekennt vor den Menschen………“? Mein iranischer Glaubensbruder hat Jesus im Iran kennengelernt und ist SEIN Nachfolger geworden. Davon hat er einem Freund, der im Islam keinen Frieden fand, aber schlimme islamische Traditionen übernahm (Schlagen seiner Ehefrau…..) erzählt, und dass Jesus der Weg zum Frieden ist…..und wurde von ihm als „vom islamsichen Glauben abgefalllen“ verraten. und bedroht. Er musste sofort fliehen. Und tatsächlich erfuhr er später, dass die entsprechende Polizeigarde am nächsten Tag vor seiner Tür stand, um ihn zu verhaften. – Maryam, können Sie mir sagen, da man ja keinerlei Behelligungen als Christ befürchten muss, warum keine öffentlichen christlichen Gottesdienst möglich sind, sondern nur heimliche Treffen? (ausgenommen die alteingesessenen armäischen christlichen Gruppen). Können Sie mir sagen, warum eine Christin verhaftet wurde, die in ihrem eigenen Haus die Bibel las? Seine Religion öffentlich leben und bekennen zu können, ist Menschenrecht und genau das ist im Iran ein Verbrechen und schwer bestraft. Allerdings unter Vorgaben anderer Gründe: „Verbreitung von Unzucht“, „Verbreitung antiislamischer Sitten“ Spionage und Hochverrat u.ähnliche Verleumdungen. – Mein Freund ist kein junger Mann mehr. Er hatte einen durchaus ausreichenden Verdienst, um seine Familie zu ernähren. Seine Frau hat sich allerdings scheiden lassen: „Mit einem Ungläubigen will ich nichts zu tun haben!“ Sie mögen iranische Wurzeln haben – ich habe jüdische. Dennoch habe ich kein besseres Wissen um die jüdische Problematik in Israel!
      ich weiß auch, dass es scheinbar opportunelle Konverseionen gibt!. Aber: 90 gottlose Leute aus Sodom und Gomorrah wären gerettet worden, wenn auch nur 10 Gläubige darin gewohnt hätten! Verstehen Sie, was das heißt? Kann irgendjemand auch nur einem Konvertiten bis in die Tiefe seines Herzens sehen und sich ein Urteil über seine „Echtheit“ erlauben? Christlich ist: Lieber 90 ?-Christen Aufnahme zu geben, als auch nur zu riskieren, eine einzige christliche Schwester oder Bruder in die Verfolgung zurück zu schicken. Der Iran glaubt nämlich zu 100%, dass sie „Abtrünnige vom Islam“ sind und reagiert nachweislich entsprechend mit härtester Bestrafung.

  3. für mich wäre das mindestens der dritte FAll. Eine Christin aus einem ostdeutschen Bundesland wurde abgeschoben. Sie wurde direkt vom Flughafen ins Gefängsnis verfrachtet, kam dann auf Kautionszahlungen vorübergehend bis zu ihrer Gerichtsverhandlung aus dem Gefängnis raus.
    Dtld.mutiert zu einem Christenverfolgungsland!

  4. Ich nehme an, Sie haben als Christ im Iran als bekennende Christin gelebt? Konvertiert aus dem schiitischen Islam?
    Richtig: Wegen Konversion zum Christentum wird keiner gehängt, dazu benutzt der Staat andere Anklagen: Hochverrat. Spionage für Israel, Verbreitung von Unzucht. und drgl. mehr. Mein iransicher Freund ist Christ geworden und als Christ kennen Sie ja sicher die Evangelien: „Wes das Herz voll ist, dem geht der Mund über“. Er bekannte sich vor einem islamischen Freund, der auf einen falschen Weg geriet als Christ, um auch ihm den liebenden Gott Massih zu zeigen. – Der aber verriet ihn und mein Freund musste augenblicklich fliehen. Am nächsten Morgen – hörte er später – war die schwarz gekleidete „Geheimpolizei“ vor der Tür, um ihn zu verhaften. Mein Freund hat – beruftlich bedingt – Vollstreckung von Todesurteilen wegen solcher o.b. Delikte erlebt. Mein Freund ist alles andere als ein junger Mann und hatte einen durchaus auskömmlichen Beruf. Von wegen finanzieller Vorteile!!!! Ihre persischen Wurzeln geben Ihnen offensichtlich nicht einen richtigeren Einblick ins Thema, Da verlass ich mich lieber auf die Erfahrungen meines und seiner Freunde. Er hat meinen und vieler anderer Leute Glauben unendlich neu belebt.

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