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Wie erkläre ich meinen Glauben im Zoom-Meeting?

Out of the Box – Weil wir wunderbar gemacht sind

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Die zweiwöchentliche Kolumne von Tom Laengner


Tom Laengner wartet auf ein „Zoom“-Gespräch. Unerwartet bietet sich ihm die Chance, von einer inspirierenden Glaubensgeschichte zu erzählen.

Vor ein paar Tagen war für mich ein Online-Treffen um die Zukunft der Kirche angesetzt. Die könnte alarmierend düster sein, scheinen doch viele Menschen sie wie ein Gebiss zu sehen, das nur noch durch den Zahnstein zusammengehalten wird. Für diese Leute hat Kirche weder Substanz, noch schafft sie Perspektive.
Aaron, Lara und ich hatten uns etwas verfrüht eingewählt. Keiner von uns weiß, wo die Millionen Orientierung finden, die in den letzten Jahren aus den großen Glaubensgemeinschaften ausgetreten sind. Wir drei hatten vor unseren Bildschirmen noch ein paar Minuten Zeit und ich eine Idee, sie mit einem Schuss Lebendigkeit zu füllen.

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Ich erinnerte mich an ein international besetztes Zoom-Meeting ein paar Tage zuvor. Der Kongolese Daniel Nzughundi erzählte darin, worauf er sein Vertrauen setzt. Ohne Maske und mit großer Begeisterung!
Es ging nicht um Lehrsätze, Grundpfeiler oder zeitgemäße Formen. Und dennoch: Lebte er mit seinem Glauben nicht genau die Lebendigkeit und Stärke, die Menschen nachhaltig Orientierung und Anregung zu geben vermag?

Es ist ein kreatives Vertrauen, dass ihn befeuert, seine Lebensaufgabe in Angriff zu nehmen.

Drei Kriege hat Daniel im Osten seines Landes als Schulleiter durchlebt. Dann legte die Lava des Nyiragongo ganze Stadtteile seiner Heimatstadt Goma in Schutt und Asche. Daniel flieht nicht: “Das ist doch meine Heimat!“, sagt er entschieden. „Hier will ich nicht weg“. Das liegt weniger am Duft der Avocadobäume, sondern daran, dass der Pädagoge seine Welt mitgestalten will. Glauben an Jesus ist für ihn etwas ganz anderes als eine Versicherungspolice gegen schlechte Zeiten. Es ist ein kreatives Vertrauen, dass ihn befeuert, seine Lebensaufgabe in Angriff zu nehmen. Daniel ist ein Inspirator, Ermöglicher und Ermutiger. Dabei erlebt er fast jeden Tag, wie brüchig und unfair das Leben sein kann. Eben hat er eine Malariaerkrankung hinter sich. Daran starben laut WHO-Malariabericht 2020 im Jahr 2019 etwa 409.000 Personen. Auch, dass er lediglich 150 Euro im Monat verdient, verschafft dem Familienvater keine glänzenden Augen. Dennoch strahlt er wie das sprichwörtliche Honigkuchenpferd. So jemanden hatte ich in der gesamten Coronazeit nirgendwo gesehen.

Er fragt nicht, wie hoch sein Einsatz sein muss, damit Gott schließlich tut, was Daniel selber gerne hätte.

Das Leuchten quillt aus seinem erfüllten Herzen. „Wir sind glücklich“, sagt er schnörkellos, “auch, wenn wir nicht viel Geld haben.“ Ich zwickte mich, weil ich dachte, ich hätte mich verhört. Hatte ich aber nicht. Seinen Frieden findet Daniel bei Jesus. Dessen Auftrag, die Erde zu gestalten und sich um seine Mitmenschen wie um seine eigene Familie zu kümmern, lebt Daniel beeindruckend vor. Er macht mit Gott kein Geschäft. Er fragt nicht, wie hoch sein Einsatz sein muss, damit Gott schließlich tut, was Daniel selber gerne hätte.
Daniel muss wohl dabei gewesen sein, als der Mann aus Nazareth seinen Landsleuten erklärte, worum es im Leben ging: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt. Dies ist das höchste und erste Gebot. Das andere aber ist dem gleich: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Damit war alles gesagt.

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Jesus als Herrn, Chef, Gott, Trainer und Freund anzusehen, erscheint Daniel ganz und gar sinnvoll. Er kennt keinen, der mehr von Leben und Tod versteht. Von IHM lässt er sich korrigieren. Vor IHM geht er auf die Knie. So wuchs in ihm die Stärke, in den entscheidenden Momenten des Lebens den Kopf oben zu halten und das Gewissen nicht auszuschalten.

Auf dem Bildschirm entsteht Bewegung und die nächsten Gesichter erscheinen. Wir werden stumm geschaltet und ich hole mir schnell noch ein Glas Wasser.

Out of the Box – Teil 1: Was gibt mir Energie?
Out of the Box – Teil 2: Was müsste dein Bruder tun, damit du glaubst, dass er der Sohn Gottes ist?
Out of the Box – Teil 3: Was macht mein Herz frei und warm?
Out of the Box – Teil 4: Wie erkläre ich meinen Glauben im Zoom-Meeting?
Out of the Box – Teil 5: Von Pornoweltmeistern und Polenschlüsseln
Out of the Box – Teil 6: Darf ein Christ eigentlich Mikado spielen?
Out of the Box – Teil 7: Was macht die Barmherzigkeit barmherzig?
Out of the Box – Teil 8: Wann wird das Nein zum Geld ein Ja zum Glück?
Out of the Box – Teil 9: Wie viel Gewicht gebe ich meinem Gewicht?
Out of the Box – Teil 10: Betest du auch manchmal für einen Parkplatz?


Tom Laengner ist ein Kind des Ruhrgebiets. Nach 20 Jahren im Schuldienst arbeitet er journalistisch freiberuflich und bereist gerne unterschiedliche afrikanische Länder. Darüber hinaus arbeitet er als Sprecher für Lebensfragen und Globales Lernen. In seiner Kolumne „Out of the Box – Weil wir wunderbar gemacht sind“ schreibt er regelmäßig über Lebensfragen, die ihn bewegen.

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