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Nichts ist so sicher, als dass wir irgendwann einmal sterben müssen. Statt diese Tatsache zu verdrängen, ermutigt Seelsorger Kurt Scherer dazu, sich ihr zu stellen.

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Der Tod ist unser ständiger Begleiter, er begegnet uns täglich in den Medien. Jede Todesanzeige ist eine Konfrontation mit dem eigenen Sterben. Wenn wir allerdings persönlich damit konfrontiert sind, sieht es nochmals anders aus. Selbst wenn unsere Lebenskräfte nachlassen, braucht es seine Zeit, bis wir uns mit dieser Gegebenheit „zusammensetzen“, um uns mit ihr „auseinanderzusetzen“. Je früher wir das jedoch tun, spätestens wenn wir in die dritte Lebensphase eingetreten sind, desto eher können wir daraus heilsame Konsequenzen ziehen.

Mose, der sich dieser Lebensaufgabe bewusst gestellt hat, betete: „Herr, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden“ (Psalm 90,12). Und Paulus bekennt „Christus bedeutet für mich alles; er ist mein Leben. Deshalb kann das Sterben für mich nur Gewinn sein“ (nach Philipper 1,21).

„Wer wirklich leben will, muss zu sterben wissen“

Was wirklich zählt

„Sterben – Aufgabe des Lebens“: Das gilt im doppelten Sinn: Wer wirklich leben will, muss zu sterben wissen, und wer getrost sterben will, muss zu leben wissen. Denn jeder lebt sein Leben und stirbt seinen eigenen Tod anders. Wer begreift, dass er nicht unbegrenzt auf dieser Erde lebt, kann darin eine Hilfe finden, zu erkennen, was wesentlich und was unwesentlich in seiner Lebensgestaltung ist. Sein Leben gewinnt eine besondere Qualität, wenn der Aspekt, ewig in ungetrübter Gemeinschaft mit Gott zu leben, mit einbezogen wird. Man lebt bewusster und damit intensiver. Und wer intensiver lebt, lebt – so die Erfahrung – dankbarer.

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Auch das andere hat sein besonderes Gewicht: die Frage nach der Verantwortung, danach, für mein gelebtes Leben zur Rechenschaft gezogen zu werden – für mein Tun und Lassen, mein Reden und Schweigen. Aus der Beobachtung, dass viele Menschen in ihrem Leben zu kurz kommen, viel Leid tragen und ertragen müssen, entsteht der Eindruck, als seien sie – zu Unrecht – gestraft worden. Auf der anderen Seite muss man oft machtlos zusehen, wie Menschen, trotz schwerer Verfehlungen, munter und in Freude leben und von Gerechtigkeit scheinbar keine Spur zu sehen ist. In der Bibel ist davon die Rede, dass es im Jenseits ein Gericht geben wird, dass unser Leben dort noch einmal zur Sprache kommt.

Himmlische Gewinn- und Verlustrechnung

Vielfältig sind die Versuche, vor der Frage des Jenseits die Augen zu verschließen. Man kann sie einfach leugnen, wie das Kind sich die Hände vor die Augen hält und ruft: „Ich bin nicht da!“ Epikur, ein Philosoph des Altertums, hat das so getan. Er sagte: „Solange wir sind, ist der Tod nicht da. Und wenn der Tod da ist, sind wir nicht mehr.“ Im Sterben werden Menschen oft klein, die vor der Welt als groß gelten. Die letzten Worte des englischen Philosophen Thomas Hobbes waren: „Ich bin dabei, einen Sprung ins Finstere zu tun.“

Wie ganz anders klingen die Worte von Männern und Frauen, die sich in ihrem Leben mit dem lebendigen Gott, dem Vater des Herrn Jesus Christus eingelassen haben, der sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stirbt, und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das?“ (Johannes 11,25+26).

Auf diese Frage haben unzählige Menschen bis heute ein eindeutiges Ja gesagt:

  • „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ (Georg Friedrich Händel)
  • „Heute geht es heim.“ (Mathilde Wrede)
  • „Haltet mich nicht auf.“ (Fjodor M. Dostojewski)
  • „Das ist das Ende – für mich der Beginn des Lebens.“ (Dietrich Bonhoeffer)

Viele – auch ich – haben sich das Bekenntnis des Apostels Paulus zu Eigen gemacht: „Christus ist mein Leben, Sterben ist mein Gewinn“ (Philipper 1,21). Eigenartig, dass ein Mensch das, was allgemein als Verlust erachtet wird, als Gewinn bezeichnet. Dieses Wort wird meist verwendet, wenn es um den irdischen Vorteil geht: Geschäftsgewinn, Zeitgewinn, Geldgewinn.

„Für mich!“

Wie kommt es, dass für Paulus und viele andere der Tod seinen letzten Schrecken verloren hat? Die Antwort gibt uns Paulus im ersten Teil seines Bekenntnisses: „Christus ist mein Leben!“ Jesus Christus ist also die entscheidende Person im Leben und im Sterben.

Warum ist das so? Die Bibel sagt dazu: Jesus ist nicht nur der Sieger über den Teufel, den Widersacher Gottes, sondern auch über die Sünde. Die Menschen fragten von Anfang an nicht nach dem Willen ihres Schöpfers – und das brachte ihnen die ewige Trennung von Gott. Jesus hat am Kreuz durch seinen stellvertretenden Tod den Menschen mit Gott versöhnt. Jeder, der das im Glauben für sich in Anspruch nimmt, erhält mit Jesus das ewige Leben, die ungetrübte Gemeinschaft mit Gott. So kann Paulus jubeln: „Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Stachel? Hölle, wo ist dein Sieg? Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gegeben hat durch unseren Herrn Jesus Christus“ (1. Korinther 15,54+55+57).

So paradox die Frage auch klingen mag, sie ist entscheidend für das eigene Leben: Haben Sie schon Ihren Tod am Kreuz von Golgatha erlebt? Solange Sie nur hinnehmen, dass Jesus dort gestorben ist, und nicht dieses „für mich!“ sprechen können, haben Sie nicht Teil an diesem Sieg.

Über den Tod hinaus

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Die entscheidende Frage im Blick auf den Tod und das Leben nach diesem Leben, muss also im Heute beantwortet werden. Diese Antwort hat Gültigkeit für die Zeit und für die Ewigkeit. Sie hängt von der Begegnung mit dieser Person Jesus Christus, dem Herrn des Lebens, ab. Und davon, ob wir eine persönliche Entscheidung für ein Leben mit Jesus Christus treffen.

„Christus ist mein Leben.“ Wer das bekennt, braucht vor Tod und Jenseits nicht mehr zu erschrecken. Derjenige, der sein Herr im Leben ist, ist auch sein Herr im Sterben. Wir erleben zwar noch den Kampf des Sterbens, aber der Tod kann uns nichts mehr anhaben, weil Jesus, der Sieger, bei uns ist und bleibt. Er sagt uns zu: „Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben” (Johannes 3,36 ELB). Paulus kann bekennen. „Darum: wir leben oder sterben, so sind wir des Herrn“ (Römer 14,8b NLB). Wer an Jesus glaubt, denkt weiter, über den Tod hinaus. Er hat das ewige Leben noch vor sich.

Ich wünsche Ihnen von Herzen die Gewissheit: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt!“


Dieser Artikel ist zuerst im Magazin LebensLauf erschienen. LebensLauf wird vom SCM Bundes-Verlag herausgegeben, zu dem auch Jesus.de gehört.